Gute Wünsche zum Geburtstag (Apg 2,37-47): Letzte Predigt in meiner Gemeinde (Podcast)

… als angestellter Pastoralreferent.

Die letzte Predigt als Pastor in einer Gemeinde hat schon etwas Emotionales. Ich habe sie irgendwie anders vorbereitet. Nicht länger, nicht gründlicher, aber schon Wochen vorher habe ich mir Gedanken gemacht, was ich meiner Gemeinde noch mit auf den Weg geben möchte. Natürlich darf man die Wirkung einer Predigt nicht überschätzen – aber man darf sie auch nicht unterschätzen. Es kommt auf das Wirken des Heiligen Geites an, ob und wie das Wort Gottes einzelne Menschen oder eine Gemeinde insgesammt trifft, ermutigt, korrigiert und verändert.

Meine lezte Predigt in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Bergneustadt-Wiedenest hielt ich Pfingsten 2019. Da Pfingsten der Geburtstag der Kirche ist, habe ich fünf Geburtstagswünsche formuliert:

Gute Wünsche zum Geburtstag (Pfingsten 2019)
Apg 2,37-47

1. Einleitung: Pfingsten ist der Geburtstag der Gemeinde
2. Gottes Geist stiftet Gemeinschaft
3. Ich wünsche euch, dass …
I. … ihr mit dem wuchert, was Gott euch anvertraut hat
II. … nicht mehr so viel gemeckert wird/ihr euch nicht überfordert
III. … ihr eurem hohen Alter fit bleibt
IV. … ihr Gottes Wort treu bleibt
V. … ihr auf Jesus fokussiert bleibt
4. Conclusion: Frohe Pfingsten!

Gastbeitrag von Ulrich Müller: Verbeugung vor Arnold Köster

Ein Gastbeitrag von Ulrich Müller:

13. November 1933 im Berliner Sportpalast: Auf einer Versammlung der „Deutschen Christen“ fordert Gauobmann Reinhold Krause vor etwa 20.000 Zuhörern, das gesamte Alte Testament aus der Kirche zu verbannen. 500 Kilometer weiter südlich lebt und arbeitet dagegen ein Mann, der den ersten Teil der Bibel als hochaktuelle Lektüre empfindet. Gerade die prophetischen Schriften des Alten Testaments sind für ihn konkretes Wort des lebendigen Gottes in die aktuelle Zeit hinein. Dieses Reden Gottes schenkt ihm Orientierung und hilft ihm lange vor dem Anschluss Österreichs, die vom Nationalsozialismus vergiftete Epoche richtig einzuordnen und mit öffentlich geäußerter Kritik die ihm anvertrauten Menschen auf Kurs zu halten. So etwas nennt man die Gleichzeitigkeit des Ungleichen.

Der beherzte Kritiker des Nationalsozialismus war der Wiener Baptistenpastor Arnold Köster (1896-1960); ein Mann, der „prophetischen Widerstand“ lebte. Veit Claesberg, Pastoralreferent der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Wiedenest, hat diesen immer noch weitgehend unbekannten Widerständler zum Gegenstand seiner Abschlussarbeit in Christian Leadership gemacht. Für Die Gemeinde 10/2019 habe ich mich auf einer Seite mit seinem Buch “Der pastorale Leiter als Prophet” auseinandergesetzt.

Vom prophetischen Wort der Bibel her abgeleitet – meist in typologischer Auslegung – entlarvte Köster öffentlich in Predigten und Artikeln den nationalsozialistisch dominierten Zeitgeist. Deutlich prangerte er etwa die Judenverfolgung an. Kösters Widerstand blieb nicht nur bei Worten: Wie selbstverständlich taufte er auch Juden und schenkte ihnen in der Wiener Gemeinde Heimat. In der Gemeinde akzeptiert er weder Parteiabzeichen noch Judenstern. Mehrere Gestapo-Verhöre waren die Folge dieses Widerstands.

Claesberg arbeitet sehr überzeugend heraus, wie Köster unter risikoreichen Bedingungen prophetisches Leitungshandeln lebte. Er konnte seine Gemeinde durch die Auslegung von prophetischen Texten und anhand biblischer Orientierungsmaßstäbe durch schwierige Zeiten steuern. Damit ist Köster ein Vorbild für heutige Verantwortungsträger. Veit Claesbergs Buch ordnet Kösters Handeln nachvollziehbar aus seinem Bibel- und Leitungsverständnis ab und kontrastiert sein Verhalten mit dem Kurs des „offiziellen“ Baptismus, dem die Maßstäbe damals leider etwas verrutschten – was Kösters Haltung umso beeindruckender macht.

Es stimmt nachdenklich, anhand von Claesbergs Analysen nachvollziehen zu können, wie die Bibelkenntnis bei Köster zu einer Einordnungskompetenz führt: „Das prophetische Wort […] bewahrt mich davor, meine Hoffnung auf Erlösungsprogramme irdischer Größen zu setzen“. Köster wirkt im Rückblick tatsächlich, Claesberg bringt es treffend auf den Punkt, selbst wie ein alttestamentlicher Prophet. Nach Stalingrad kommt es ihm auch so vor, als sitze er wie Jeremia „auf den Trümmern Jerusalems“.

Die Lektüre von Claesbergs Buch lohnt sich insbesondere für Leiter. Kösters Beispiel motiviert, Gottes zeitgebunden gesprochenes Wort mutig und konkret auch auf aktuelle Situationen anzuwenden. Claesberg macht klugerweise aber auch die Gefahren allzu naiver Übertragung biblischer Texte in das Hier und Jetzt deutlich.

