Rezension: Das ganze Evangelium für die ganze Stadt (Axel Nehlsen)

Nehlsen, Axel 2019. Das ganze Evangelium für die ganze Stadt. Berliner theologische Entwicklungen. MatMil & Kollegen Buch- und Medienherstellung GbR.

Pfarrer Axel Nehlsen legt ein Buch über die Arbeit von „Gemeinsam für Berlin“ vor, dem Netzwerk, für das er bis zu seinem Ruhestand 2016 tätig war. Das Buch hat 18 kurze Kapitel, die von der Entstehung und der Entwicklung dieses christlichen Netzwerkes in Berlin handeln.

Nehlsen schreibt über die christliche Situation und die kirchliche Szene in Berlin, die besonders durch den Mauerfall beeinflusst ist. Er gibt Einblicke in theologische Überlegungen, die Vorbilder des Netzwerkes, seine Struktur und konkrete Weichenstellungen in seiner Entwicklung und viele wertvolle Lernerfahrungen.

Das Buch ist eine Inspiration für ähnliche Netzwerke in anderen Städten und eine Ermutigung für alle christlichen Leiter, die immer wieder um die Einheit der Gemeinde Jesu ringen.

Einige mir wichtige Zitate:

In Bezug auf Finanzen, Sicherheit und Glaubensschritte:
„Beides, Glaubensrisiko und Sicherheitsdenken, kann in wechselnden Situationen mit unterschiedlichen Verantwortlichen das jeweils Richtige sein. Hier ist jeder Pionier, jede Pionierin und jedes Leitungsgremium selbst herausgefordert, das eigene Maß des Glaubens, der Risikobereitschaft beziehungsweise der Absicherung und Vorsicht zu finden“ (:28).
„Die Leitung eines Werks muss das je eigene Maß des Glaubens für ihre Risikobereitschaft beziehungsweise Absicherung finden. Dennoch sind wir laut Römer 12,2 zu ständigen Lern- und Veränderungsbereitschaft herausgefordert. Der bleibende Auftrag, die sich wandelnde Situation und die wechselnden Ressourcen müssen immer neu dynamisch in Beziehung zueinander gesetzt werden“ (:34).

Zur Komplexität einer Stadt:
„Die Stadt und der Leib Christi sind ein komplexes, lebendiges System, das nicht mit unseren herkömmlichen eher mechanisierten Werkzeugen zu erfassen ist. Es ist hoch komplex, eben weil es ein lebendiger Organismus ist und nicht in die kirchlichen Organisations-Muster passt“ (:47).

Zum Selbstverständnis des Netzwerkes:
„Nicht Gemeinsam für Berlin ist das Netzwerk, das alles abdecken muss und alle vereint, sondern wir sind ein Teil eines größeren Netzwerkes in der Stadt und darüber hinaus. Wir müssen nicht alle erreichen und können es auch nicht; aber wir können mit einigen Innovatoren beginnen und dann versuchen andere zu gewinnen. Die Stadt ist als komplexes System zu sehen, in dem Gott schon am Werk ist. Unsere Aufgabe ist es, zusammen mit anderen die richtigen Ansatzpunkte oder „Hebel“ zu finden, um die Stadt oder Teile von ihr im Sinne des Evangeliums zu verändern. Hier lernen wir vom Konzept des Living Systems Ministry unserer Partner in Boston“ (:90)
„Während die beiden Großkirchen und die meisten Freikirchen in Berlin wie in anderen deutschen Großstädten kontinuierlich schrumpfen, entstehen neue Gemeinden, Projekte und Dienste als eine Art Graswurzelbewegung. Besonders die dynamische Lebendigkeit der wachsenden Zahl der Migrationskirchen und das kreative missionale Potential von Gemeindegründungen und anderen Diensten machen Mut und Hoffnung für die Zukunft“ (:91).

Zu den Begabungen eines Leiters:
„Ein breites Spektrum von Gaben und Aufgaben erfordert ein ebensolches Spektrum an Gaben und Fähigkeiten. Ich nenne es das Charisma des Generalisten, der leitet, moderiert, zusammenführt. Meine dritte und letzte Dienstphase bei Gemeinsam für Berlin war eine präzise Platzanweisung Gottes, in der Gaben und Neigungen weitgehend mit den tatsächlichen Aufgaben übereinstimmten“ (:101).

