Erfolg – Einige Gedanken und Überlegungen

Glory to GodIn den letzten Monaten habe ich intensiv über das Wort „Erfolg“ nachgedacht. Was bedeutet es erfolgreich zu sein? Was bedeutet es für eine Gemeinde/Kirche erfolgreich zu sein? Was bedeutet es für einen Leiter erfolgreich zu sein?

Dazu habe ich hier einige Gedanken zusammengestellt:
1. Erfolg – Auf Gott kommt es an
2. Erfolg – Wenn Jesus dein Mentor wäre…
3. Erfolg – Einige Gedanken aus Büchern über Mitarbeiter, Zahlen, Vision und Definitionen
4. Erfolg – Zitate aus dem Kicker-Sonderheft zur Saison 2015/2016
5. Erfolg – Fazit

1. Erfolg – Auf Gott kommt es an
Ich habe an Silvester 2015 im Jahresabschlussgottesdienst meiner Gemeinde einige Gedanken dazu mit auf den Weg gegeben. Das Andachtsskript gibt es hier: Erfolg_Auf Gott kommt es an – Andacht 31.12.2015_web

2. Erfolg – Wenn Jesus dein Mentor wäre…
Ich habe über Twitter folgenden Link entdeckt: Pastor, If Jesus were your mentor…

3. Erfolg – Einige Gedanken aus Büchern über Mitarbeiter, Zahlen, Vision und Definitionen

Zitat aus Blanchard: „Meinen Erfolg messe ich heute daran, wieviel meine Mitarbeiter tun, nicht, wieviel ich selbst erledige. Glücklicherweise beurteilt meine Vorgesetzte mich nach demselben Grundsatz.“ (:113)

George nennt einen Grundsatz für Organisationen/Organisationsentwicklung: „It’s better before bigger. If we don’t get better, we haven’t earned the right to get bigger.” (Zitat in George: 2007, von Rogers:146)
George rät als säkularer Schreibern Leitern dringend dazu Erfolg für sich persönlich zu definieren, weil es ansonsten andere tun (vgl. George:147f).

Ausführungen von Fields: „Kommuniziere gesunde Entwicklung statt zahlenmäßiges Wachstum. Steigere nicht den Zahlenappetit anderen Leute, indem du ständig über Zahlen redest: „Wir hatten gestern Abend 100 Jugendlich hier“. Wähle lieber Ausdrücke, die eine gesunde Entwicklung deutlich machen: „Es ist ermutigen zu sehen, wie viele Jugendliche ihre Freunde zum Gottesdienst einladen“. Erzähl von Menschen, die verändert wurden, davon, was Gott im Leben einzelner tut. Kommuniziere aber auch fortschrittliches Denken, in dem du Worte wie „erreichen“, „aufbauen“, „steigern“ oder „Vision“ nutzt. Zeige Mitarbeitern, wie eine ganzheitliche Entwicklung aussehen könnte. Je mehr Menschen geistliche Gesundheit anstreben, desto besser. Widerstehe der Versuchung, Zahlen aufzublähen, damit dein Leiter zufrieden ist. Du setzt deine Integrität aufs Spiel. Wenn du Gottes Weg suchst und dein Bestes gibst, ist das alles, was du tun kannst. Vertraue Gott, dass er das Unmögliche tut. Wenn das für deinen Leiter nicht genug ist, könnte es an der Zeit sein, Gott um Führung in einen anderen Dienst zu bitten. Sei nicht entmutigt. Es gibt viele gesunde Gemeinden, und möglicherweise wartet in einer davon die nächste Aufgabe auf dich.“

