Der pastorale Leiter als Prophet

Geschafft! Im August habe ich mein nebenberufliches Studium absolviert. Der Titel meiner Masterarbeit lautet: Der pastorale Leiter als Prophet – Der Baptistenpastero Arnold Köster (1896-1960)im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die Arbeit wird demnächst hier veröffentlicht.

Hier gibt es schon mal vorab die Zusammenfassung:

Keller: Führungsprinzipien für die Entwicklung wachsender Gemeinden / Leadership And Church Size Dynamics

Below you will find a very good article by Tim Keller, about church size dynamic and leadership. The effect of the size of a church is much more important than we think. It defines the culture.

pdf: Tim Keller – Leadership And Church Size Dynamics

Zum Glück gibt es christliche Kirchen und Gemeinden in Deutschland die wachsen. Wachstum ist in erster Linie Segen Gottes. Als Leiter sind wir aufgefordert dieses Wachstum zu steuern, zu fördern und zu begleiten. Tim Keller – Pastor in den USA – hat einen genialen Artikel dazu geschrieben, der sogar weiter veröffentlicht werden darf. Er ist in Englisch und hängt an.
Kurz zusammengefasst macht Keller deutlich, dass die Größe die Kultur einer Gemeinde viel stärker besimmt, als viele annehmen. Die “Kultur der Größe” ist bestimmend, manchmal mehr als die konfessionelle Kultur. Es kann daher sinnvoll sein, beim Wachstum gewissen Veränderungen als Leitung einzuleiten.
Der Artikel ist auch von Lothar Krauss ins Deutsche übersetzt worden: http://der-leiterblog.de/2014/10/21/tim-keller-fuhrungsprinzipien-zusammenfassung-als-pdf/

Mm5: Verabschiedung vom South East Asia Bible College

Heute war mein letzter Unterrichtstag am South-East-Asia Bible College Yangon (Yuzana Garden City). Ich habe 16h “Christian Leadership” unterrichtet.

Ich bin von der Schule sehr beeindruckt. Was hier seit 2002 geschaffen wurde ist das Ergebnis einer echten Vision und Gott hat diesen Plan gesegnet. In einem vierjährigen Studium schließen die Studenten auf der Ebene eines Bachelor of Theologie ab. Das Prinzip der Schule ist die Finanzierung aus Glauben. Also ähnlich wie bei George Müller oder Hudson Taylor.
Studenten kommen aus dem ganzen Land. Sie sprechen die Sprache ihres Heimatstammes und die Sprache Myanmars: Birmanesisch. Zusätzlich lernen sie hier noch Englisch. Sie gehen dann zurück und können das Evangelium direkt in ihrer Heimatsprache verkündigen.
Normalerweise müssen sie für das College 7 USD pro Monat zahlen, aber nur ein Handvoll Schüler kann sich das überhaupt leisten. Darin ist Unterkunft (4-Bett-Zimmer) und Verpflegung enthalten. Einige zahlen 5 USD, die meisten 3 USD und manche können den Schulbeitrag überhaupt nicht aufbringen. In den ländlichen Gebieten Myanmars verdienen die Leute laut meinen Gastgebern 10 USD im Monat. Allein die Anreise zur Schule kostet für viele Studenten locker 50 USD. Das wären ja allein schon 5 Monatsverdienste (der Eltern). Auch ein Gymnasiallehrer verdient laut meinem Reiseführer nur 90-100 USD im Monat. Davon muss dann das Leben bezahlt werden. Als Deutscher fragt man sich wie das überhaupt funktionieren kann. Aber es funktioniert “by the grace of the Lord”, wie man hier zu sagen plegt – und man glaubt und erlebt es auch.
Die Schüler gehen nach der Ausbildung wieder zurück in ihre Heimatgemeinden und dienen dort. Bezahlt werden sie dafür in der Regel nicht. Sie arbeiten dann noch nebenbei. Oft sind gerade die Christen in Myanmar so arm, dass die Gemeinde den Full-Time-Worker einfach nicht bezahlen kann. In Städten und größeren Gemeinden ist Vergütung aber durchaus üblich.
Auf jeden Fall hat man sich super gefreut, dass ich da war. Die Schüler haben den Unterricht angeblich genossen, was mich ermutigt. Ich war etwas früher mit dem Stoff durch. Das lag daran, dass die hier in 60 min pro Schulstunde rechnen und dass ich einiges vom Stoff (besonders die deutschen Beispiele) nicht immer in den hiesigen Kontext transportieren konnte. Auf der anderen Seite hat die Übersetzung natürlich auch Zeit gekostet. Aber es waren letztlich nur 90min, die mir fehlten. Die habe ich genutzt, um noch über die Wichtigkeit von guten Taten und Verkündigung (Social Evangelism) zu sprechen, die wir in Deutschland ja gerade wieder entdecken. Und zum Schluss haben wir noch das Lied “Take me” gelernt. Ein Lied für Leiter, wie ich finde. Dann habe ich 30min früher aufgehört. Das finden Schüler überall auf der Welt gut;-).
Der Präsident der Schule zeigte sich sehr dankbar, dass die EFG Wiedenest den Unterricht möglich gemacht hat.
Und die Mädels wollten unbedingt ein paar exclusiv Fotos mit meinem Sohn;-), der mit 15 viel jünger ist, aber deutlich größer… and “so cute”.