Zur christlichen Einheit:
„Neben dem Eins-Werden seiner Leute sind die großen Städte eine andere Passion Gottes. Nun mag man sich fragen: Liebt den Gott Städte mehr als Dörfer? Mich überzeugt eine schlichte Einsicht am meisten: Gott liebt Städte, weil er Menschen liebt. Und große Städte sind eben besonders voll von Menschen, die Gott so sehr liebt. Eine Definition der Großstadt lautet: Hier leben besonders viele Menschen in besonders großer Dichte und in besonders bunter Vielfalt, als Diversität. Wohl deshalb sind die Großstädte seit biblischen Zeiten besonders im Fokus der Liebe Gottes: Babylon, Ninive, …. Deshalb wirkt Gott auch heutzutage weltweit … Und deshalb leidet Gott auch an der nonchalanten Gottvergessenheit der Berliner genauso wie an ihrem (nicht allzu verbreiteten) aggressiven Atheismus und ihrer religiösen Unempfänglichkeit“ (:114).

Vision für Berlin: „Ein lebendiger Mischwald“
„Gottes Reich in der Stadt wird in den nächsten Jahrzehnten immer mehr zu einem zwar unübersichtlichen, aber sehr lebendigen Mischwald werden: Die großen alten Kirchenbäume (evangelische und katholische Kirche, aber auch klassische Freikirchen) schlagen neu aus – oder sterben ab und machen damit Platz für neues Leben. Dazwischen gibt es eine lebendige, bunte Vielfalt von mittelgroßen Bäumen und Sträuchern, teils exotischer Herkunft (neue Gemeindegründungen und Migrationskirchen). Am Boden wachsen viele neue Graswurzelinitiativen, die manche zunächst für Unkraut halten mögen. Aber sie sind Anzeichen für neues Leben, das von der Basis her aufwächst. Sie sind innovativ und ungewohnt in ihren Ausdrucksformen, produktiv in ihren Früchten. Sie werden den ganzen christlichen Wald ‚von unter her aufmischen‘.“ (:121)  hier ist m.E. noch zu erwähnen, dass von den Graswurzelinitiativen sicher auch etliche wieder eingehen werden.

Wie du deine Gemeinde kaputt machen kannst


In einem schon im April 2018 erschienenen Artikel auf churchleaders.com, schreibt Tejado Hanchell, was man heute tun muss, um seine Gemeinde kaputt zu kriegen (Church Members, Here Are 10 Ways to KILL Your Church). Er richtet sich damit an jedes Mitglied einer Gemeinde. Tejado wurde inspiriert von einem Artikel aus dem Jahr 1959 und datete ihn für heute up.

Er nennt 10 Verhaltensweisen, um die eigene Kirche kapputt zu machen:

1. Komm nicht mehr in den Gottesdienst
2. Wenn du noch kommst, siehe zu, dass du zu spät oder auf die letzte Minute kommst
3. Komm nur bei gutem Wetter, bzw. wenn es dir gut geht in deinem Leben
4. Finde den Fehler und das Problem – in allem und bei jedem
5. Übernimm niemals die Leitung und übernimm niemals Verantwortung
6. Wenn du doch mal leiten wolltest, wurdest aber nicht gewählt, dann lass das deutlich raushängen
7. Sage niemals im Meeting deine ehrliche Meinung – warte damit – bis nach dem Meeting
8. Tu nicht mehr für deine Gemeinde als absolut notwendig ist
9. Spende eher sparsam als großzügig
10. Kümmere dich nicht um kirchenferne Menschen

Stimmt, würde ich sagen. Ich kenne aber sehr viele Geschwister, die anders mit ihrer Gemeinde umgehen.

Rezension und Zitate: Harmlos. Kraftlos. Ziellos. Die Krise der Predigt und wie wir sie überwinden

Eickhoff, Klaus 2009. Harmlos, Kraftlos, Ziellos. Die Krise der Predigt – und wie wir sie überwinden. Witten: R. Brockhaus im SCM-Verlag.

