Empfohlene Ressourcen zur theologischen Einordnung von Corona

Es gibt mittlerweile einige interessante Beiträge und Ressourcen zum Umgang oder zur Deutung der Corona-Krise. Hier meine subjektive Auswahl. Die Liste wird laufend ergänzt.

  • Backhaus, Arno 2020, Newsletter: Er stellt in seinem Shop-Newsletter die Frage: Hat die Corona Krise was mit Gott zu tun? und gibt am Ende als Antwort: „Ich vertraue auf das Paradies. Ich setze meine Hoffnung nicht auf die moralische Optimierung unserer Gesellschaft. Alle Anstrengungen können nicht unsere grundsätzliche Erlösungsbedürftigkeit beseitigen. Ich vertraue auf das Versprechen des christlichen Glaubens, dass auf uns eine Welt wartet, die nicht ein bisschen besser ist, sondern schlichtweg gut und frei vom Bösen. Wir erleben gerade eine Ausnahmesituation, die uns selbst und unser Vertrauen auf den Prüfstand stellen. Noch vor vier Wochen hätten keiner von uns gedacht, dass Klopapier und Konservendosen zur Mangelware werden könnten … Jetzt zeigt sich, für was wir bereit sind, hohe Preise zu bezahlen. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass der höchste Preis bereits von Jesus bezahlt wurde! Wir sind oft genug darauf vorbereitet worden, dass solche Zeiten tatsächlich kommen werden … nicht kommen könnten, sondern kommen werden! Sind wir wirklich vorbereitet, oder haben auch wir zu wenig Lampenöl, wie die unklugen Brautjungfern? Was ist uns wirklich teuer im Leben, wofür sind wir bereit, einen hohen Preis zu bezahlen? Wir sind gut beraten, die richtigen Prioritäten zu setzen und dem zu vertrauen, dessen Verheißungen nicht ins Leere laufen! Er wird seine Verheißungen wahr machen, er ist der Fels in der Brandung und das Licht am Ende des Tunnels! Unser Vertrauen in ihn ist die beste Investition, die wir tätigen können, sie schwankt nicht, wie die aktuellen Börsenkurse weltweit und die Rendite daraus ist sicher! Lasst uns in diesen schwierigen Zeiten dankbar dafür sein, dass er bereits den höchsten Preis für jeden einzelnen beglichen hat! Danke Herr für Deine Liebe, Deine Güte, Gegenwart und Deinen Segen!“
  • Claesberg, Veit 2020, Blogeintrag: Hoffnung verbreiten: Gedanken zur aktuellen Corona-Pandemie / Versuch einer theologischen Einordnung
  • Hardmeier, Richard 2020, Aritkel: Die Corona-Krise und die die Endzeit. Gute und differenzierte Einordnung: https://www.igw.edu/ch/ressourcen/blog/diverses/Corona-Krise-und-Endzeit-eine-biblische-orientierung.php?sn=sn5fc3d8c6edf21e8d8a7b039194cd77&utm_source=Newsletter&utm_medium=newsletter_2004&utm_campaign=Newsletter
  • Jung, Eberhard 20.04.2020, Facebook-Post: Ansichten eines Hofnarren: “Heute ist Tag 21 meiner eigenen Covid-19 Erkrankung. Die ersten 10 Tage dieser Krankheit waren die besch……… Tage meines Lebens, die ich so nach Möglichkeit nicht noch einmal erleben möchte. Ich habe meinen “Frieden” mit den in Deutschland / Bayern durchgesetzten Massnahmen, weil sie offensichtlich helfen, eine (wahrscheinlich) völlig unkontrollierbare Viruserkrankung, kontrollierbarer zu machen. Trotzdem steht die Frage nach der Verhältnismäßigkeit all dieser Maßnahmen auf der Tagesordnung und sie muß ernsthaft, seriös und ohne Denkverbote (abgesehen von all den abstrusen Verschwörungstheorien) diskutiert werden. Die Maßnahmen folgen m.E. dem Paradigma: Dem Leben möglichst vieler Menschen möglichst viele Tage zu ermöglichen. Das ist ja kein schlechtes Paradigma und es wäre wünschenswert, dieses Paradigma würde auch bei vielen anderen Themen wirklich praktiziert werden. Dann würden wahrscheinlich deutlich weniger Menschen verhungern et al. Trotzdem frage ich mich, ob das Paradigma, den Tagen von möglichst vielen Menschen möglichst viel Leben zu geben, nicht das bessere Paradigma für den Umgang mit einer solchen globalen Krise wäre… Derweil halte ich mich weiter an Röm 8,38-39.”
  • 17.05.2020: Lennox, John C. 2020. Wo ist Gott in dieser Welt? … und was ist mit Covid 19? Daniel-Verlag. Cover-Text: “Der Autor, emeritierter Mathematikprofessor an der Universität Oxford, äußert sich zur gegenwärtigen Corona-Krise. Er stellt sich vor, mit dem Leser in einem Café zu sitzen. Der fragt ihn, was er von der Krise halte. John Lennox schildert seine Gedanken und kommt unweigerlich auf Gott zu sprechen. Er lädt ein, wieder über den Glauben nachzudenken, mit Gott zu rechnen und das Rettungswerk Jesu anzunehmen. Ein beeindruckendes und horizonterweiterndes Buch für alle, die Antworten auf die großen Fragen des Lebens suchen.” Hier kann man es für 2,90 € erwerben: https://www.amazon.de/Wo-ist-Gott-dieser-Welt/dp/3945515505
  • Piper, John 2020, Buch: Corona und Christus. Hat einen christozentrischen Ansatz. Als Hörbuch, pdf und pub erhältlich https://www.evangelium21.net/media/1966/corona-und-christus
  • Piper, John 2020, Aritkel: Welchen Sinn hat das Corona-Virus: https://www.evangelium21.net/media/1926/welchen-sinn-hat-das-coronavirus
  • Steinert, Jonathan 2020, Kommentar: Danke Franziskus! Er betont die Demut, die wir in der Krise brauchen. https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2020/04/23/danke-franziskus/
  • Wright, N. T. 2020, Aritkel: Christianity Offers No Answers About the Coronavirus. It’s Not Supposed To. Provizierend! Piper lehnt diese Meinung im Vorwort seines Buches ab. https://time.com/5808495/coronavirus-christianity/