Sprenger (vgl. Sprenger 2000: 87) meint und zitiert Frankl, dass man Erfolg nie anpeilen sollte. Für ihn kann Erfolg wie Glück nicht verfolgt werden, sondern muss er-folgen.
Ausführungen von Sprenger:
Sprenger (2000) weist im Zusammenhang mit dem um sich greifenden „Visions-Geraunes“ auf die Ambivalenz von Zielen hin (vgl.:84f). Er sieht die Gefahr, dass durch ständige Zielfokussierung der Weg aus dem Blick verloren wird. „In der dünnen Luft des Zukünftigen ist die Gefahr groß, die konkreten Forderungen der Gegenwart als nebensächliches Kleinklein abzuwerten“ (:84). Mega-Entwürfe ermöglichen es Unternehmen im inneren Fehlverhalten zu verharren. „Häufig genug gilt: Wer eine Vision braucht, hat in der Gegenwart nichts zu bieten“ (:84, Hervorhebungen im Original). So kann der Zukunft der Vorrang auf Kosten der Gegenwart eingeräumt werden. Da man Ziele nur zerstören kann und dann wieder neue Ziele braucht, gibt es ein immer lauter werdendes „Später, später!“. Doch der Augenblick stellt den einzigen Berührungspunkt zur Wirklichkeit her, „ja er ist die gesamte Wirklichkeit“. Er sollte nach Sprenger nicht vernachlässigt werden (vgl.:86). Glück ist für Sprenger eben auch Wegesglück. Erfolg muss, hier zitiert er Viktor Frankl, er-folgen (vgl.:87).

Schwarz rät zu einer neuen Definition von Erfolg im christlichen Bereich (vgl. Schwarz 2013: 10-13 und 18-20).
Schwarz stellt die Frage, welche Ergebnisse ich sehen will, wenn andere Menschen mir begegnen: „Möchten Sie in den Augen dieser Menschen wachsen? Oder möchten Sie, dass diese Menschen wachsen? Anders ausgedrückt: Suchen Sie in erster Linie nach Helfern, um Ihre eigene Vision auszuleben, oder geht es Ihnen darum, Menschen dabei zu helfen, ihre jeweiligen Visionen zu erkennen und praktisch umzusetzen?“ (:8) Der Ansatz ist super. Aber beißt sich natürlich mit dem Gedanken der Organisationsentwicklung, denn eine Organisation hat ja auch ein Ziel, dass sie verfolgt. Schwarz definiert den Erfolg von Leiterschaft neu. Das ist sehr sympathisch. Gemeindemitglieder dürfen für ihn nicht nur als Helfer gesehen werden. Außerdem wehrt er sich jeden als „christlichen Leiter“ zu bezeichnen, weil nicht jeder Leiter werden will oder ein Leiter ist. Erfolg im Sinne von hartem Output ist kontraproduktiv im Reich Gottes. Er will das Leiterbild vom erfolgreichen Geschäftsmann oder Megachurch-Pastor befreien. Er schreibt: „Im Tiefsten ist Leiterschaft nichts Anderes als eine Beziehung – die Beziehung zwischen Leiter bzw. Leiterin und den Menschen, die von ihm oder ihr beeinflusst werden.“ (:13) Ihm geht es dabei um Bevollmächtigung derer, die ein Leiter leitet. „Im Blick auf Leitung ist dies die Frage aller Fragen.“ (:14) Er schlägt vor zu leiten und zu bevollmächtigen und nennt es Kategorie D. Je nach Situation muss entschieden werden. Mal muss direktiv gehandelt, mal unterstützt werden (:15f). Gott bevollmächtigt uns Menschen mit Gaben. Bevollmächtigend zu leiten ist herausfordernd. „Bevollmächtigung ist kein Stil, sondern ein Schlüsselprinzip von Leiterschaft.“ (:17) Erfolg ist dabei, wenn die Ergebnisse stimmen. Das Ergebnis muss sein, dass mündige Menschen ihre eigene Vision erkannt haben und ausleben und nicht große Gebäude oder hohes Budget.