Pfarrer Klaus Eickhoff hat ein Buch zur Krise der Predigt geschrieben. 460 Seiten sind es geworden und es ist gleichzeitig seine Doktorarbeit. Wie man von ihm erwartet, ist es recht deutlich, manchmal polemisch und auf jeden Fall sehr anregend. Sein Blick richtet sich eher auf die Volkskirche, aber Freikirchlier profitieren auch sehr von dem Buch. Es ist ein Buch, das Verkündiger für ihre eigene Verkündigung inspiriert.

  • In Teil 1 behandelt er die Wahrnehmung zur Situation der Predigt: Der Anspruch, Die Wirklichkeit, Die Nöte hinter der Wirklichkeit.
  • In Teil 2 geht es um den biblischen Befund zum Predigen: Die Sendungen Gottes, Das Ziel der Sendung Jesu: Um Gottes Willen Verlorene Retten, Biblische Verkündigung im Zeichen der Sendung.
  • Der 3. Teil ist dann eine Folgerung: Predigen als Sammlung zur Sendung. Eickhoff plädiert für einen erneuerten Predigtdienst, für Predigt als Segnungsrede und für das sendungsorientierte Predigen.

Eickhoff schreibt viel über die Predigt, aber sein Buch enthält auch viele Anregungen zum Gemeindeaufbau und zur gabenorientierten Mitarbeiterführung. Das Buch ist bissig, aufrüttelnd und inspirierend.

Ich habe im Anhang die für mich wichtigsten Zitate festgehalten:

10 Argumente warum effektive regelmäßige Meetings die Kirche nach vorne bringen

Immer wieder muss ich Menschen im Rahmen der Gemeindearbeit überzeugen, dass offizielle Teamtreffen (Meetings) wichtig sind und regelmäßig stattfinden müssen. In einem Buch über Teamerbeit habe ich gelesen, dass Meetings den Herzschlag jedes Teams ausdrücken. Das ist längst nicht jedem bewußt. Das hat mich zu diesem kurzen Artikel veranlasst.
Ich stehe auf Meetings. Ich halte sie im Rahmen der Gemeindearbeit – egal ob sie im hauptberuflichen oder nebenberuflichen Rahmen stattfinden – für eine der effektivsten Arbeitsformen, um die Entwicklung der Kirche oder einer Organisation zu gestalten. Wichtig ist, dass sie einer Tagesordnung folgen und gut moderiert sind – sonst sind sie lähmend und oft Zeitverschwendung. Aber das kann man ja vermeiden.
Und auch die Arbeitsweise ist erstmal zweitrangig. Man kann ein Meeting agil oder mit starker und vorbereiteter Sitzungsleitung aufziehen. Wichtig ist, dass der Wille zur Teamarbeit da ist und die Vision herrscht:
Mit unserem Treffen hier, werden wir das Reich Gottes mitbauen.
Denn warum sollst, sollte man sich im Rahmen der Gemeinde zum Arbeiten treffen?!

Hier einmal ein 10 Argumente für Meetings:

  1. Meetings sind die Lagerfeuerzeiten des Teams
    Das Team kommt zusammen, begegnet sich, tauscht sich aus, erlebt Gemeinschaft, arbeitet an Probleme und Lösungen und trifft sich mit und vor Gott.
  2. Meetings sind Entscheidungs- und Lösungsorte
    Anfragen, Probleme, Erkenntnisse und Entscheidungen werden für das nächste Meeting auf die Tagesordnung geschrieben und dann angegangen. Nicht vorher. Oft wird im Rahmen der Gmeindearbeit von Leuten sofort eine Lösung verlangt. Das ist nicht nötig, sondern man kann sie beim nächsten Team-Treffen besprechen. In Meetings holt sich ein Team und der einzelne Teamer auch die nötige Sicherheit, wenn es darum geht unpopuläre Entscheidungen vor anderen zu verantworten. Sie wurden im Team getroffen und das Team steht damit hinter der Entscheidung.
  3. Meetings sind Gebetszeiten
    Hier kommt das Team vor Gott gemeinsam zusammen. Es werden Anliegen ausgetauscht und visionäre Gedanken werden vor den Herrn gebracht. Das Team kann Zeiten einbauen, auf denen es besonders auf Gott hört.
  4. Meetings bieten flexible Möglichkeiten
    Das Arbeits-Meeting: hier werden Dinge zur laufenden Arbeit besprochen
    Das Klausur-Meeting: hier werden Lösungen und Visionen erarbeitet. Hier wird Wechsel vorbereitet und geplant.
    Das Akut-Meeting: hier handelt es sich um eine Sondersitzung, aufgrund eines akuten Problemes.
    Das Social-Meeting: hier geht es darum als Team gemeinsam etwas zu erleben oder zu feiern. Es dient dem Teambuilding.
  5. Meetings sind Visionsschmieden
    In längeren Meetings wird nach vorne gedacht und weiterentwickelt. Es kann grundsätzlich gearbeitet werden. Schlaue Sitzungsleiter unterscheiden zwischen Dingen die in einem Arbeits-Meeting und einem Klausur-Meeting besprochen werden können.

