Themtatisches Konzept: Bewegende Fragen

Eine einfache Themenreihe für Gottesdienste mit relevanten Fragen des Lebens, aus dem Jahr 2016: Konzept_2.Predigtreihe 2016_Bewegende Fragen_final

Die Serie „Bewegende Fragen“ kann man größtenteils im Gemeindepodcast der EFG Wiedenest nachhören.

Wenn Männer sich zurückziehen (Predigtkonzept)

Diese Predigt gibt es auch als Audio.

In der Beschreibung zum Buch „Warum Männer nicht zum Gottesdienst gehen“ von David Murrow heißt es: „Es ist Sonntagmorgen. Wo sind die Männer? Fußball? Heimwerken und Rasen mähen? Computer? Hobbys? Beruf und Arbeit? Überall findet man Männer, nur nicht im Gottesdienst! Im Gottesdienst und in den Gemeinden sieht man überproportional viele Frauen. Männer sind die größte Menschengruppe, die nicht mit dem Evangelium erreicht wird. Woran liegt das? Warum werden Männer nicht von der Kirche erreicht? Ist Veränderung möglich? Dieses Buch ist eine präzise Analyse und eine praktische Ermutigung. Ein Buch, das Augen öffnet. Und: Es will nicht die Männer ändern, sondern die Kirche!“
Viele Männer sind gerade in der Lebensmitte stark gefordert durch Beruf und Familie, sodass kaum noch Zeit und Kraft für Anderes bleibt. Die Folge: Männer ziehen sich zurück, geben Verantwortung ab, überlassen das Feld Anderen. Wie kann ich als Mann neu meinen Platz in der Gemeinde finden? Wie kann ich neu geistliche Verantwortung übernehmen für meine Familie und in der Gemeinde?

1. Einleitung
2. Eine angebliche Problematik: Mann & Gemeinde
3. Unsere Situation in der EFG Wiedenest
4. Achtung: hirtendienstliche und evangelistische Aspekte
5. Die Herausforderung annehmen: Jesus folgen!

Rezension: Das ganze Evangelium für die ganze Stadt (Axel Nehlsen)

Nehlsen, Axel 2019. Das ganze Evangelium für die ganze Stadt. Berliner theologische Entwicklungen. MatMil & Kollegen Buch- und Medienherstellung GbR.

Pfarrer Axel Nehlsen legt ein Buch über die Arbeit von „Gemeinsam für Berlin“ vor, dem Netzwerk, für das er bis zu seinem Ruhestand 2016 tätig war. Das Buch hat 18 kurze Kapitel, die von der Entstehung und der Entwicklung dieses christlichen Netzwerkes in Berlin handeln.

Nehlsen schreibt über die christliche Situation und die kirchliche Szene in Berlin, die besonders durch den Mauerfall beeinflusst ist. Er gibt Einblicke in theologische Überlegungen, die Vorbilder des Netzwerkes, seine Struktur und konkrete Weichenstellungen in seiner Entwicklung und viele wertvolle Lernerfahrungen.

Das Buch ist eine Inspiration für ähnliche Netzwerke in anderen Städten und eine Ermutigung für alle christlichen Leiter, die immer wieder um die Einheit der Gemeinde Jesu ringen.

Einige mir wichtige Zitate:

In Bezug auf Finanzen, Sicherheit und Glaubensschritte:
„Beides, Glaubensrisiko und Sicherheitsdenken, kann in wechselnden Situationen mit unterschiedlichen Verantwortlichen das jeweils Richtige sein. Hier ist jeder Pionier, jede Pionierin und jedes Leitungsgremium selbst herausgefordert, das eigene Maß des Glaubens, der Risikobereitschaft beziehungsweise der Absicherung und Vorsicht zu finden“ (:28).
„Die Leitung eines Werks muss das je eigene Maß des Glaubens für ihre Risikobereitschaft beziehungsweise Absicherung finden. Dennoch sind wir laut Römer 12,2 zu ständigen Lern- und Veränderungsbereitschaft herausgefordert. Der bleibende Auftrag, die sich wandelnde Situation und die wechselnden Ressourcen müssen immer neu dynamisch in Beziehung zueinander gesetzt werden“ (:34).

