Erfolg – Einige Gedanken und Überlegungen

Glory to GodIn den letzten Monaten habe ich intensiv über das Wort „Erfolg“ nachgedacht. Was bedeutet es erfolgreich zu sein? Was bedeutet es für eine Gemeinde/Kirche erfolgreich zu sein? Was bedeutet es für einen Leiter erfolgreich zu sein?

Dazu habe ich hier einige Gedanken zusammengestellt:
1. Erfolg – Auf Gott kommt es an
2. Erfolg – Wenn Jesus dein Mentor wäre…
3. Erfolg – Einige Gedanken aus Büchern über Mitarbeiter, Zahlen, Vision und Definitionen
4. Erfolg – Zitate aus dem Kicker-Sonderheft zur Saison 2015/2016
5. Erfolg – Fazit

1. Erfolg – Auf Gott kommt es an
Ich habe an Silvester 2015 im Jahresabschlussgottesdienst meiner Gemeinde einige Gedanken dazu mit auf den Weg gegeben. Das Andachtsskript gibt es hier: Erfolg_Auf Gott kommt es an – Andacht 31.12.2015_web

2. Erfolg – Wenn Jesus dein Mentor wäre…
Ich habe über Twitter folgenden Link entdeckt: Pastor, If Jesus were your mentor…

3. Erfolg – Einige Gedanken aus Büchern über Mitarbeiter, Zahlen, Vision und Definitionen

Zitat aus Blanchard: „Meinen Erfolg messe ich heute daran, wieviel meine Mitarbeiter tun, nicht, wieviel ich selbst erledige. Glücklicherweise beurteilt meine Vorgesetzte mich nach demselben Grundsatz.“ (:113)

George nennt einen Grundsatz für Organisationen/Organisationsentwicklung: „It’s better before bigger. If we don’t get better, we haven’t earned the right to get bigger.” (Zitat in George: 2007, von Rogers:146)
George rät als säkularer Schreibern Leitern dringend dazu Erfolg für sich persönlich zu definieren, weil es ansonsten andere tun (vgl. George:147f).

Ausführungen von Fields: „Kommuniziere gesunde Entwicklung statt zahlenmäßiges Wachstum. Steigere nicht den Zahlenappetit anderen Leute, indem du ständig über Zahlen redest: „Wir hatten gestern Abend 100 Jugendlich hier“. Wähle lieber Ausdrücke, die eine gesunde Entwicklung deutlich machen: „Es ist ermutigen zu sehen, wie viele Jugendliche ihre Freunde zum Gottesdienst einladen“. Erzähl von Menschen, die verändert wurden, davon, was Gott im Leben einzelner tut. Kommuniziere aber auch fortschrittliches Denken, in dem du Worte wie „erreichen“, „aufbauen“, „steigern“ oder „Vision“ nutzt. Zeige Mitarbeitern, wie eine ganzheitliche Entwicklung aussehen könnte. Je mehr Menschen geistliche Gesundheit anstreben, desto besser. Widerstehe der Versuchung, Zahlen aufzublähen, damit dein Leiter zufrieden ist. Du setzt deine Integrität aufs Spiel. Wenn du Gottes Weg suchst und dein Bestes gibst, ist das alles, was du tun kannst. Vertraue Gott, dass er das Unmögliche tut. Wenn das für deinen Leiter nicht genug ist, könnte es an der Zeit sein, Gott um Führung in einen anderen Dienst zu bitten. Sei nicht entmutigt. Es gibt viele gesunde Gemeinden, und möglicherweise wartet in einer davon die nächste Aufgabe auf dich.“