Hier die technischen Daten: Veit Claesberg: Der pastorale Leiter als Prophet: Der Baptistenpastor Arnold Köster (1896-1960) im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Baptismus-Dokumentation Band 8, herausgegeben vom Oncken-Archiv Elstal, Norderstedt 2018.  ISBN: 9783748117155, Paperback, 276 Seiten, 9,90 €

Quelle: http://ulrichmueller.blogspot.com/2019/05/verbeugung-vor-arnold-koster.html

Wie du deine Gemeinde kaputt machen kannst


In einem schon im April 2018 erschienenen Artikel auf churchleaders.com, schreibt Tejado Hanchell, was man heute tun muss, um seine Gemeinde kaputt zu kriegen (Church Members, Here Are 10 Ways to KILL Your Church). Er richtet sich damit an jedes Mitglied einer Gemeinde. Tejado wurde inspiriert von einem Artikel aus dem Jahr 1959 und datete ihn für heute up.

Er nennt 10 Verhaltensweisen, um die eigene Kirche kapputt zu machen:

1. Komm nicht mehr in den Gottesdienst
2. Wenn du noch kommst, siehe zu, dass du zu spät oder auf die letzte Minute kommst
3. Komm nur bei gutem Wetter, bzw. wenn es dir gut geht in deinem Leben
4. Finde den Fehler und das Problem – in allem und bei jedem
5. Übernimm niemals die Leitung und übernimm niemals Verantwortung
6. Wenn du doch mal leiten wolltest, wurdest aber nicht gewählt, dann lass das deutlich raushängen
7. Sage niemals im Meeting deine ehrliche Meinung – warte damit – bis nach dem Meeting
8. Tu nicht mehr für deine Gemeinde als absolut notwendig ist
9. Spende eher sparsam als großzügig
10. Kümmere dich nicht um kirchenferne Menschen

Stimmt, würde ich sagen. Ich kenne aber sehr viele Geschwister, die anders mit ihrer Gemeinde umgehen.

New Episode and Script: Mark 3:14-18: Jesus calls us to be with him

This sermon was delivered from in English by a German and was translated into Burmese. So try it and excuse our simple English.

To be called by Jesus (Mark 3:14-18)
To be a follower of Jesus means first of all to be with Jesus, and only then to preach and act in his authority. What does it mean and how can it be possible to stay close to Jesus?

A. Me: An impressive biblical passage
B. We: As a church we built on the foundation of the apostles and prophets …
C. God: Jesus …
1. … calls people as followers
2. … shapes followers
3. … sends followers
4. … and what a crazy group of people?
D. You: Jesus calls you, shapes you and send you
E. We: Together as a church of crazy people on a mission
Prayer

Rezension und Zitate: Harmlos. Kraftlos. Ziellos. Die Krise der Predigt und wie wir sie überwinden

Eickhoff, Klaus 2009. Harmlos, Kraftlos, Ziellos. Die Krise der Predigt – und wie wir sie überwinden. Witten: R. Brockhaus im SCM-Verlag.

Pfarrer Klaus Eickhoff hat ein Buch zur Krise der Predigt geschrieben. 460 Seiten sind es geworden und es ist gleichzeitig seine Doktorarbeit. Wie man von ihm erwartet, ist es recht deutlich, manchmal polemisch und auf jeden Fall sehr anregend. Sein Blick richtet sich eher auf die Volkskirche, aber Freikirchlier profitieren auch sehr von dem Buch. Es ist ein Buch, das Verkündiger für ihre eigene Verkündigung inspiriert.

  • In Teil 1 behandelt er die Wahrnehmung zur Situation der Predigt: Der Anspruch, Die Wirklichkeit, Die Nöte hinter der Wirklichkeit.
  • In Teil 2 geht es um den biblischen Befund zum Predigen: Die Sendungen Gottes, Das Ziel der Sendung Jesu: Um Gottes Willen Verlorene Retten, Biblische Verkündigung im Zeichen der Sendung.
  • Der 3. Teil ist dann eine Folgerung: Predigen als Sammlung zur Sendung. Eickhoff plädiert für einen erneuerten Predigtdienst, für Predigt als Segnungsrede und für das sendungsorientierte Predigen.

Eickhoff schreibt viel über die Predigt, aber sein Buch enthält auch viele Anregungen zum Gemeindeaufbau und zur gabenorientierten Mitarbeiterführung. Das Buch ist bissig, aufrüttelnd und inspirierend.

Ich habe im Anhang die für mich wichtigsten Zitate festgehalten:

Predigtkonzept: Nehemia 1 (Einführungspredigt des Jugendreferenten)

Einführungspredigt für M. / vorbildlich: Nehemia
Nehemia 1,1-2,10

Ich gebe M. Impulse für seinen Dienst in der Gemeinde mit, die gleichzeitig und exemplarisch für alle Jünger im Reich Gottes inspirierend sind.

A. Einleitung
B. Hintergrund und historischer Kontext zu Nehemia
1. Sei betroffen und zeige es! / Neh 1,1-10
2. Sei mutig und provoziere Gelegenheiten! / Neh 1,11-2,1-4
3. Gewinne ein Zukunftsbild und bete dafür! / Neh 2,5-10
Exkurs: Deine Familie
C. Conclusion

Gibt es auch als Podcast-Episode.