Corona: Theologische Ressourcen / Christliche Reaktionen und Stellungnahmen / Call to action / Materialsammlung

Es gibt einige interessante Beiträge und Ressourcen zum Umgang oder zur Deutung der Corona-Krise. Hier meine subjektive Auswahl. Erstmalig habe ich diese Liste am 28.04.2020 veröffentlicht. Seitdem wird sie immer mal wieder ergänzt.

a. Theologische Einordnung
b. Über die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen der Regierung und über den Umgang der Gemeinden damit, und wie Christen auf die Pandemie reagieren könnten
c. Hilfreiche Materialsammlungen

By the way: Am 21.10.2020 wurde ich selbst positiv auf das Virus getestet, dass bei mir am 16.10. wohl die ersten Symptome ausgelöst hat. Ich habe bisher nur leichte Erkältungssymptome und bin mit meiner Familie in Quarantäne. Update 04.11.2020: Wir haben es als Familie – Gott sei Dank! – gut überstanden.

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Rezension: Schuldbekenntnisse aus dem Bund Ev.-Freikirchlicher Gemeinden und anderen Kirchen in Deutschland nach 1945

Im Zuge meiner Masterarbeit habe ich einige Bücher gelesen, die die freikirchliche Geschichte der Baptisten- und Brüdergemeinden in der NS-Zeit aufarbeiten.

Szorbies Schuldbekenntnisse BEFGSzobries, Heinz, 2013, Schuldbekenntnisse aus dem Bund Ev.-Freikirchlicher Gemeinden und anderen Kirchen in Deutschland nach 1945, Oncken-Archiv Elstal 2013, Baptismus-Dokumentation 3

In diesem Buch geht es um die Frage nach einem Schuldbekenntnis zum Verhalten im Nationalsozialismus seitens des BEFG. Grundsätzliches dazu findet sich am Anfang des Buches, bis Seite 32.

Das Buch enthält einen sehr umfangreichen Dokumentationsteil ab Seite 33-82 aus den Reihen des BEFG und ab Seite 83f aus anderen Kirchen.

Der Autor zeigt auf, dass in den Anfangsjahren ein Schuldbekenntnis strikt abgelehnt wurde. Es gab aber auch einzelne Vorschläge und Gegenmeinungen, die – soweit bekannt – aufgeführt werden. Ein echtes Schuldbekenntnis, das als Erklärung herausgegeben wurde, aber als Schuldbekenntnis anzusehen ist und auch so aufgefasst wurde, gab es erst 1984 auf der EBF-Tagung und wird  „Hamburger Schuldbekenntnis“ (:65) genannt. Die Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden gab erst 1995 ein sehr klares eigenes Schuldbekenntnis heraus.

Fazit: eine wichtige Zusammenstellung zum Thema Schuldbekenntnisse zum Nationalsozialismus innerhalb der freikirchlichen Szene, vor allem der des BEFG.

Rezension: Der Streit über den Weg der Baptisten im Nationalsozialismus (Roland Fleischer)

Im Zuge meiner Masterarbeit habe ich einige Bücher gelesen, die die freikirchliche Geschichte der Baptisten- und Brüdergemeinden in der NS-Zeit aufarbeiten.

Fleischer Der StreitFleischer, Roland 2014. Der Streit über den Weg der Baptisten im Nationalsozialismus. Jacob Köbberlings Auseinandersetzung mit Paul Schmidt zu Oxford 1937 und Velbert 1946. Baptismus-Dokumentation 4. Elstal: Oncken-Archiv.

In Fleischers Buch geht es um die Beurteilung der baptistischen, bzw. später evangelisch-freikirchlichen Haltung zum NS-Staat. Sie wird dokumentiert anhand der Auseinandersetzung zwischen dem baptistischen Arzt und Gemeindemitglied Jacob Köbberling und dem damaligen Bundesdirektor Paul Schmidt und weiteren führenden BEFG-Persönlichkeiten.

Grundsätzlich wird durch die Veröffentlichung Fleischers deutlich, dass es im BEFG einzelne Stimmen gab, die ein alternatives und radikaleres Auftreten gegenüber dem NS-Staat für richtiger hielten und eine Solidarisierung mit der Bekennenden Kirche forderten, im Gegensatz zur Anpassungsstrategie der damaligen Leitungsverantwortlichen im BEFG.