Vorläufiges Fazit: Zahlenmäßiger Erfolg ist für mich schön und das eine. Treue und anvertraute Pfunde sind das andere. Kurz gesagt: Erfolg ist für mich meine Sendung zu leben. Das kann wie bei Jeremia laufen (menschlich nicht erfolgreich) oder wie bei Nehemia (menschlich sehr erfolgreich). Erfolg ist vor allen Dingen das Freisetzen von anderen Menschen. Wenn andere erfolgreich unter meiner Leitung arbeiten, bin ich erfolgreich.

4. Erfolg – Zitate aus dem Kicker-Sonderheft zur Saison 2015/2016
Interessant ist auch welche Sprüche ich im Kicker Sonderheft Bundesliga 2015/2016 zum Thema Erfolg und das Großmachen anderer von Bundesligatrainern entdeckt habe:
„Jeder erhält volle Aufmerksamkeit und Wertschätzung, um ihn bei seinem Weg zur Top-Leistung zu unterstützen – und darüber hinaus wird es ganz entscheidend sein, dass wir es schaffen, über unsere Teamleistung einzelnes Talent strahlen zu lassen – nicht umgekehrt!“ Thomas Tuchel (Borussia Dortmund)
kicker: Wer wird Meister und wo landet Bayer? … „Unser Ziel ist es perfekt zu spielen. Was herauskommt, kann ich nicht sagen.“ Roger Schmidt (Bayer Leverkusen)
kicker: Ist ihre Mission in München erst vollendet, wenn es mit dem Triumph in der Champions League klappt? „Was ich will, ist, dass wir das erste Spiel gut spielen. Und das zweite dann besser. Und immer das nächste Spiel besser als das letzte. Das ist mein Ziel.“ Pep Guardiola (Bayern München)
Natürlich geht es beim Fußball auch um Titel und um Siege. Dennoch lassen sich die Trainer nicht darauf festlegen.

5. Erfolg – Fazit
Insofern kann ein geistlicher Leiter definieren, was Erfolg ist. Es ist ihm zu raten, denn sonst machen es andere und die machen es vielleicht nicht reflektiert (George:147f).

  • Erfolg ist für mich meine Sendung zu leben. Konkreter: Den Missionsbefehl (Lehre, Aufruf zur Bekehrung und Taufe) wieder mal ein Jahr durch zeitgemäße Veranstaltungen erfüllt zu haben. Auch Mentoring gehört dazu.
  • Erfolg ist, wenn Menschen ihre Gaben entdeckt haben und in die Gemeinde einbringen (Coaching, Freisetzung, Mitarbeit).
  • Erfolg ist es Menschen geholfen haben (Kasualien).
  • Erfolg ist es Salz und Licht in meiner Umgebung gewesen zu sein.
  • Familiär: Das meine Kinder lebensfähig sind, ihre Eltern ehren und sich untereinander ehren und viel von Gott gehört haben. Dass ich ein lebenslanges gutes Verhältnis zu meinen Eltern habe.
  • Erfolg ist gehandelt zu haben / es gesagt zu haben / es getan zu haben / gedient zu haben / es angeboten zu haben / angebetet zu haben / es gegeben zu haben.

Gott baut seine Gemeinde. Wir sind Zeugen! Wir machen Jünger. Es kommt bei der Gemeindearbeit nicht auf mich an, sondern auf Gott / Gott will aber mit mir bauen / Aber es kommt dabei nicht auf Erfolg an, sondern auf Treue (Jeremia, Noah, Stephanus, anvertraute Talente, Jesus). Das zählt.
Daher muss sich ein geistlicher Leiter nicht stressen, wenn in seinem Umfeld Zahlen zurückgehen. Er und seine Karriere hängen davon nicht ab. Wenn ein geistlicher Leiter sich über Größe und Glanz definiert, dann ist das falsch. Er ist an seinem Platz, weil Gott ihn gesandt hat und es ein Umfeld ist, dass zu ihm passt und er sich mit seinen Gaben einbringen kann. Als Diener und in Treue.
Erfolgreich sind wir also dann, wenn wir in Treue getan oder gemacht haben, was Gott von uns wollte. Daraus kann dann von mir aus auch irgendwann mal der „weltliche“ zahlenmäßige Erfolg erfolgen, wenn Gott das Wachstum schenkt.

