Erfahrungen aus der Jugendarbeit Teil 1: Die Jahreskrise

Durch mehrjährige Begleitung von Jugendreferenten und auch aus meinem eigenen Erleben, habe ich die Feststellung gemacht, dass es im hauptberuflichen Dienst so etwas wie eine Jahreskrise gibt. Sie stellt sich nach ungefähr einem Jahr Dienst in einer Gemeinde oder Gemeindejugendarbeit ein. Dies kann auch für die ehrenamtliche Mitarbeit gelten. Unten habe ich mögliche Kennzeichen dieser Krise aufgeführt. Es sind lauter Mini-Krisen. Nicht alle müssen auf jeden zutreffen.

Die Jahreskrise

  • Zufriedenheitskrise: Man spürt selbst eine eigene Unzufriedenheit. Man kann sie nicht ganz greifen. Hier muss man definieren, wo sie genau herkommt. Definiere deine Unzufriedenheit und gehe sie an!
  • Mitarbeiterkrise: Einige Mitarbeiter verlassen das Team. Sie waren vor einem selbst da. Verabschiede gehende Mitarbeiter würdig!
  • Teamkrise: Gleichzeitig hat man vielleicht auch schon neue Mitarbeiter für Teams gewonnen. Außerdem haben sich ältere Mitarbeiter zu dir als neuen Leiter gestellt. Später dazugekommene Mitarbeiter wollen durchstarten. Starte mit deinem Team neu durch und entwickle gemeinsame Ziele!
  • Strategiekrise: Einige Konzepte des Vorgängers laufen nicht mehr. Es sind also nicht die eigenen Konzepte, die man entwickelt hat, sondern übernommene Konzepte. Einige kann man adaptieren. Andere muss man über Bord werfen. Irgendwas Neues muss her. Aber was? Es ist Zeit, eigenen Konzepte zu entwickeln. Gehe mutig voran!
  • Zielkrise: Einige Ziele des ersten Jahres sind erreicht. Was kommt nun? Definiere neue Ziele für dich (und dein Team, s.o.)!
  • Rollenkrise: Man ist angekommen? Was genau ist jetzt die Rolle? Wurde sie schon definiert? Ist man mit der definierten Rolle glücklich? Oder muss man seine Rolle neu definieren? Durchdenke deine Rolle und spreche mit deinem Vorgesetzten über deine Rolle!
  • Ermutigungskrise: Die Anfangserfolge, in der man als Neuer noch viel Lob bekommt, sind verpufft. Jetzt wird Lob und Ermutigung seltener. Gleiche also deine Arbeit jetzt mit den eigenen Zielen ab. Frage deine Vorgesetzten, ob sie zufrieden sind. Lebe unabhängiger vom Lob!
  • Geistliche Krise: Es kann sein, dass die eigene Beziehung zu Jesus vernachlässigt wurde. Man hat nur noch für Jesus gearbeitet, aber nicht mehr mit ihm sein Leben gelebt. Erneuere deine Beziehung zu Jesus!
  • Sendungskrise: Eigentlich ist klar, dass man hauptberuflich in der Kirche arbeiten soll. Aber ist die aktuelle Stelle, also die aktuelle Sendung, der richtige Platz? Diese Frage muss beantwortet werden, bevor man in eine Berufungskrise schlittert.
  • Berufungskrise: Man fragt sich, ob der „neue Job“ wirklich der Job ist, der zu einem passt, wo Gott einen hingestellt hat und wie lange man ihn machen will. Beantworte diese Fragen ehrlich! Beachte dabei: Gerade bei Berufseinsteigern ist der Kontext, also das Setting der Stelle, ganz entscheidend. Wenn du den Eindruck hast, du bist evtl. gar nicht für den hauptberuflichen Dienst geeignet, dann frage dich auch, ob es nicht am Setting der Stelle liegen könnte. Sind die Rahmenbedingungen günstig? Suche dir einen neutralen Coach!

Oft überwindet man die Krise. Wenn nicht, wechselt man vielleicht nach einem weiteren Jahr die Stelle. Manchmal steigen Menschen sogar ganz aus dem geistlichen Dienst aus. Dies kann daran liegen, dass man wirklich nicht davon überzeugt ist, dass man eine Berufung für diesen Beruf hat, oder dass man die Krise nicht gut managen konnte. Aber auch dann sollte sie später noch aufgearbeitet werden.

Hab ich noch was vergessen? Gibt es eigene Erfahrungen? Stimmt etwas nicht?

Neues Predigtkonzept / für Kinder: Mt 8,5-13: Vertrauen trauen

Mt 8,5-13: Vertrauen trauen: In dieser Kurzpredigt für Kids geht es um folgendes:

Ich illustriere 9-12-jährigen Kindern, was es heißt zu vertrauen und dass Vertrauen getraut werden muss. Ich mache deutlich, dass es sich lohnt Jesus Christus zu vertrauen.
Als Bibeltext habe ich die Geschichte vom Hauptmann in Kapernaum gewählt, aus Mt 8,5-12 (nach Gute Nachricht Bibel).

Daniel 1,1-21 / Auffallen beim Essen

Neues Predigtkonzept online: Daniel 1,1-21 / Auffallen beim Essen

Diese Predigt ist auf meiner Seite schon länger als Podcast veröffentlicht: hier. Hier folgt nun das schriftliche Konzept:

  • Das fällt auf: Daniel hält sich strikt an seine Überzeugung und wagt es, sie auszusprechen und umzusetzen. Damit hat er Erfolg.
  • Das kann man übertragen: Stehe zu deiner Überzeugung. Lebe, was du glaubst.
  • NT Bezug: Aber Nachfolge von Jesus kann auch Misserfolg bedeuten. Es geht nicht immer als glatt. Wir müssen auch lernen, unser Kreuz auf uns zu nehmen.
  • Möglicher Aufruf: Aufruf zur konsequenten Nachfolge, nicht nur dazu „Jesus in sein Herz aufzunehmen“

PDF-Skript: Dan1,1-21_Predigt 1_auffallenbeimEssen

Die 2. Staffel läuft an: Gemeindeseminar EFG Wiedenest Frühjahr 2014

Gemeindeseminar_final_kleinAb Februar läuft die 2. Staffel unseres Gemeindeseminares. Ich freue mich darauf:

Als Menschen, die Jesus nachfolgen, wollen wir ihm ähnlicher werden. Wir möchten hören, was er zu unserem Leben zu sagen hat. Wir möchten Jüngerschaft lernen, einüben und leben: Lernen für das Leben. Dazu kann das Gemeindeseminar beitragen, das bis Ende 2014 getestet wird. Die 1. Staffel im Herbst 2013 wurde sehr gut angenommen. Insgesamt hatten wir für die neun Angebote ca. 160 Anmeldungen. Das hat uns sehr gefreut. Für die 2. Staffel haben wir wieder eine interessante „Speisekarte“ zusammengestellt. Sie richtet sich an Einzelpersonen, Gruppen und Hauskreise, die gerne auch geschlossen teilnehmen können. Bitte stellt euch euer „Menü“ individuell zusammen. Alles darf man besuchen, alles kann man besuchen. Je nach Möglichkeit und Interesse. Grundsätzlich unterscheiden wir vier Formate: Abendkurse (mehrwöchig), Themenabende (einmalig), Tagesseminare (einmalig), Pluskurse (mehrwöchig).

Anmeldungen zu den Seminaren sind über die Broschüre möglich, oder über unsere Online Anmeldung auf unser Homepage.

Neues Predigtkonzept online: Die Gesellschaft lieben

Neues Predigtkonzept online: Die Gesellschaft lieben

In einer Reihe über die Aufträge unserer Gemeinde habe ich diese Predigt gehalten. Einer unserer Kriterien für unsere Gemeindearbeit in Wiedenest lautet:
Wir ermutigen jeden, andere auf Jesus hinzuweisen und Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.

Die Predigt gibt es auch als Podcast auf veitc.de podcast / wiedenest.

Rezension: Selig sind die Friedensstifter

SAMSUNG DIGITAL CAMERAStockmayer, Johannes, Selig sind die Friedensstifter – Konflikttraining für christliche Führungskräfte
Verlag für Kultur und Wissenschaft, Bonn 2004
3,5 von 5 Punkten

Konflikte gibt es überall. Auch in der Kirche. Die Frage ist nur, wie man sie löst. Johannes Stockmayer hat dazu ein ganzes Buch geschrieben, was in der edition acf herausgegeben wurde und 159 Seiten umfasst.

Mit 17 € ist es relativ teuer, besonders wenn man die Qualität des Einbandes bemerkt. Der Inhalt wäre es eigentlich wert gewesen, besser präsentiert zu werden.
Außerdem finde ich das Buch sehr unübersichtlich gegliedert. Das Inhaltsverzeichnis wirkt ungeordnet. Dann ist die Idee über 40 gezielte Fragen, die als eine Art zweites Inhaltsverzeichnis aufgeführt sind, zu einzelnen Inhalten zu kommen. Ein interessanter Ansatz, der mir aber nicht entspricht.

