Rezension: Das Hirtenprinzip

Leman, K./Pentak, W., Das Hirtenprinzip: Sieben Erfolgsrezepte guter Menschenführung, Gütersloher Verlagshaus 52005
4,5 von 5 Punkten

Dieses Buch mit 142 Seiten ist interessant und schnell zu lesen – umso herausfordernder wird es sein, die Prinzipien zu leben.
Beschrieben wird die Mentoringbeziehung eines Professors mit seinem Student, der etwas über die Führung von Menschen lernen will. Der Prof ist eine Art Hobby-Hirte und macht an diesem uralten Beruf ganz viel zum Thema Leitung und Menschenführung fest. Er wendet sie auf die Zukunft seines Mentees an, der ein Team in einer amerikanischen Firma leiten soll.
Da die Leiter der Gemeinden in der Bibel auch als Hirten bezeichnet werden, liegt es nahe sich als Christ mit diesen Prinzipien zu beschäftigen. Der Prof macht seinem Studenten 7 Prinzipien deutlich:

1. Kenne immer genau den Zustand deiner Herde
2. Entdecke das Format deiner Schafe
3. Hilf deinen Schafen, sich mit dir zu identifizieren
4. Gewährleiste die Sicherheier deines Weidesplatzes
5. Dein Stab, mit dem du führst
6. Dein Stecken, mit dem du korrigierst
7. Das Herz des Hirten

Die wichtigsten Sätze sind am Ende eines Kapitels immer zusammengefasst, was auch echt hilfreich ist und einen schnellen Überblick gibt, wenn man sich noch mal das Buch vergegenwärtigen will.

Hier mal einige Sätze, die ich mir unterstrichen habe:

  • Sie haben nur die Arbeit im Kopf, aber nicht die Arbeiter (29)
  • Das persönliche Merkmal eines Führers wird zum gemeinsamen Nenner der Organisation (56)
  • Für großartige Führungspersönlichkeiten ist das Führen nicht bloß eine professionelle Kunst; es ist etwas Persönliches (63)
  • Es bedarf nur einer einzigen streitsüchtigen Person, um in einer ganzen Abteilung die Atmosphäre guter Zusammenarbeit zu zerstören (75)
  • Was ich ihnen heute zu sagen versuchte, war, dass sie es sind, der in ihrer Abteilung maßgeblich das Arbeitsklima bestimmt (80)
  • Lassen sie Problemen nicht die Zeit zum Schwären (81)
  • Das setzen von Grenzen ist keine Frage des Ego; es ist eine Frage der Funktionstüchtigkeit und der Sicherheit (92)
  • Gute Hirten vergessen es nicht, ihre Leute immer wieder einmal zu ermutigen (97)
  • Beim disziplinieren geht es nicht darum, eine Strafe zu verpassen oder jemanden zu beschämen. Es geht um eine Unterweisung (112)
  • Mehr als alles andere ist die Kunst des Hirten ein Lebensstil als Führungsperson… Wer sie gekonnt ausübt, tut das, weil er bereit ist, den Preis dafür zu bezahlen (123)
  • Was einen Hirten zum Hirten macht, ist nicht der Stab oder der Stecken, sondern sein Herz (125)
  • Die Qualität dessen, was sie zurückbekommen, beruht auf der Qualität dessen, was sie investiert haben (131)
  • Du musst jeden Tag entscheiden, wer den Preis für deine Führung zahlt: du oder deine Leute (143)

Mich fordert dieses Buch enorm heraus. Ich glaube ich werde das Buch in ein paar Jahren noch mal lesen. Die Gedanken müssen vom Buch in meinen Kopf und dann mein Handeln bestimmen. Das geht nicht mal eben.

09.07._Leman_Das Hirtenprinzip