IMG_0837_kleinAnderer Meinung? Ergänzende Gedanken? Schreib gerne einen Kommentar zum Beitrag!

Nachtrag 28.11.2016:
Hier habe ich noch einen guten Beitrag zum Thema gefunden: http://www.crosswalk.com/church/pastors-or-leadership/shipwrecks-prisons-divisions-would-we-consider-paul-a-missionary-failure-by-today-s-standards.html

Erfahrungen aus der Jugendarbeit Teil 2: Baue Teams!

Seit drei Jahren bin ich aus der überörtlichen christlichen Jugendarbeit raus. Das war ein krasser Schritt für mich, denn ich habe es geliebt, mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu arbeiten und ich war gerne deutschlandweit als „Jumi“ unterwegs. Aber irgendwann ist alles mal zu Ende und ich wollte nicht „Berufsjugendlicher“ werden. Weiter hatte ich den Eindruck, dass Gott mich nach 12 Jahren Dienst in neue Aufgaben sendet.

Ich hatte mir damals vorgenommen ein paar Dinge für meinen Blog zu verfassen, die ich gerne anderen aus meiner Erfahrung Jugendleitern und -leiterinnen weitergeben möchte. Jetzt ist es so weit. Die Ausführungen gelten nicht nur für Jugendreferenten. Sie gelten auch für Pastoren. Und sie gelten für ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter. Aber im Fokus habe ich den hauptberuflichen Jugendreferenten/Jugendpastor. Ich plane mal vier Teile. Vielleicht werden es mehr. Der erste Teil ist schon vor längerer Zeit entstanden: Erfahrungen aus der Jugendarbeit Teil 1: Die Jahreskrise.

Heute folgt Teil 2: Baue Teams
Wenn du als Jugendreferent irgendwo beginnst, dann möchtest du eine gute Arbeit machen. Du möchtest auch, dass deine Gemeinde, also dein Arbeitgeber deine Leistung anerkennt. Also machst du viel. Du leitest, predigst, organisierst, besprichst, … Das ist bis zu einem gewissen Grad ja auch in Ordnung.

Wichtig ist aber, dass du schnell anfängst in deine Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu investieren. Baue Teams auf. Baue ein Team für deine Jugendarbeit, für deine Events, für deine Teenagerarbeit und für den Glaubenslehre-Unterricht. Und dann fange an, die Mitarbeiter in diesen Teams zu fördern.

Warum solltest du das tun?

  • Teams sind kreativer als du alleine. In einem Team bekommst du Teamer mit Ideen, auf die du gar nicht gekommen wärst.
  • Teams verbreitern deine Akzeptanz in der Gruppe und in der Gemeinde. Nicht nur du machst Jugendarbeit, sondern dein Team macht die Jugendarbeit.
  • Jesus war auch in Teams unterwegs. Er hatte 12 Jünger und von den 12 Jüngern gehörten 3 Jünger zum engeren Kreis.
  • Teams ermöglichen es dir mal zu fehlen. Im Falle einer Fortbildung, Urlaub oder Krankheit, läuft die Jugendarbeit weiter. Es hängt ja nicht alles von dir ab.
  • In guten Teams werden Menschen individuell gefördert und gemäß ihrer Begabungen eingesetzt oder haben die Chance ihre Begabungen zu entdecken. Das entspricht den biblischen Vorgaben für Leitung (Eph 4,11f).
  • In Teams wird gebetet und vor Gott gerungen. Die Leute haben die Jugendarbeit auf dem Herzen, beten mit dir und in ihrer privaten Zeit für die Arbeit.
  • Gute Teams machen Spaß. Manchmal muss man sogar aufpassen, dass das Team nicht um seiner selbst willen arbeitet, weil es so viel Spaß macht im Team gemeinsam zu dienen.
  • Ein Team fordert dich heraus, dich als Leiter weiterzuentwickeln. Du wirst lernen, die unterschiedlichsten Typen leiten zu können. Das lernst du fürs Leben.
  • Irgendwann willst du vielleicht eine Arbeit abgeben, weil du andere Aufgaben in der Gemeinde übergeben willst. Wenn du kein Team aufgebaut hast, dann kannst du deine Arbeit nicht abgeben, weil keiner da ist, der sie übernehmen kann. Ein Team sichert die Nachhaltigkeit einer Jugendarbeit.
  • Wenn du mal aus dem Dienst ausscheidest, führt dein Team die Arbeit fort. Aus dem Team kannst du auch neue Leiter gewinnen. Wenn du einen neuen Leiter aufbauen willst, dann ist es gut ihn aus dem Team heraus aufzubauen und ihn an die Verantwortung heranzuführen.