Ich beschränke mich in meiner Rezension auf einen kurzen Überblick und bringe dann einige mir wichtig erscheinende Zitate.
Zunächst geht es Stockmayer um ein positives Konfliktverständnis (:14f). Für ihn sind Konflikte immer Leitersache (:18f). Er geht auf die Konfliktquellen und die Konfliktsteuerung ein, auf Möglichkeiten der Konfliktklärung, die Rolle des Leiters im Konflikt (:62), Auswirkungen eines Konfliktes, Bewertung von Konflikten, Problemlösungen, … und bringt schließlich acht Arbeitsblätter (z.B. Arbeitsblätter zur Konfliktdiagnose, Übersicht über Konflikte, … im Inhaltsverzeichnis steht leider nur Arbeitsblatt 1-8) bevor er sich zum Schluss noch den Fragen widmet, wie man mit Gerüchten umgeht und ob ein Christ vor Gericht ziehen darf.
Stockmayer geht es vor allen Dingen um die Konflikte, die auf der Beziehungsebene Probleme bereiten. Und davon gibt es ja sehr viele. Nach meiner Erfahrung gibt es aber eben auch Konflikte, die deutlich auf der Sachebene sind und nicht gelöst werden können, weil zu starke Grundüberzeugungen aufeinanderprallen. Manche Dogmatik trennt eben, auch wenn man den anderen gut leiden kann. Dieser Aspekt wird mir zu wenig thematisiert.
Sehr gut finde ich die Einteilung von Konflikten in Kategorien ab Seite 82f (siehe auch fettgedruckte Zitate unten) und den Umgang mit den unterschiedlichen Kategorien. Hier hat das Buch seine große Stärke. Und die Tools zur Konfliktlösung sind auch sehr hilfreich.
Also alles sehr wichtige Themen, die aber irgendwie durch die Aufmachung langweilig rüberkommen.

Ich habe mich also durchs Buch bemüht, den Inhalt schätzen gelernt und finde folgende Zitate bemerkenswert oder diskussionswürdig:

  • „Das Recht wird erstritten, der Frieden jedoch gestiftet.“ (:9)
  • „Unsere Erfahrungen prägen unsere Grundeinstellungen gegenüber Konflikten.“ (:16)
  • „Konflikte sind generell und immer eine Angelegenheit der Leitung.“ (:18)
  • „Ein Konflikt hat selten dort seine Ursache, wo er auftritt. Oft bringt nur der letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen. Diese finale Kleinigkeit wird oft als Konfliktursache gesehen. Das ist falsch.“ (:29)
  • „In Konflikten sind immer Wertvorstellung mit im Spiel: Konflikte hinterfragen die bisherigen Werte und stellen sie auf die Probe. Durch Konflikte werden neue Werte gebildet.“ (:33)
  • „Aus den beiden Gegnern sollen gemeinsam Problemlöser werden.“ (:38)
  • „Je früher man ein Problem angeht, desto größer ist der Handlungsspielraum.“ (:39)
  • „Wenn sich der Streit ausschließlich auf die Beziehungsebene verlagert, sollte er versachlicht werden. Wenn er sich vor allem auf der Sachebenen abspielt, muss der persönliche Bereich angesprochen werden.“ (:43)
  • „Lässt sich eine Sach-Auseinandersetzung nicht lösen, weist das auf den eigentlichen Konfliktgrund auf der Beziehungsebene hin.“ (:45)
  • „Je tiefer wir in den Untergrund eines Konfliktes vorstoßen, desto heikler und persönlicher wird die Angelegenheit.“ (:53)
  • „Führungskräfte sind die offiziellen Vertreter des Systems – mehr noch: Sie sind das System … Konflikte, die sich gegen Teile des Systems richten, richten sich in Wirklichkeit gegen Sie als Vertreter des Systems.“ (:60f)
  • „Aus Opfern sollen Handelnde werden, die ihre eigene Sache mündig vertreten.“ (:66)
  • „Wenn sie wissen, um was es bei einem Konflikt eigentlich geht, ist er bereits fast gelöst.“ (:69)
  • „Wenn sie den Dienst der Versöhnung tun, arbeiten Führungskräfte mit Jesus zusammen. Jeder Versöhnung ist in seinem Interesse.“ (:74)
  • „Es gibt vier Arten von Konflikten: 1. Es gibt notwendige Konflikte. 2. Es gibt überflüssige Konflikte. 3. Es gibt lösbare Konflikte. 4. Es gibt unlösbare Konflikte.“ … Die Kunst als Führungskraft besteht nun darin, die Unterscheidung zu treffen und zu entscheiden: Will ich auf den Konflikt eingehen oder nicht?“ (:83)
  • „Kalte Konflikte können nur dann bearbeitet werden, wenn sie in einen heißen Konflikt überführt worden sind.“ (:92)
  • „Achten sie darauf, dass jeder Konflikt ein eindeutiges, klares Ende hat. Bleiben sie so lange dran, bis Sie eine endgültige Lösung gefunden haben, mit der alle Beteiligten zufrieden leben können. (:95)

PDF-Datei: 12.09._Stockmayer_Selig sind die Friedensstifter