Zur Komplexität einer Stadt:
„Die Stadt und der Leib Christi sind ein komplexes, lebendiges System, das nicht mit unseren herkömmlichen eher mechanisierten Werkzeugen zu erfassen ist. Es ist hoch komplex, eben weil es ein lebendiger Organismus ist und nicht in die kirchlichen Organisations-Muster passt“ (:47).

Zum Selbstverständnis des Netzwerkes:
„Nicht Gemeinsam für Berlin ist das Netzwerk, das alles abdecken muss und alle vereint, sondern wir sind ein Teil eines größeren Netzwerkes in der Stadt und darüber hinaus. Wir müssen nicht alle erreichen und können es auch nicht; aber wir können mit einigen Innovatoren beginnen und dann versuchen andere zu gewinnen. Die Stadt ist als komplexes System zu sehen, in dem Gott schon am Werk ist. Unsere Aufgabe ist es, zusammen mit anderen die richtigen Ansatzpunkte oder „Hebel“ zu finden, um die Stadt oder Teile von ihr im Sinne des Evangeliums zu verändern. Hier lernen wir vom Konzept des Living Systems Ministry unserer Partner in Boston“ (:90)
„Während die beiden Großkirchen und die meisten Freikirchen in Berlin wie in anderen deutschen Großstädten kontinuierlich schrumpfen, entstehen neue Gemeinden, Projekte und Dienste als eine Art Graswurzelbewegung. Besonders die dynamische Lebendigkeit der wachsenden Zahl der Migrationskirchen und das kreative missionale Potential von Gemeindegründungen und anderen Diensten machen Mut und Hoffnung für die Zukunft“ (:91).

Zu den Begabungen eines Leiters:
„Ein breites Spektrum von Gaben und Aufgaben erfordert ein ebensolches Spektrum an Gaben und Fähigkeiten. Ich nenne es das Charisma des Generalisten, der leitet, moderiert, zusammenführt. Meine dritte und letzte Dienstphase bei Gemeinsam für Berlin war eine präzise Platzanweisung Gottes, in der Gaben und Neigungen weitgehend mit den tatsächlichen Aufgaben übereinstimmten“ (:101).

Zur christlichen Einheit:
„Neben dem Eins-Werden seiner Leute sind die großen Städte eine andere Passion Gottes. Nun mag man sich fragen: Liebt den Gott Städte mehr als Dörfer? Mich überzeugt eine schlichte Einsicht am meisten: Gott liebt Städte, weil er Menschen liebt. Und große Städte sind eben besonders voll von Menschen, die Gott so sehr liebt. Eine Definition der Großstadt lautet: Hier leben besonders viele Menschen in besonders großer Dichte und in besonders bunter Vielfalt, als Diversität. Wohl deshalb sind die Großstädte seit biblischen Zeiten besonders im Fokus der Liebe Gottes: Babylon, Ninive, …. Deshalb wirkt Gott auch heutzutage weltweit … Und deshalb leidet Gott auch an der nonchalanten Gottvergessenheit der Berliner genauso wie an ihrem (nicht allzu verbreiteten) aggressiven Atheismus und ihrer religiösen Unempfänglichkeit“ (:114).