Schon 1937 kritisiert Köbberling scharf das Auftreten von Schmidt auf der Weltkirchenkonferenz im englischen Oxford, an der Schmidt und der methodistische Bischof Melle als Vertreter der Vereinigung ev. Freikirchen teilnahmen. Sie waren damit die einzigen deutschen Kirchenvertreter auf der Konferenz. Die Vertreter der Ev. Kirchen erhielten vom Staat aufgrund der „Kirchenkampf“-Situation ein Reiseverbot. Schmidt und Mello kritisieren öffentlich Teile einer solidarischen Stellungnahme der Kirchenkonferenz zur Situation der Kirche in Deutschland.

Köbberling verfasst eine Stellungnahme und übt am Auftreten von Schmidt und Melle scharfe Kritik. Die darauf entstandene Korrespondenz wird von Fleischer dokumentiert.

Auf der ersten Bundeskonferenz nach dem Krieg 1946 rechtfertigte Bundesdirektor Paul Schmidt seine Haltung gegenüber dem NS-Regime im offiziellen Bericht „Unser Weg“. In diesem Bericht wird deutlich, dass die Bundesleitung dem NS-Staat so lange ohne offenen Widerstand begegnet ist, weil dieser nicht die Verkündigung des Evangeliums einschränkte. Hier wäre dann eine Grenze erreicht gewesen. Außerdem wird im Bericht der Zusammenschluss von Baptisten- und Brüdergemeinden nicht als von außen aufgedrückte Entscheidung gedeutet, sondern aus dem Gedanken der Einheit heraus begründet. Ebenso betonte Schmidt, dass dem BEFG die zersplitterte Situation der Deutschen Evangelischen Kirche vs. Bekennender Kirche erspart geblieben sei. Er lehnte auch ein Schuldeingeständnis als Kirche ab. Ein Wort zur Situation der Juden im NS-Staat ersparte sich Schmidt ebenfalls.

Köbberling kritisiert diesen Bericht in einer Gegenschrift an die Bundesleitung, die erst 2014 veröffentlicht wurde. Er betrachtet den Weg des BEFG als fragwürdig, würdigt die Bekennende Kirche und betrachtet die Vereinigung von Brüder und Baptisten als noch auf viel zu schwacher Grundlage stehend und macht das z.B. an dem Glaubensbekenntnis des BEFG von 1944 (Wiedenest) deutlich. Auch mahnt er an die Schuldfrage zu klären. Die daraus entstandene Korrespondenz wird ebenfalls dokumentiert.

Weiter wird das Glaubensbekenntnis des BEFG von 1944 dokumentiert, mit den kritischen Stellungnahmen Rufus Flügge und Köbberling.

Der Anhang rundet die Ausführungen mit einer Kurzbiografie von Köbberling und Schmidt ab, sowie mit einem Zeitzeugeninterview mit Köbberling 2001 und einem Bericht über ein Podiumsgespräch mit Köbberling 1989.

Damit ist dieses Buch ein wichtiger Beitrag zur freikirchlichen Geschichte im Nationalsozialismus.

Erschienen: Mein Buch über Christian Leadership

Ein ungewöhnlicher Ansatz, pastorale und historische Theologie miteinander zu verknüpfen und auf ethisch-theologische Fragestellungen zu beziehen. Der vorliegende Band kann ein Impuls sein, diese Fragen pastoraler Verantwortung für die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu reflektieren.

Pastor Reinhard Assmann
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Ich freue mich sehr, dass mein Buch über Arnold Köster erschienen ist.
Arnold Köster war einer der sehr wenigen freikirchlichen Pastoren, die während der NS-Zeit mutig von der Kanzel gegen die unmenschlichen und  antichristlichen Unarten der NS-Ideologie gepredigt hat. Er leitete durch Verkündigung und hielt seine Gemeinde auf Kurs. Ich vergleiche sein Handeln mit huetigen pastoralen Leitungsmodellen und arbeite besonders den prophetischen Aspekt von Leitung heraus.


Das Buch kann bei BoD oder Amazon oder auch in jedem Buchhandel für günstige 9,90€ versandkostenfrei bestellt werden. Außerdem erscheint bald eine eBook-Ausgabe.
Ich danke dem Oncken-Archiv Elstal, die das Buch als Band 8 der renommierten Schritenreihen “Baptismus-Dokumentation” veröffentlicht haben.

 

 

Der pastorale Leiter als Prophet

Geschafft! Im August habe ich mein nebenberufliches Studium absolviert. Der Titel meiner Masterarbeit lautet: Der pastorale Leiter als Prophet – Der Baptistenpastero Arnold Köster (1896-1960)im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die Arbeit wird demnächst hier veröffentlicht.

Hier gibt es schon mal vorab die Zusammenfassung:

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