Natürlich hat Teamarbeit auch Nachteile: Konflikte können entstehen. Dinge dauern länger. Teams verselbstständigen sich.
Dennoch gibt es für mich keine Alternative zur Teamarbeit, weil die Vorteile bei Weitem überwiegen. Das Motto ist: Mache eine gute Teamarbeit! Erweitere dein Wissen über Teamarbeit. Lerne etwas über Teamarbeit.

Dieses Buch könnte dir vielleicht ein paar Anregungen geben. Oder auch diese Gedanken zum Team.

Also, viel Freude und Weisheit beim Aufbauen von Teams. Lass nicht locker. Und bete darum, dass Gott Arbeiter in deine Teams sendet.

Leadership vs. Management?

Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Leadership und Management? Leadership vs. Management?
Manche Autoren machen den auf. Hier zum Beispiel: http://www.one4change.de/2008/10/leadership-vs-management-2/

In dem unten aufgeführten Artikel wird die Unterscheidung gemacht, dass ein Leader mehr die Menschen im Blick hat und man ihm freiwillig folgt. Ein Manager hat mehr die Organisation im Blick und hat Untergebene. Siehe http://www.leadership-management.ch/unterschied-leadership-%E2%80%94-management/

In dem Artikel aus dem Harvard Business-Manager sieht man die Sache m. E. schön realistisch:
http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-620896-druck.html

Die Artikel sind alle schon etwas älter. Ich bin überhaupt erst auf den vermeintlichen Unterschied gestoßen, weil er im Buch von Böhlemann & Herbst „Geistliche Leitung“ (2011) erwähnt wird (:26). Ich würde sagen, es gibt keinen echten Unterschied. Es gibt nur unterschiedliche Situationen, Kontexte und Ressourcen. Und es gibt unterschiedliche Menschen, mit persönlichen Präferenzen und Gaben. Wenn sich eine Organisation erlauben kann, neben einem Management noch einen bezahlten Vorstand einzustellen, kann man ja gerne die Unterscheidung treffen.
In Gemeinden und Kirchen würde ich die Unterscheidung machen, wie sie schon bei der Berufung der Diakone in Apg 6,4 gemacht wurde. Die für die geistliche Ausrichtung einer Kirche verantwortlichen Leute müssen im Gebet und in der Lehre aktiv sein. Und dennoch ist ja auch die Strategie einer Kirche eine geistliche Ausrichtung, wenn man die richtigen Dinge machen will. Das Reden Gottes und die Lehre der Schrift sollen auch die Strategie bestimmen.

Irgendwie ist die Diskussion also müßig. Sie macht aber deutlich, dass es in der Leitung immer darauf ankommt, die geistliche Situation im Blick zu haben, die Menschen im Blick zu haben, mit denen man arbeitet und die Zielerreichung der Organisation zu verfolgen.