Die Schule hat seit ca. 2 Monaten auch eine Website. Das Internet in Myanmar ist allerdings dermaßen langsam, dass man schon mal die Krise kriegen kann. Die Seite wird aus den USA betrieben.

Samstag machen wir etwas Sightseeing und am Sonntag gibt es noch eine Predigt. Am Montag geht es dann via Bangock und Wien zurück über Köln nach Bergneustadt. Ich freue mich schon auf “keinen Reis mehr” und deutsches Brot. Und auf meine Gemeinde.

Mm4: Unterricht am South-East-Asia Bible College Yangon

Am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag dieser Woche unterrichte ich das Fach “Christian Leadership” am South-East-Asia Bible College. Dieses College ist Teil des Brethren Movement in Myanmar. Es steht aber natürlich allen Konfessionen offen. Es wurde 2002 von Kap Chang Tan gegründet und hat momentan ca. 60 Studenten aus über 20 ethnischen Gruppen. Die Studenten sind zwischen 16-22 Jahre alt. Sie lassen sich in vier Jahren für den hauptberuflichen Dienst in ihren Heimatgemeinden ausbilden (wobei das hier nicht unbedingt die Bezahlung mit einschießt). Eine großartige Arbeit, wie ich finde und eine großartige Vision von Kap.

Der Unterricht findet oft in Birmanesisch und manchmal in Englisch statt. Ich werde vom Englischen ins Birmanesische übersetzt.
Im Rahmen des Schul-Gottesdienst sollte ich spontan predigen und habe viele Grüße aus der EFG Wiedenest, der Arbeitsgemeinschaft des deutschen Brethren Movement und der BTA Wiedenest bestellt.

Die Hauptschwierigkeit beim Unterrichten liegt für mich in der kulturellen Unterschiedlichkeit. Was an christlicher Leiterschaft, wie wir sie verstehen, ist wirklich biblisch gedeckt und was ist einfach nur deutsch oder westlich? Welche Beispiele aus Deutschland sind anwendbar? Wie ist überhaupt Leitung und z.B. ehrenamtliche Mitarbeit definiert, wenn in einem Land eine super hohe Arbeitslosigkeit herrscht? Das sind die spannenden Frage. Ich versuche die Meta-Ebene einzuhalten und habe mein Thema so genannt: Love-driven servant Leadership.
Mein erster Eindruck ist, dass die Studenten mit dem Stoff was anfangen können, auch wenn bei der Übersetzung ins Englische aus dem Deutschen und dann ins Birmanesische einiges auf der Strecke bleibt. Oder positiv ausgedrückt: nur die wirklich wichtigen Kernsachen kommen rüber. Meine Skripte werden also deutlich dünner und durch die Übersetzung kommt das dann zeitlich ungefähr hin. Bis jetzt.

Ansonsten werden hier die Klassen 2+3 und 1+4 zusammen unterrichtet, weil es nur zwei Klassenräume gibt. Dazu gibt es noch einen Saal in dem die Gottesdienste stattfinden, einen Essenssaal und zwei Schlafetagen. Das ist der Campus. Die Bibliothek hat ca. 2000 Bände, meist englische Bücher, da es kaum gute christliche Literatur in birmanesischer Sprache gibt. Interessant ist das aufschlagen von Bibelversen im Unterricht. Die Verse werden immer gemeinsam laut vorgelesen. Der Lehrer zählt an und dann liest die ganze Klasse laut – jeder aus seiner eigenen Bibel – vor.