Zu Ostern verkündigen wir das Evangelium

Das Original-Video von Shane Smith, basierend auf John Piper, gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=K6wcW3ZTrm8

Nachdenkenswert: Sind wir zu professionell?

Folgende Aussagen von Alistair Hornal, aus demRundmail von Partnership UK, haben mich zum Nachdenken angeregt:

“The main idea behind the word ‘amateur’ is of someone who acts out of sheer love.  Those who love Jesus will not want to settle for serving him in a shoddy fashion. ‘Jobsworth’ attitudes are not confined to those who are paid! And isn’t the point of paying people who give their whole time to Christian ministry to support people who serve well, thus releasing them from the normal requirement to earn their living?  (Whatever their employment status, the Lord’s servants should not be treated as mere ’employees’!)  Whether or not we give or receive financial support, or whether we have always served freely and without payment, can we aim to be true amateurs – with our wholehearted motivation springing from the love of God?”

Ich finde sie etwas zu einseitig. Ich würde gerne echter Profi sein, mit der richtigen geistlichen Motivation. Das Profil des Profi bezieht sich auf die Qualität. Die kann ein Amateur nicht erreichen. Aber die Einstellung gilt für beide.

Ebenso finde ich die Aussagen von John Piper, die dort zitiert werden, interessant, aber auch zu einseitig:

“We pastors are being killed by the professionalizing of the pastoral ministry. The mentality of the professional is not the mentality of the prophet. It is not the mentality of the slave of Christ. Professionalism has nothing to do with the essence and the heart of the Christian ministry. The more professional we long to be, the more spiritual death we will leave in our wake. For there is no professional childlikeness, there is no professional tenderheartedness, there is no professional panting after God. Brothers, we are not professionals. We are outcasts. We are aliens and exiles in the world. Our citizenship is in Heaven, and we wait with eager expectation for the Lord (Phil. 3:20). You cannot professionalize the love for His appearing without killing it. And it is being killed. The world sets the agenda of the professional man; God sets the agenda of the spiritual man. The strong wine of Jesus Christ explodes the wineskins of professionalism.”

Wenn wir professionell sind, dann sind wir es m.E. aus Liebe zu Jesus und um die Welt in einem Auftrag zu erreichen und um Gott die Ehre zu geben und nicht um einfach professionell zu sein. Es geht m.E. darum, dass eine gute Qualtität Gott ehrt.

Rezension: IHN verkündigen wir – Die Zentralität Gottes in der Predigt

piper_verkündigenPiper, John, IHN verkündigen wir – Die Zentralität Gottes in Predigt und Verkündigung, Betanien-Verlag 2006
3,5 von 5 Punkten

John Piper hat ein kurzes Buch über Verkündigung geschrieben (118 Seiten). Es geht ihm nicht um Methoden, sondern um die Zentralität Gottes in der Verkündigung. Darin liegt die Stärke des Buches.
Im 1. Teil behandelt er die Frage, warum die überragende Herrlichkeit Gottes durch die Predigt vermittelt werden muss. Im 2. Teil geht es ihm um das „Wie“ der Vermittlung. Sein Vorbild ist dabei Jonathan Edwards.

Ich habe hier die für mich wichtigsten Zitate herausgeschrieben:

  • „Deshalb bin ich davon überzeugt, dass die Vision von der Größe Gottes der Dreh- und Angelpunkt im Leben der Gemeinde ist, sowohl im pastoralen Dienst als auch in der weltweiten Mission. Unsere Gemeindemitglieder müssen Predigten hören, die eine Faszination von Gott vermitteln. Sie brauchen wenigstens einmal pro Woche jemanden, der seine Stimme erhebt und die Erhabenheit Gottes herausstellt.“ (: 11)
  • „Gott selbst ist das notwendige Hauptthema unserer Predigt: Seine Majestät, seine Wahrheit, seine Heiligkeit, seine Gerechtigkeit, seine Weisheit, seine Treue, seine Souveränität und seine Gnade. Ich meine damit nicht, dass wir nicht über wesentliche, praktische Dinge wie Ehe und Kindererziehung und Aids und Völlerei und Fernsehen und Sex predigen sollten. Ich meine aber: All das sollte direkt in die heilige Gegenwart Gottes gestellt und dann sollte aufgedeckt werden, ob die Wurzeln gottgemäß oder gottlos sind.“ (: 11f)
  • „Die Predigt ist also deshalb so elementar für die gemeinschaftliche Anbetung der Gemeinde, weil allein sie Nahrung bietet sowohl für Verstand als auch Gefühl. Allein sie kann dazu motivieren, Gott sowohl zu sehen als auch zu genießen.“ (: 13)
  • „Gott ist das Ziel der Predigt. Gott ist die Grundlage der Predigt – und alles dazwischen wird durch den Geist Gottes  gegeben.“ (: 21)
  • „Ist es das, was man heute aus dem Gottesdienst mitnimmt? Ein Bewusstsein von Gott, einen Sinn für seine souveräne Gnade, einen Eindruck von seiner allumfassenden Herrlichkeit, dass großartige Thema von Gottes unendlichem Wesen? Treten die Leute eine Stunde die Woche – und das ist keine übertriebende Erwartung – in eine Atmosphäre der Heiligkeit Gottes ein, deren Nachgeschmack die ganze Woche über auf ihrem Leben haftet?“ (: 23f)
  • „Das Ziel der Predigt ist die Verherrlichung Gottes, in dem seine Geschöpfe sich ihm freudig unterwerfen.“ (: 31)
  • „Das grundlegende Problem des Predigens ist die Frage, wie ein Prediger Sündern Hoffnung machen kann in Anbetracht von Gottes unumstößlicher Gerechtigkeit. Natürlich hält der Mensch selbst dies nicht für das größte Problem. Das hat er noch nie getan.“ (: 32)
  • „Prediger, die sich nach der Bibel und nicht nach der Welt richten, kämpfen hier mit geistlichen Realitäten, von den viele Zuhörer nicht einmal wissen, dass es sie gibt, oder sie für unbedeutend halten.“ (: 32)
  • „Ohne das Kreuz wäre ein Predigen, das auf die Verherrlichung eines gerechten Gotts durch die Freude von sündigen Menschen abzielt, ohne Berechtigung.“ (: 35)
  • „Das Kreuz ist sowohl eine Stellvertretung in der Vergangenheit als auch eine Tötung in der Gegenwart. In der Predigt erhöht es die Herrlichkeit Gottes und erniedrigt den Stolz des Predigers. Es ist die Grundlage sowohl unseres Glaubens als auch unseres Verhaltens. Paulus geht so weit zu sagen, dass die Predigt null und nichtig ist solange der Prediger nicht gekreuzigt ist (1. Korinther 1,17). Was wir beim Predigen sind, ist entscheidend für das, was wir sagen.“ (: 38)
  • „Beim Predigen muss es unser beständiges Ziel sein, Gottes Herrlichkeit zu präsentieren und anzupreisen… und die Allgenugsamkeit des Kreuzes Jesu Christi muss unsere Predigt berechtigen und unseren Stolz demütigen… Und das souveräne Werk des Geistes Gottes muss die Kraft sein, durch die all das erlangt wird… (: 39).
  • „Wie sehr sind wir beim Predigen vom Heiligen Geist abhängig! Alles wahre Predigen wurzelt in einem Gefühl der Verzweiflung. Du wachst Sonntag morgensauf und kannst auf der einen Seite den Rauch der Hölle riechen und auf der anderen Seite die frischen Brisen des Himmels. Du gehst zum Schreibtisch und schaust dir dein erbärmliches Manuskript an, kniest nieder und schreist: „O Gott, das ist so schwach!…“ (: 39)