Gutes Zitat Nr. 27: Konflikte

Konflikte„Es gibt vier Arten von Konflikten:
1. Es gibt notwendige Konflikte.
2. Es gibt überflüssige Konflikte.
3. Es gibt lösbare Konflikte.
4. Es gibt unlösbare Konflikte.
… Die Kunst als Führungskraft besteht nun darin, die Unterscheidung zu treffen und zu entscheiden: Will ich auf den Konflikt eingehen oder nicht?“

Johannes Stockmayer, Selig sind die Friedensstifter, S.83

Visionäre Führung – Chancen und Missbrauch / Eigenes Führungsverständnis

Visionäre FührungMein Aufbaustudium bei der Akademie christlicher Führungskräfte ist geschafft. Ich kann die AcF-Module nur empfehlen, vor allen Dingen, wenn man Jahr für Jahr im Beruf inspiriert werden will. Sie sind zeitlich individuell wählbar. Wenn man alle Arbeiten schreibt und die Literatur liest, kann man nach der Abschlussprüfung sogar eine Masterarbeit über die UNISA schreiben.

Hier veröffentliche ich nun meine Abschlussarbeit zum Thema: Visionäre Führung – Chancen und Missbrauch, in der ich zum Schluss auch kurz mein eigenes Führungsverständnis darlege. Viel Spaß. Ach ja, bestanden habe ich auch;-)

Und falls es so ist, dann: Wenn dich dieses Material inspiriert: Vielleicht willst du dann mit einer Spende das Projekt helpMy unterstützen: helpMy!

Hier die Gliederung der Arbeit:

Einleitung

1. Beschreibung des visionären Führungsstiles

1.1. Die Kennzeichen visionärer Führung
1.2. Die Rolle und die Definition der Vision in der visionären Führung
1.3. Die Entwicklung und die Inhalte einer Vision in der visionären Führung
1.4. Die Rolle der visionären Führungsperson
1.5. Die Persönlichkeitseigenschaften einer visionären Führungsperson
1.6. Die Erlernbarkeit von visionärer Führung
1.7. Beispiele von aktuellen visionären Führungspersönlichkeiten
1.8. Das Konzept visionärer Führung in der Populärliteratur und auf populären Veranstaltungen

2. Visionäre Führung in der Konzeption von Böhlemann & Herbst

2.1. Das dreidimensionale Modell geistlicher Leitung bei Böhlemann & Herbst
2.2. Die Funktion der visionären Führung im Zusammenspiel mit den anderen Dimensionen
2.3. Kritische Würdigung der roten Dimension (visionäre Führung) aus theologischer Perspektive

3. Visionäre Führung in Beziehung zu dienender Führung im Sinne Greenleafs

3.1. Das Konzept dienender Führung von Robert K. Greenleaf
3.2. Ausgewählte Rezeptionen von Greenleaf im deutschsprachigem Raum
3.3. Visionäre Führung im Bezug zu dienender Führung

4. Visionäre Führung in Beziehung zum Führungsansatz „Die 3 Farben der Leiterschaft“

4.1. Das Leitungskonzept von Schwarz: Die 3 Farben der Leiterschaft
4.2. Visionärer Führungsansatz und Schwarz im Vergleich

5. Kritische Würdigung des visionären Führungsansatzes

5.1. Die Stärken und Chancen des visionären Ansatzes
5.2. Mögliche Gefahren und Schwächen des visionären Ansatzes
5.3. Eine sinnvolle Einordnung des Ansatzes

6. Skizzierung meines eigenen Führungsverständnisses

6.1. Meine Leitungsbiographie
6.2. Mein Persönlichkeitsprofil
6.3. Meine Theologie und Definition von Leitung
6.4. Mein präferierter Leitungsstil und die Rolle des visionären Stiles

7. Schlussgedanken

Literatur
Anhang 1: Rezension TRUE NORTH
Anhang 2: Tabellarische Einordnung und Zuordnung von Leitungsstilen auf verschiedenen Ebenen
Anhang 3: Exkurs: Die Macht des konsensorientierten Leiters (nach George 2007)