Sprenger (vgl. Sprenger 2000: 87) meint und zitiert Frankl, dass man Erfolg nie anpeilen sollte. Für ihn kann Erfolg wie Glück nicht verfolgt werden, sondern muss er-folgen.
Ausführungen von Sprenger:
Sprenger (2000) weist im Zusammenhang mit dem um sich greifenden „Visions-Geraunes“ auf die Ambivalenz von Zielen hin (vgl.:84f). Er sieht die Gefahr, dass durch ständige Zielfokussierung der Weg aus dem Blick verloren wird. „In der dünnen Luft des Zukünftigen ist die Gefahr groß, die konkreten Forderungen der Gegenwart als nebensächliches Kleinklein abzuwerten“ (:84). Mega-Entwürfe ermöglichen es Unternehmen im inneren Fehlverhalten zu verharren. „Häufig genug gilt: Wer eine Vision braucht, hat in der Gegenwart nichts zu bieten“ (:84, Hervorhebungen im Original). So kann der Zukunft der Vorrang auf Kosten der Gegenwart eingeräumt werden. Da man Ziele nur zerstören kann und dann wieder neue Ziele braucht, gibt es ein immer lauter werdendes „Später, später!“. Doch der Augenblick stellt den einzigen Berührungspunkt zur Wirklichkeit her, „ja er ist die gesamte Wirklichkeit“. Er sollte nach Sprenger nicht vernachlässigt werden (vgl.:86). Glück ist für Sprenger eben auch Wegesglück. Erfolg muss, hier zitiert er Viktor Frankl, er-folgen (vgl.:87).

Schwarz rät zu einer neuen Definition von Erfolg im christlichen Bereich (vgl. Schwarz 2013: 10-13 und 18-20).
Schwarz stellt die Frage, welche Ergebnisse ich sehen will, wenn andere Menschen mir begegnen: „Möchten Sie in den Augen dieser Menschen wachsen? Oder möchten Sie, dass diese Menschen wachsen? Anders ausgedrückt: Suchen Sie in erster Linie nach Helfern, um Ihre eigene Vision auszuleben, oder geht es Ihnen darum, Menschen dabei zu helfen, ihre jeweiligen Visionen zu erkennen und praktisch umzusetzen?“ (:8) Der Ansatz ist super. Aber beißt sich natürlich mit dem Gedanken der Organisationsentwicklung, denn eine Organisation hat ja auch ein Ziel, dass sie verfolgt. Schwarz definiert den Erfolg von Leiterschaft neu. Das ist sehr sympathisch. Gemeindemitglieder dürfen für ihn nicht nur als Helfer gesehen werden. Außerdem wehrt er sich jeden als „christlichen Leiter“ zu bezeichnen, weil nicht jeder Leiter werden will oder ein Leiter ist. Erfolg im Sinne von hartem Output ist kontraproduktiv im Reich Gottes. Er will das Leiterbild vom erfolgreichen Geschäftsmann oder Megachurch-Pastor befreien. Er schreibt: „Im Tiefsten ist Leiterschaft nichts Anderes als eine Beziehung – die Beziehung zwischen Leiter bzw. Leiterin und den Menschen, die von ihm oder ihr beeinflusst werden.“ (:13) Ihm geht es dabei um Bevollmächtigung derer, die ein Leiter leitet. „Im Blick auf Leitung ist dies die Frage aller Fragen.“ (:14) Er schlägt vor zu leiten und zu bevollmächtigen und nennt es Kategorie D. Je nach Situation muss entschieden werden. Mal muss direktiv gehandelt, mal unterstützt werden (:15f). Gott bevollmächtigt uns Menschen mit Gaben. Bevollmächtigend zu leiten ist herausfordernd. „Bevollmächtigung ist kein Stil, sondern ein Schlüsselprinzip von Leiterschaft.“ (:17) Erfolg ist dabei, wenn die Ergebnisse stimmen. Das Ergebnis muss sein, dass mündige Menschen ihre eigene Vision erkannt haben und ausleben und nicht große Gebäude oder hohes Budget.

Vorläufiges Fazit: Zahlenmäßiger Erfolg ist für mich schön und das eine. Treue und anvertraute Pfunde sind das andere. Kurz gesagt: Erfolg ist für mich meine Sendung zu leben. Das kann wie bei Jeremia laufen (menschlich nicht erfolgreich) oder wie bei Nehemia (menschlich sehr erfolgreich). Erfolg ist vor allen Dingen das Freisetzen von anderen Menschen. Wenn andere erfolgreich unter meiner Leitung arbeiten, bin ich erfolgreich.

4. Erfolg – Zitate aus dem Kicker-Sonderheft zur Saison 2015/2016
Interessant ist auch welche Sprüche ich im Kicker Sonderheft Bundesliga 2015/2016 zum Thema Erfolg und das Großmachen anderer von Bundesligatrainern entdeckt habe:
„Jeder erhält volle Aufmerksamkeit und Wertschätzung, um ihn bei seinem Weg zur Top-Leistung zu unterstützen – und darüber hinaus wird es ganz entscheidend sein, dass wir es schaffen, über unsere Teamleistung einzelnes Talent strahlen zu lassen – nicht umgekehrt!“ Thomas Tuchel (Borussia Dortmund)
kicker: Wer wird Meister und wo landet Bayer? … „Unser Ziel ist es perfekt zu spielen. Was herauskommt, kann ich nicht sagen.“ Roger Schmidt (Bayer Leverkusen)
kicker: Ist ihre Mission in München erst vollendet, wenn es mit dem Triumph in der Champions League klappt? „Was ich will, ist, dass wir das erste Spiel gut spielen. Und das zweite dann besser. Und immer das nächste Spiel besser als das letzte. Das ist mein Ziel.“ Pep Guardiola (Bayern München)
Natürlich geht es beim Fußball auch um Titel und um Siege. Dennoch lassen sich die Trainer nicht darauf festlegen.

5. Erfolg – Fazit
Insofern kann ein geistlicher Leiter definieren, was Erfolg ist. Es ist ihm zu raten, denn sonst machen es andere und die machen es vielleicht nicht reflektiert (George:147f).

  • Erfolg ist für mich meine Sendung zu leben. Konkreter: Den Missionsbefehl (Lehre, Aufruf zur Bekehrung und Taufe) wieder mal ein Jahr durch zeitgemäße Veranstaltungen erfüllt zu haben. Auch Mentoring gehört dazu.
  • Erfolg ist, wenn Menschen ihre Gaben entdeckt haben und in die Gemeinde einbringen (Coaching, Freisetzung, Mitarbeit).
  • Erfolg ist es Menschen geholfen haben (Kasualien).
  • Erfolg ist es Salz und Licht in meiner Umgebung gewesen zu sein.
  • Familiär: Das meine Kinder lebensfähig sind, ihre Eltern ehren und sich untereinander ehren und viel von Gott gehört haben. Dass ich ein lebenslanges gutes Verhältnis zu meinen Eltern habe.
  • Erfolg ist gehandelt zu haben / es gesagt zu haben / es getan zu haben / gedient zu haben / es angeboten zu haben / angebetet zu haben / es gegeben zu haben.

Gott baut seine Gemeinde. Wir sind Zeugen! Wir machen Jünger. Es kommt bei der Gemeindearbeit nicht auf mich an, sondern auf Gott / Gott will aber mit mir bauen / Aber es kommt dabei nicht auf Erfolg an, sondern auf Treue (Jeremia, Noah, Stephanus, anvertraute Talente, Jesus). Das zählt.
Daher muss sich ein geistlicher Leiter nicht stressen, wenn in seinem Umfeld Zahlen zurückgehen. Er und seine Karriere hängen davon nicht ab. Wenn ein geistlicher Leiter sich über Größe und Glanz definiert, dann ist das falsch. Er ist an seinem Platz, weil Gott ihn gesandt hat und es ein Umfeld ist, dass zu ihm passt und er sich mit seinen Gaben einbringen kann. Als Diener und in Treue.
Erfolgreich sind wir also dann, wenn wir in Treue getan oder gemacht haben, was Gott von uns wollte. Daraus kann dann von mir aus auch irgendwann mal der „weltliche“ zahlenmäßige Erfolg erfolgen, wenn Gott das Wachstum schenkt.

IMG_0837_kleinAnderer Meinung? Ergänzende Gedanken? Schreib gerne einen Kommentar zum Beitrag!

Nachtrag 28.11.2016:
Hier habe ich noch einen guten Beitrag zum Thema gefunden: http://www.crosswalk.com/church/pastors-or-leadership/shipwrecks-prisons-divisions-would-we-consider-paul-a-missionary-failure-by-today-s-standards.html

Frohe Ostern 2016 / Happy Easter!

crossFolgende witzige, aber tiefgründige Geschichte habe ich in meinem Urlaub in der Nordsee-Zeitung gefunden (26.03.2016, Seite 4, Andacht zu Ostern, Pastor Janusz Blonski):

Es war der Karfreitagsgottesdienst einer Baptistengemeinde in Bangladesch. Die Gemeinde sah gerade die Kreuzigungsszene des Films „Jesus“. Der Raum war gerammelt voll und alle starten auf die Leinwand. Als man sah, wie Jesus gefoltert wurde, da hörte man Schluchzen. Als Jesus ans Kreuz geschlagen wurde, da lag Fassungslosigkeit im Raum. In diesem emotionalen Moment, da rief ein kleiner Junge: „Habt keine Angst! Er ist wieder auferstanden – ich habe den Film schon mal gesehen!“

Dazu passt die Aussage von Jesus in Johannes 20,29: „Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“

Ich wünsche allen Blog-Lesern gesegnete Ostern!

Neue Predigt online: Abwechslungsreiches Wetter (Elia) 1Kö 19

PodcastlogoEine neue Podcast-Episode ist auf veitc.de podcast / wiedenest online.

Predigttext: 1Kö 19,1-18 / Skopus: Gott richtet seinen total fertigen Propheten neu aus, nordet ihn wieder richtig ein und zeigt, wie es weiter gehen kann. Elia war ein Mensch wie wir.

1. Einleitung
2. Elia ist total gut drauf
3. Elia ist total down 1-5
4. Gott schickt Hilfe 6-11a
5. Gott offenbart sich Elia – Wechselhaftes Wetter 11b-14
6. Gott entlastet Elia 15-18
7. Conclusion

Update März 2016: Ein Kindergarten der Leben verändert

Nach 50 Jahren hat Myanmar endlich einen zivilen Präsidenten. Das ist sicher eine Nachricht des Tages. Ich hoffe, dass die neue Regierung das Land nach vorne bringt.

Wir leisten mit unserem Kindergarten auch einen ganz kleinen Beitrag, dass Menschen besser im Jetzt leben können. Und wir weisen diese Menschen auf ein ewiges Leben bei Gott hin. Deshalb unterstützen wir den Aufbau von Kindergärten in den Slums von Yangon. Ich bin sehr dankbar für eure ideelle, geistliche und finanzielle Unterstützung.  Es gilt: „Wer sich der Armen erbarmt, der leiht dem Herrn“ (Sprüche 19,17)!

Angehängt findet ihr einen zusammenfassenden Bericht, der gerade auch in unserem Wiedenester Gemeindebrief veröffentlicht wurde. Besonders beeindruckend finde ich das anhaltende Gebet der Birmanen für uns deutsche Gemeinden.

Seit dem 01. März sind nun Ferien in ganz Myanmar. Es beginnen die heißesten Monate des Jahres. Auch der neue Kindergarten hat zu und bereitet sich auf das 2. Jahr vor. Den Abschluss des Jahres bildete ein Ausflug von Kindern und Eltern aus dem Slum in einen Park, am 29.02.2016. Lauter Kinder konnten so mal eine Art Freizeitspaß erleben. Pastor D. schreibt:
“Bruder, gestern machten wir einen Ausflug im Park und 87 Menschen, Kinder und ihre Familien, nahmen teil. Ich hatte die Chance, das Evangelium in ihre Herzen zu sähen. Sie waren sehr glücklich. Der Kinderarten wird von März bis Mai geschlossen sein und wird wieder im Juni starten. Ich sende dir ein paar Bilder.“
Er bedankt sich weiter für die Unterstützung und für die Gebete. Er schreibt, dass viele Menschen das Evangelium dadurch hören werden und Jesus nachfolgen werden. Ab 01. Juni startet der Kindergarten also in sein 2. Jahr.

Die Vision war es ja von Anfang an weitere Kindergärten in anderen Slums zu gründen. Nun ist dafür ein Ort gefunden worden. Es könnte im Juni losgehen. Dafür benötigen wir 450 € an Spendenzusagen pro Monat. Erfreulicherweise sind nun schon 130 € an monatlichen Spendenzusagen eingegangen und eine Organisation hat angekündigt eine Kollekte für das Projekt zu erheben.
Dennoch brauchen wir gefühlt einen Grundstock von 350-400 € monatlich, um ein neues Projekt zu starten. Betet mit, dass sich weitere Spender finden.

Liebe Grüße aus dem Nest, euer Veit