  • „Man könnte auch sagen: Menschenliebe geht mit kostbaren Wahrheiten nicht leichtfertig um (daher der Aufruf zu ernsthaftem Predigen), und sie legt nicht die Last des Gehorsams auf, ohne die Kraft der Freude zu vermitteln, die hilft, sie zu tragen (daher der Aufruf zu freudigem Predigen).“ (: 55)
  • „Jeden Sonntag Morgen geht es um Himmel und Hölle – und das nicht nur, weil Ungläubige anwesend sein könnten, sondern auch, weil Christen gerettet werden, >sofern sie im Glauben fest bleiben< (Kolosser 1,23).“ (: 63)
  • „Denken sie oft über den Tod nach. Das ist absolut unvermeidbar, solange der Herr seine Wiederkunft noch verzieht, und von großer Tragweite. Es wäre unglaublich naiv, nicht an die Bedeutung des Todes für das Leben und Predigen zu denken.“ (: 65)
  • „Jesus ist das große Vorbild für Prediger. Die Massen hörten ihm freudig zu, Kinder waren in seinen Armen, die Frauen fanden Beachtung. Doch keiner sprach in der Bibel öfter oder drastischer über die Hölle als er.“ (: 67)
  • „Die Predigt ist ein Gnadenmittel, um den Gläubigen zum Ausharren zu verhelfen. Ausharren ist notwendig zur letztendlichen Errettung. Daher ist jede Predigt ein >Ruf zum Heil< – nicht nur, um Sünder zur Umkehr rufen, sondern auch, damit die Gläubigen in ihren heiligen Emotionen ausharren und sie somit imstande sind, ihre Berufung und Erwählung zu bestätigen und errettet zu werden.“ (: 84)
  • „Eine gute Predigt zielt darauf ab, >heilige Emotionen> (engl. affections) zu wecken – wie z.B. Hass auf die Sünde, Freude an Gott, Vertrauen auf seine Verheißungen, Dankbarkeit für seine Barmherzigkeit, Sehnsucht nach Heiligkeit und liebevolles Mitgefühl. Der Grund ist, dass das Fehlen von >heiligen Emotionen<  in Christen abscheulich ist.“ (: 88)
  • „Das unsere Versuche, den Himmel attraktiv und die Gnade erstaunlich aussehen zu lassen, oft extrem erbärmlich wirken, ist zum Teil eine Folge von unseren harmlosen Bildern der Hölle.“ (: 97)
  • „Das Predigen über die Hölle ist nie ein Selbstzweck. Man kann niemanden in den Himmel hineindrohen… Dennoch sagte Edwards: >Manchen halten den Gedanken, Menschen durch Angst in den Himmel zu bringen, für unvernünftig; aber ich betrachte es als vernünftiges Bemühen, Menschen von der Hölle weg zu ängstigen. Es ist vernünftig, jemand durch Ängstigen aus einem brennenden Haus herauszuretten.“ (: 99)
  • „An unsere Zuhörer zu appellieren, dass sie auf unsere Predigt reagieren sollen, wiederspricht nicht der hohen Lehre von der Souveränität Gottes.“ (: 101)
  • „Das Ergebnis einer Predigt ist völlig von der Gnade Gottes abhängig. Deshalb muss der Prediger daran arbeiten seine Predigt durch Gebet und die Wirkmacht Gottes zu stellen.“ (: 105f)
  • „In einem geisterfüllten Prediger gibt es jene zärtliche Zuneigung, die jede Verheißung versüßt und jede Warnung und Zurechtweisung mit Tränen mildert.“ (: 107)
  • „Wenn in unserer Predigt Gott nicht eine überragende Herrlichkeit hat, wo in aller Welt werden die Menschen dann von der alles überragenden Herrlichkeit Gottes erfahren?“ (: 117)
  • „Wenn wir unsere Gemeinde lieben, wenn wir die >anderen Schafe< lieben, die noch nicht der Herde zugeführt wurden, wenn wir es lieben, dass Gottes weltweiter Plan erfüllt wird, werden wir uns die Mühe machen, >in der Wüste einen Tisch zu bereiten< (Psalm 78,19). Überall hungern Menschen nach der Freude an Gott…>Die Freude an Gott ist das einzige Glück, durch das das Verlangen unserer Seelen gestillt werden kann!<“ (:177f)

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