Vision für Berlin: „Ein lebendiger Mischwald“
„Gottes Reich in der Stadt wird in den nächsten Jahrzehnten immer mehr zu einem zwar unübersichtlichen, aber sehr lebendigen Mischwald werden: Die großen alten Kirchenbäume (evangelische und katholische Kirche, aber auch klassische Freikirchen) schlagen neu aus – oder sterben ab und machen damit Platz für neues Leben. Dazwischen gibt es eine lebendige, bunte Vielfalt von mittelgroßen Bäumen und Sträuchern, teils exotischer Herkunft (neue Gemeindegründungen und Migrationskirchen). Am Boden wachsen viele neue Graswurzelinitiativen, die manche zunächst für Unkraut halten mögen. Aber sie sind Anzeichen für neues Leben, das von der Basis her aufwächst. Sie sind innovativ und ungewohnt in ihren Ausdrucksformen, produktiv in ihren Früchten. Sie werden den ganzen christlichen Wald ‚von unter her aufmischen‘.“ (:121)  hier ist m.E. noch zu erwähnen, dass von den Graswurzelinitiativen sicher auch etliche wieder eingehen werden.

Wie du deine Gemeinde kaputt machen kannst


In einem schon im April 2018 erschienenen Artikel auf churchleaders.com, schreibt Tejado Hanchell, was man heute tun muss, um seine Gemeinde kaputt zu kriegen (Church Members, Here Are 10 Ways to KILL Your Church). Er richtet sich damit an jedes Mitglied einer Gemeinde. Tejado wurde inspiriert von einem Artikel aus dem Jahr 1959 und datete ihn für heute up.

Er nennt 10 Verhaltensweisen, um die eigene Kirche kapputt zu machen:

1. Komm nicht mehr in den Gottesdienst
2. Wenn du noch kommst, siehe zu, dass du zu spät oder auf die letzte Minute kommst
3. Komm nur bei gutem Wetter, bzw. wenn es dir gut geht in deinem Leben
4. Finde den Fehler und das Problem – in allem und bei jedem
5. Übernimm niemals die Leitung und übernimm niemals Verantwortung
6. Wenn du doch mal leiten wolltest, wurdest aber nicht gewählt, dann lass das deutlich raushängen
7. Sage niemals im Meeting deine ehrliche Meinung – warte damit – bis nach dem Meeting
8. Tu nicht mehr für deine Gemeinde als absolut notwendig ist
9. Spende eher sparsam als großzügig
10. Kümmere dich nicht um kirchenferne Menschen

Stimmt, würde ich sagen. Ich kenne aber sehr viele Geschwister, die anders mit ihrer Gemeinde umgehen.

Rezension und Zitate: Harmlos. Kraftlos. Ziellos. Die Krise der Predigt und wie wir sie überwinden

Eickhoff, Klaus 2009. Harmlos, Kraftlos, Ziellos. Die Krise der Predigt – und wie wir sie überwinden. Witten: R. Brockhaus im SCM-Verlag.

Pfarrer Klaus Eickhoff hat ein Buch zur Krise der Predigt geschrieben. 460 Seiten sind es geworden und es ist gleichzeitig seine Doktorarbeit. Wie man von ihm erwartet, ist es recht deutlich, manchmal polemisch und auf jeden Fall sehr anregend. Sein Blick richtet sich eher auf die Volkskirche, aber Freikirchlier profitieren auch sehr von dem Buch. Es ist ein Buch, das Verkündiger für ihre eigene Verkündigung inspiriert.

  • In Teil 1 behandelt er die Wahrnehmung zur Situation der Predigt: Der Anspruch, Die Wirklichkeit, Die Nöte hinter der Wirklichkeit.
  • In Teil 2 geht es um den biblischen Befund zum Predigen: Die Sendungen Gottes, Das Ziel der Sendung Jesu: Um Gottes Willen Verlorene Retten, Biblische Verkündigung im Zeichen der Sendung.
  • Der 3. Teil ist dann eine Folgerung: Predigen als Sammlung zur Sendung. Eickhoff plädiert für einen erneuerten Predigtdienst, für Predigt als Segnungsrede und für das sendungsorientierte Predigen.

Eickhoff schreibt viel über die Predigt, aber sein Buch enthält auch viele Anregungen zum Gemeindeaufbau und zur gabenorientierten Mitarbeiterführung. Das Buch ist bissig, aufrüttelnd und inspirierend.

Ich habe im Anhang die für mich wichtigsten Zitate festgehalten: