UK8: Was man im Urlaub vermeiden sollte – Wales – Isle of Angelsey / Tag 18-26

12.08.-20.08.2012

Zunächst einmal eine kleine Auflistung von dem, was man im Urlaub unbedingt vermeiden sollte:

  • Man sollte auf keinen Fall beim Rückwärtsfahren mit Fahrradgepäckträger gegen einen Baum fahren. Das ist nicht gut für die Fahrräder, den Gepäckträger und für die Autoscheibe.
  • Man sollte sich auf keinen Fall zweimal hintereinander ein Montagszelt kaufen, in dem es bei Regen reinregnet, besonders dann nicht, wenn man in das Vereinigte Königreich fährt.
  • Man sollte auf keinen Fall einen Fotoapparat, ein Nintendo und eine Fernbedienung, die die Kids im Auto rumfliegen lassen, in einer Mülltüte verstauen, die man dann anschließend auf einerSchlossknackerin Tankstelle entsorgt.
  • Man sollte auf jeden Fall mit dem Umdrehen des Fahrradschllossschlüssels warten, bis der Schlüssel ganz drinnen ist. Sonst muss man selbst sein Schloss knacken, um die drei Fahrräder zu befreien.
  • Man sollte auf keinen Fall die Läuse, die sich die Tochter in der Grundschule eingefangen hat, mit in den Camping-Urlaub nach Wales nehmen. Der Aufwand des Wäschewaschens kostet einen ganzen Tag.

…aber sonst geht es uns gut;-)

Wir haben unsere Pläne kurzerhand geändert und verzichten auf die Highlands. Wir werden also nicht Nessie entdecken. Und ich werde keine schottische Whisky-Destillerie besuchen, was ich schon irgendwie bedauere, wobei ich mit den Kindern da wahrscheinlich eh nicht reingekommen wäre. Hauptgrund war, dass die Firma Auto Windscreen die falsche Scheibe für unseren T5 geliefert hat.
Dafür sind wir ein paar Tage länger in Edinburgh geblieben. Und das hat sich auch richtig gelohnt. Wir haben eine super Fahrradtour rund um den Arthurs Seat gemacht, sind die Royal Mile entlangegangen und waren an der Strandpromenade (die war jetzt nicht der Hit). Dann gab es Fish & Chips.

PromenadeEdinburghFish&ChipsonTourEdinburgh

 

 

 

 

Am Dienstag kam dann die richtige Scheibe. Und jetzt ist unser Auto wieder in Takt.

neueUnd wir sind nach Wales aufgebrochen. Genauer gesagt nach Nord-Wales, auf die Isle of Angelsey. Und hier ist es traumhaft schön. Allerdings ist das nur bei gutem Wetter auch genießbar. Am Anfang war es hier tiersich windig, dass wir Angst um unser Zelt hatten. Aber es hält stand. Und jetzt ist das Wetter auch besser geworden. Von der Insel kann man auf die Snowdonia-Mountains gucken. Die Insel ist selber flach und man kann hier gut Fahrrad fahren. Tolle Strände und interessante Seebäder wechseln sich in Nord Wales ab. Und das mögen wir: Fahrrad fahren, Strand, Meer.

Besichtigt haben wir gestern die Stadt Conwy. Hier waren wir schon mal und 2003, auf der legendären Irlandfreizeit vom Jugendforumwiedenest, haben wir auf dem Parkplatz vor der Burg übernachtet, weil wir in einem Mega-Stau gekommen sind und die Fähre nach Dublin verpasst hatten. Cim war damals gerade 5 Monate alt. Also haben wir ihr mal die Stelle gezeigt. Conwy ist der Hammer. Die Stadt ist von Edward I. im 13. Jahrhundert gegründet worden, der mit seinem legendären Burgen die Waliser in Schach hielt und große Teile von Wales eingenommen hat. Wir haben das Castle besichtigt und außerdem sind wir die fast komplett begehbare Stadtmauer abgegangen.

 

 

 

 

Direkt neben uns ist die Stadt mit dem längsten Namen Europas. Auf der Insel sprechen bis zu 70% der Einwohner walisisch. Eine Sprache die sich mir absolut entzieht. Aber zum Glück können die auch alle englisch. Die nächste englischsprachige Gemeinde war die Baptist-Church in Bangor, wo wir gestern im Gottesdienst waren. Sehr nette Leute.

Am Mittwoch geht es dann weiter nach London, unserer letzten Urlaubs-Station, bevor es dann mit der Sprachschule, der richtigen Schule für die Kids und meinem Praktikum in Exeter weitergeht.

UK7: Sprachschule in Edinburgh – Auffahrender Baum – Monday-Tent / Tag 11-17

05.08.-11.08.2012

Diese Woche kann man nicht von Urlaub sprechen. Offiziell befinde ich mich ja auch im Sabbatical. Und dazu gehört auch, dass ich und Alex Englisch lernen. Deswegen waren wir eine Woche auf der ELC-Sprachschule in Edinburgh und haben einen Super-Intensivkurs besucht. Die Kinder waren in einem Sprachcamp. Die Sprachschule ist echt empfehlenswert. Das Camp war leider mehr eine Kinderbetreuung, als eine Sprachlernwoche. Den Spruch der Woche habe ich aber im Internet gefunden. Er beschreibt hervorragen das 2nd Conditional: If we had ham, we could make ham and eggs, if we had eggs. Der ist einfach der Brüller, der Satz. Die Sprachschule hat richtig Spaß gemacht. Jetzt müsste man noch weitere drei Wochen lernen und man käme so richtig in die englische Sprache rein. Müsste, könnte, söllte,… ich werde mich wohl ins Selbsstudium schmeißen müssen, weil so eine Sprachschule auch ziemlich teuer ist.

Allerdings fing die Woche nicht sonderlich gut an. Als wir am Sonntag den Campingplatz in Edinburgh erreichten, regnete es wie aus Kübeln. Außerdem darf mit hier auf dem Pitch (zugewiesener Zeltplatz) nur ein Zelt aufstellen. Bei allen anderen konnten wir immer auch noch ein kleines Zelt dazu aufstellen, um mehr Platz zu haben im großen Zelt. Dann haben wir den Pitch nicht auf Anhieb gefunden. Und beim Rückwärtsfahren ist uns dann voll ein Baum ins Auto gekracht. Bzw. ich bin rückwärt in einen Baum gefahren. Das war der Supergau. Ich bin bestimmt 25m rückwärts gefahren, aber der Baum war die ganze Zeit im toten Winkel. Nach dem Aufprall bin ich ein Stück vorgefahren und der Fahrradständer mit allen vier Fahrrädern ist krachend auf dem Boden gelandet. Fazit des Aufpralls:

  • Heckscheibe kaputt – Glas zwischen dem ganzen Gepäck, strömender Regen
  • Fahrradständer kaputt, nicht mehr benutzbar – hier stellte sich natürlich sofort die Frage, wie wir jetzt die Fahrräder transportieren können
  • Auto verbeult (das hält sich aber in Grenzen)
  • Fahrräder beschädigt (habe ich alle wieder repariert bekommen)

Super Auftakt. Dann haben wir also das Zelt aufgebaut, in dem wir diesmal alle schlafen mussten, hatten das Auto aber nicht mehr als Staumöglichkeit, weil es ja reinregnete und dann haben wir festgestellt, was sich schon länger andeutete: Wir haben ein Montagszelt. Ja, es war sehr günstig und ist keine Marke. Aber wir haben vorher mit der selben Bauart fast 10 Jahre gute Erfahrungen gemacht. Aber diesmal war es der Griff ins Klo. Die Fieberglasstangen sind teilweise gebrochen. Es hält Wind kaum stand. Und es regnet durch.
Und am nächsten Morgen mussten wir um 9.00 Uhr irgendwo in der Innenstadt von Edinburgh in der Sprachschule sein.
Im Laufe der Woche haben wir dann nebenbei lauter Sachen gemanagt. Zunächst haben wir uns wohl oder übel ein neues Zelt gekauft. Ein HiGear Corado 8. Ein hammer Zelt. Im Schlussverkauf um 60% reduziert und ein wahrer Palast. Jetzt fängt das Zelten an richtig Spaß zu machen.

Dann habe ich die Fahrräder nach und nach repariert. Außerdem habe ich einen neuen Fahrradhalter für vier Fahrräder aufgetrieben, was auch gar nicht so einfach war und mich heute ca. 5h gekostet hat.
Und Auto-Windscreen ist tatsächlich heute mit einer Autoscheibe vorbeigekommen. Leider mit der falschen – mit der ohne Heckscheibenwischer-Vorrichtung. Tja, mehr als es am Telefon zu sagen, kann ich auch nicht. Jetzt bekommen die die neue Scheibe aber erst am Dienstag rein, so daß wir hier um zwei Tage verlängern.
Nachdem die Sprachschule nun rum ist und die meißten Schäden ausgeglichen wurden, beginnt wieder eine Urlaubsphase. Morgen machen wir hier in Edinburgh Sightseeing. Das Eigen-Motto der Stadt lautet „Inspiring Capital“. Und die Stadt hat echt was.

Im Moment ist hier gerade das Fringe-Festival und die ganze Stadt ist bunt und voll mit Besuchern aus der ganzen Welt. Bis jetzt einer der coolsten Städte, die ich bis jetzt besucht habe. Und das schottische Bier ist auch nicht schlecht. Mein Tip: ein Pint Belhaven.