  6. Meetings sind Ort der Wiedervorlage
    Gute Meetings überprüfen die Beschlüsses und ToDo’s die aus dem letzten Meeting entstanden sind. Dadurch werden Prozesse gesteuert, Dinge wirklich angepackt, Fortschritte berichtet und Sackgassen erkannt. Damit sind sie Orte des Controllings. Sie sind wie ein doppelter Boden für Beschlüsse, die nicht runter fallen, sondern nur ins Netz des nächsten Meetings, wenn sie vergessen werden sollten.
  7. Meetings sind wiederkehrende Auffangbecken
    Durch die Regelmäßigkeit von Meetings, egal ob jede Woche, jeden Monat, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich, werden Probleme, Menschen, Handlungsaufträge regelrecht “aufgefangen”. Auch wenn man mal etwas vergessen hat oder wenn mal ein wichtiges Teammitglied gefehlt hat … Es kommt ja ein neues Meeting. Im besten Fall gibt es sogar ein Ergebnissprotokoll, was das Meeting dokumentiert.
  8. Meetings sind Schulungsorte
    Meetings können als Weiterbildungsorte genutzt werden, in dem man zum 10min eine Intervision macht oder sich nach einem kurzen Impuls austauscht. Dies eigent sich besonders für Meetings die alle 14 Tage  stattfinden und durch deren Häufigkeit viele kurze Impulse möglich sind, die sich auf die Dauer rentieren.
  9. Meetings sind Orte der Verantwortung und Beteiligung
    Durch Meetings wird deutlich, dass die Verantwortung bei vielen liegt und nicht nur bei einem. Gemeinsam wird geredet, entschieden, delegiert, unterstützt, korrigiert, diskutiert. Im besten Fall sind Meetings Arenen der Kooperation (Reinhard K. Sprenger).
  10. Meetings sind Anschubsorte
    In Meetings werden Dinge für andere Meetings vorbereitet, z.B. wenn Dinge auf einer höheren Ebene entschieden werden. Um Dinge anzuschieben kann man mit dem Votum aus einem Meeting in einem anderen Meeting Themen auf die Agenda setzen und nach vorne bringen.

Phil 1,1-11 / Gott sei Dank für die Gemeinde! – Konzept

Phil 1,1-11 / Gott sei Dank für die Gemeinde!

Gott sei Dank für die Gemeinde!
Was begeistert uns an unserer Gemeinde? Hier geht es nicht darum, uns selbst zu bauchpinseln, sondern Gottes Wirken in der EFG Wiedenest zu sehen und neu dankbar für die Gemeinde zu werden.

I. Einleitung
1. Wir können eine gnädige und friedvolle Atmosphäre schaffen
2. Wir verwirklichen im Gebet und im Einsatz Gottes Ziele
3. Wir können die Ehre von Jesus Christus vermehren
II. Conclusion

Hier auch als Podcast.

Rezension: Das Reich Gottes – Die Vision wiedergewinnen

reich-gottesWarrington, Keith 2011. Das Reich Gottes. Die Vision wiedergewinnen. Asaph: Lüdenscheid
4 von 5 Punkten