Abschlussarbeit AcF 2015_Claesberg_Visionaere Fuehrung-Chancen & Missbrauch_webversion

Rezension: 10 Ziele der Jugendarbeit

10 Ziele der JugendarbeitPlatte, Daniel / Last, Oliver (Hg.), Zehn Ziele der Jugendarbeit – Das Beste, was du einem Jugendlichen schenken kannst, ist eine lebendige christliche Jugendgruppe, Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft 2014
4,5 von 5 Punkten  / 250 Seiten / 13,90 €

Ein Buch aus Deutschland zur christlichen Jugendarbeit. Sehr gut! Die Herausgeber nennen 10 Ziele, die jede gute christliche Jugendarbeit anpeilen sollte:
1. Gute Gemeinschaft erleben
2. Zur Mitarbeit motivieren
3. Inspirierende Gruppenstunden gestalten
4. Gottes Wort weitergeben
5. Anliegen für Evangelisation wecken
6. Das Herz für Jesus gewinnen
7. Geistliche Interessierte fördern
8. Gemeinsam Gemeinde leben
9. Mit Leidenschaft mitarbeiten
10. Zielorientiert leiten
Das alles sollen Jugendliche in der christlichen Jugendgruppe einer Ortsgemeinde finden. Dabei verzichten die Autoren auf eine Rangfolge

Die 10 Ziele werden ordentlich begründet und illustriert. Am Anfang eines Kapitels werden drei Fragen kurz beantwortet: Warum ist uns dieses Ziel wichtig? Was passiert, wenn ihr dieses Ziel vernachlässigt? Was ist deine Verantwortung als Leiter? Sehr unterschiedliche Autoren geben dann jeweils zu den einzelnen Zielen ihre Tipps und Erfahrungen weiter. Nach jedem Kapitel runden ein Fragebogen und ein Aktionsbogen die Ausführungen ab, um in die Praxis zu führen. Immer wieder sind kleine Selbsttests und Checklisten integriert. Vor allen Dingen die vielen praktischen Tipps machen das Buch zu einer Fundgrube. Die beiden Herausgeber kommentieren ab und zu die Beiträge und bekräftigen so Inhalte.
Besonders gefallen mir die praktischen Tipps zu Ziel 4 (Gottes Wort weitergeben), die Ausführungen zu Ziel 6 (Das Herz für Jesus gewinnen) und der Beitrag von Dominik Klenk (Mitarbeit auf Dauer), ebenfalls in Kapitel 9. Auch von mir ist ein Beitrag vorhanden (Mitarbeiter gewinnen nach dem P.R.O.C.E.S.S.-Prinzip (Kapitel 9 201-207).

Anfragen kamen mir beim Lesen auch: Warum werden die Zeichengaben ab 210f nur erwähnt und nicht erklärt? Warum wurde dieses Feuer-Cover gewählt, wo es doch nicht um Outdoor-Jugendarbeit geht? Generell stellt sich die Frage, wie viel von den Tipps ehrenamtlich umgesetzt werden können. Der Anspruch der Autoren ist es, das Buch für „normale“ Gruppen in einer Größe mit 10-30 Jugendlichen geschrieben zu haben. Viele davon werden sicher nicht hauptberuflich geleitet. Aber zur Inspiration und Teilumsetzung regt es allemal an.

Insgesamt ein sehr gelungenes Buch über christlich-evangelikale Jugendarbeit. Ergänzendes Material gibt es auch auf www.10.ziele.de. Ca. 30 YouTube-Videos, weitere Tipps (u.a. Rechtskunde) und ein Jugendgruppencheck. Die Homepage ist wirklich gut und verbunden mit den anderen Angeboten der Christlichen Jugendpflege e.V.

15.08_Platte_Last_10 Ziel der Jugendarbeit

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