Erfahrungen aus der Jugendarbeit Teil 3: Arbeite strategisch!

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Dies ist der dritte Artikel in dieser kleinen Serie, geschrieben für Jugendleiter mit Gedanken aus meiner Erfahrung in der christlichen Jugendarbeit.
Hier findest du Artikel 1: Erfahrungen aus der Jugendarbeit Teil 1: Die Jahreskrise
Hier findest du Aritkel 2: Erfahrungen aus der Jugendarbeit Teil 2: Baue Teams!

Ein Zitat vorneweg: „Leitbilder sind immer nur so gut wie die Maßnahmen, die ergriffen werden, um das Leitbild zu erreichen.“
(aus Böhlemann & Herbst 2011, Geistliche Leitung, Seite 35)

Für jede Arbeit und jedes Vorhaben braucht man eine Vision (ein großes Ziel) und eine Strategie, um dieses Ziel zu erreichen. Um Jugendliche zu Nachfolgern von Jesus zu machen, brauchst du auch deine eigene, deinem Umfeld und deiner Persönlichkeit entsprechende Strategie. Warum?

  • Ein langfristige Strategie hilft dir geordnet zu arbeiten und in guten Bahnen zu denken und zu lenken. Du wirst nicht von jeder neuen Idee abgelenkt oder musst ihr hinterherjagen. Du arbeitest reflektierter.
  • Gleichzeitig kannst du aber neue Ideen aufnehmen und in deine Strategie (Konzept) einbauen.
  • Eine Strategie ist wie ein Rahmen, ein Kanal, ein Raster in der du die am Anfang enstehende Dynamik einer Vision oder einer Idee aufnehmen kannst und nachhaltig sicherst. Ohne diesen Rahmen verläuft sich die Vision irgendwann wie Wasser. Das passiert nicht sofort, aber nachdem die Euphoriephase vorbei ist, wird es ohne eine gute Strategie nicht vernünftig weitergehen.
  • Eine gute Strategie ist genauso wichtig wie eine gute Vision. Ohne Strategie kannst du eine Vision nicht umsetzen.
  • Eine Strategie hilft deinen Mitarbeitern und Teilnehmern zu verstehen, warum und wie du deine Jugendarbeit machst. Du kannst sie auch als Erklärung deiner Arbeit gegenüber anderen Leitern oder der Gemeindeleitung verwenden.
  • Eine gute Strategie wird ständig überprüft: Passt sie noch? Hilft sie noch das große Ziel zu erreichen? Gibt es eine bessere Strategie? Evtl. muss eine schlechte Strategie verändert, umgeformt oder zerbrochen werden. Reformation ist ja eine ständige Aufgabe der Kirche Jesu (frei nach Karl Barth).
  • Auf der anderen Seite ist nicht hilfreich ständig die Strategie einer Jugendarbeit zu ändern. Das schafft Unsicherheit. Du musst also gut überlegen, wann eine kleine oder größere strategische Änderung Sinn macht.
  • Die Strategie in einer Jugendarbeit ändert sich deutlich häufiger als die einer Gesamtgemeinde, weil sie das Umfeld der Jugendkultur und die Gruppe viel schneller ändern, als das Umfeld von Erwachsenen.
  • Dein Nachfolger kann an deine Strategie anknüpfen, sie verändern, umformen und gestalten oder davon ausgehend eine neue Strategie entwerfen.

Fallen dir noch mehr Gründe für eine gute Strategie ein? Schreibe gerne einen Kommentar.

Weiterführende Artikel:

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2 Gedanken zu „Erfahrungen aus der Jugendarbeit Teil 3: Arbeite strategisch!“

  1. Hallo Veit,

    ein super Artikel. Prinzipien, die wir in Unternehmen tagtäglich erfolgreich umsetzen, sind auch auf Gemeinden anzuwenden.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die wenigsten Leute wirklich das gleiche Verständnis haben, was Strategie eigentlich ist. Ich habe meine Master Thesis zu dem Thema geschrieben und bevorzuge die kurze aber handliche Definition von Busse von Colbe und Conenberg: „Strategie ist der Weg zum Ziel“.

    Wie Du richtig darstellst braucht man für die Entwicklung einer Strategie eine Vision. Die Strategie beschreibt den Weg, diese Vision zu erreichen. Ohne Vision also keine Strategie. Ohne Strategie keine Verhaltens- und Entscheidungsgrundsätze, sondern viele Einzelfalldiskussionen und letztlich Stillstand. Im unternehmerischen Sinne ist eine Vision idR auf 10-15 Jahre angelegt, eine Strategie hat einen Zeithorizont von eher 4-5 Jahren mit messbaren Zielen.

    Menschen mit Vision sagen: „ja und…“, andere sagen „ja aber…“.

    1. Hi Christian,

      danke für deinen Kommentar. Die Definition finde ich sehr gelungen und kannte ich noch gar nicht.
      Auch meine Erfahrung ist, dass manche Leute regelrecht eine Art Angst haben, wenn es um klare Wege zum Ziel geht. Ihnen fehlt das Verständnis dafür. Das lässt mich fragen ob man die Strategie überhaupt außerhalb der Leitungsebene diskutieren sollte.

      Was mich noch interessieren würde: Findest du dass eine Vision mehr als das Jetzt sein sollte, aber erreichbar oder eher ein großer Traum, den man vielleicht in 10-15 Jahren näher kommen soll?

      Gruß Veit

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