Keith Warrington, langjähriger Mitarbeiter bei „Jugend mit einer Mission“, seit 1972 in Deutschland lebender Neuseeländer, vh und Vater von vier Kindern, hat 2011 ein Buch über das Reich Gottes geschrieben.
Das Buch hat zwei Teile, mit jeweils 10 und 11 Kapiteln auf 350 Seiten. Im 1. Teil geht es Warrington um die biblische Perspektive und im 2. Teil um praktische Konsequenzen für die Arbeit der Kirchen und christlichen Werke heute.
Es beleuchtet das Thema Reich Gottes sehr gründlich und zeigt zudem praktische Schritte zur Umsetzung auf. Es ist leidenschaftlich geschrieben. Manchmal merkt man dem Buch an, dass es von einem „überörtlichen Mitarbeiter“ geschrieben wurde und nicht von einem „Gemeindepastor“. An einigen Stellen im 2. Teil habe ich Fragezeichen am Rand markiert. Manche Vorschläge wirken auf mich überfordernd, z.B. die starke Aufforderung auch heute über die Erde zu herrschen (z.B. 169f). Das Buch fordert zum Weiterdenken heraus. Warringtons Thesen im 2. Teil provozieren manchmal und nicht allen kann ich zustimmen. Das betrifft besonders den Gedanken, dass wir die Welt transformieren können. Wir können sicher Schlaglichter setzten und Vorhuten einer Transformation sein. Aber endgültig kehrt Friede ein, wenn der Friedefürst kommt.

In Teil 1 führt Warrington aus, dass Gott die Schöpfung unter Christus wieder herstellen will, nach Eph 1,9-10. Gott hat uns ursprünglich zur Teilhabe an seiner Herrschaft geschaffen. Nach der Rebellion baut Gott langsam wieder auf, bis Mose. Dann baut er mit Israel weiter, bis Jesus kommt. Jesus ist der Messias und bringt das Gottesreich (Kapitel 5). Warrington erklärt die Grundlagen des Reiches, seine Gründung und dann die Ausbreitung, die im Neuen Testament beschrieben wird. In Kapitel 10 nennt er die Konsequenzen aus dieser Darstellung und zieht ein vorläufiges Fazit. Seine Absicht gegenüber den Lesern beschreibt er so: „Sie möchten loslegen, um das Reich Gottes in dem Feld zu entdecken, zu dem sie berufen sind. Diese Felder befinden sich in allen Gesellschaftsbereichen, auch dort, wo Not herrscht, in Pioniergebieten unter anderen Völkern und in internationalen Positionen von Macht und Einfluss. Gott beruft Sie in das Feld, in das sie passen. Dort können Sie ein Partner Gottes sein,…“ (:156).

In Teil 2 zeigt er auf, was das praktisch bedeuten kann. Jeder Christ hat eine Reich-Gottes Berufung. Dafür wird ein Christ ausgebildet und wächst. Warrington macht in der Kirchengeschichte eine theologische Veränderung aus, die zur Verdeckung des Reich-Gottes-Gedanken geführt habe. Er sieht die heutige Kirche auf Evangelisierung und Fürsorge für Bedürftige reduziert. Hinzu kommt ein Privaterlösungs-Evangelium (:146f + 171f). Er kontrastiert das im Vergleich von Wesley mit Moody und sieht unser heutiges Reich-Gottes-Verständnis nur auf der Basis der pastoralen Ämter, nicht aber auf Basis der apostolischen und prophetischen Ämter aufgebaut (:215). Das muss korrigiert werden. In 14-15 möchte er Orientierung geben und führt den Begriff „Domäne“, als Denkmodell für das Reich Gottes innerhalb unserer Gesellschaft, ein. Seine Vision ist das Kommen des Reiches Gottes in Stadt und Region. In Kapitel 17 und 18 thematisiert er die Aufgabe der Gemeinde. Er sieht sie am Scheideweg, weil Alltag und Christsein getrennt wurden und schlägt vor, dass Gemeinde in Zukunft viel stärker in die Gesellschaft wirkt: „Bringen Sie ihren Zuhören die Stadt als das Feld nahe, in das sie berufen und für das Sie verantwortlich sind“ (:295). Wie Jesus übernatürlich das Reich Gottes verkündigt hat, können wir das auch heute tun, indem wir glauben und die Einheit bewahren. In Kapitel 20 geht es dann um Evangelisation. Sie ist der Ruf in das Reich Gottes. Warrington nennt anhand biblischer Beispiele verschiedene Zugänge, die Jesus Menschen zum Reich Gottes „legt“.
Das Buch endet mit einem hoffnungsvollen Ausblick, dass das Reich Gottes kommt.

Im Anhang habe ich noch einige Zitate an die Rezension angefügt, die ich für bemerkenswert halte.

Rezension + Zitate als pdf-Datei Warrington_Reich Gottes