Fußball und die Religion

Ich bin Fußballfan. Auch wenn mein Verein gerade auf dem drittletzten Platz in der 2. Liga steht. Ich war schon oft im Stadium und genieße mein Hobby, auch wenn ich in den letzten Jahren selten dazu gekommen bin.

Mein Revier ist hierWas mich immer schon beschäftigt hat, ist der Aspekt der Religion beim Fußball. Inwieweit hat Fußball religiöse Züge? Inwieweit kann man das Anfeuern der Mannschaft mit Lobpreis im Gottesdienst vergleiche? Inwieweit ist das Verehren der Stars Götterverehrung? Ab wann investiert ein Fan zu viel Geld in sein Fanverhalten (Besuche, Ausrüstung, Anfahrt)? Es gibt da eine unsichtbare Grenze. Vieles ist Kult, vieles ist Spaß und Kultur. Aber es gibt irgendwo eine Grenze, die manche Fans und auch Vereine überschreiten. Aber wo ist die?

Nach dem Überschreiten dieser unsichtbaren Grenze wird Fußball plötzlich Religion und Glaube. Er gibt Halt, stiftet Gemeinschaft, wird Lebensinhalt. Doch welches Heil vermittelt er? Welche Nachhaltigkeit hat diese Religion?

Aktuell ausgelöst wurde diese Frage bei mir heute Morgen wieder neu aufgeworfen, als ich in meiner Zeitung gelesen habe, dass Schalke 04 jetzt seinen eigenen Friedhof eröffnet. Hier mal ein Bericht der Rheinischen Post: http://nachrichten.rp-online.de/panorama/ein-fussball-stadion-als-schalke-friedhof-1.3099490, oder auch hier: das Schalke-Fan-Feld.

Schalke hat ja schon eine Kapelle in seinem Stadion. Ich finde Schalke 04 überschreitet hier diese unsichtbare Grenze und maßt sich etwas an, was ein Fußballverein nicht leisten kann und auch nicht leisten darf.
Und es nicht nur Schalke. Auch mein Verein überschreitet sicher manchmal solche unsichtbare Grenzen und Bayern München, Borussia Dortmund und andere Vereine auch. Aber bei Schalke fällt es momentan besonders auf.

Was mir gefällt und auch Hoffnung gibt, sind christliche Fanclubs, die in die Fußballkultur eindringen. Ihre Mitglieder lieben selbst Fußball, kennen aber scheinbar das Überschreiten dieser Grenze und können eine Alternative nennen. Ich kenne zwar im Moment noch niemanden persönlich von den Jungs, aber immerhin haben sie eine Internetseite: http://www.totale-offensive.de/. So kann es also auch gehen.

Nachtrag 11.12.2012
Wie ich erfahren habe, betreibt nicht der Verein Schalke 04 den Friedhof. Es ist die Initiative eines Fans, der aber mit Unterstützung des Vereins handelt: http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/fc-schalke-04/article111751349/60-Graeber-fest-gebucht-Schalke-eroeffnet-Friedhof.html

Konzepte um nicht den Advent zu verpennen und nicht Weihnachten unterm Baum zu entscheiden

Jetzt geht sie los: Die Advents- und Weihnachtszeit.

Links ein Bild von unserem Familien-Kult-Weihnachtsbaum 2011. Das Bild hat es in die Best-of geschafft. Aufgrund unseres Umzugs Ende Dezember hatten wir 2011 keinen gekauft. Meine 8-jährige Tochter fand das schrecklich. Also hat sie selbst eine Mini-Tanne aus dem Wald besorgt und geschmückt.

Selten gibt es eine Jahreszeit in der (hoffentlich) so viel gute Nachrichten (also das Evangelium) verkündet wird, wie rund um Weihnachten. Schließlich hat Jesus Christus Geburtstag.

Ich habe hier mal ein paar Sachen zusammengestellt, die euch bei der Vorbereitung von Andachten oder Predigten inspirieren können:

Ganz neu gibt es meine Predigt am Heiligen Abend vom letzten Jahr:

Hier ein paar Konzepte zum Advent:

Hier welche zu Weihnachten, bzw. Heiligabend:

Falls ihr dieses Jahr was vorbereiten müsst, wünsche ich Gottes Segen, gute Ideen und viel Inspiration.

Why Nachten?

Why Nachten? Daniel Harter von der Kirche für Oberberg in Gummersbach hat eine Umfrage auf YouTube veröffentlicht. Die KfO hat Leute in Gummersbach gefragt, warum Weihnachten gefeiert wird. Interessante Aussagen. Allerdings auch erstaunlich viele fromme, “richtige” Aussagen. Das muss an diesem Gebiet hier liegen. Das Oberbergische ist eine fromme Ecke. Das ist ja auch gut so. Ich glaube, in Köln oder in Berlin wären viele Antworten anders ausgefallen. Aber für Leute aus dem Bergischen Land ist das Video sicher eine gute Illustration für einen Gottesdienst: https://youtu.be/K_Kx1FBHkbs

Why Nachten?

Gutes Zitat Nr. 2: Glaube und Kultur

„Der christliche Glaube existiert nicht, außer ›übersetzt‹ in eine Kultur … Kommunikation findet immer unter kulturellen Prämissen statt. Je mehr wir der Kultur in unserer Kommunikation respektvollen Raum geben, desto eher verstehen wir die wirklichen Anliegen unserer Zielgruppe und können verständlich in ihrer Welt übersetzen, kulturell relevante Antworten geben und so das Evangelium verstehbar machen.“

Peter Müller in seinem Buch Columbans Revolution, Seite 74

Rezension: Der Minuten Manager

Der Minuten ManagerBlanchard, Kenneth, Johnson / Spencer, Der Minuten Manager, rororo 142002
3 von 5 Punkten

Ein Klassiker unter der Führungsliteratur ist „Der Minuten Manager“ von Blanchard und Johnson, der erstmalig in den USA 1983 erschienen ist. 112 Seiten. Gut zu lesen. Guter Preis: 6,95 €.

Kurzer Überblick: Jemand ist auf der Suche und will herausfinden, warum manche Firmen gut laufen und das Personal gerne und glücklich arbeitet und warum in anderen Firmen schlechte Stimmung herrscht. Bei der Suche lernt er den Minuten-Manager kennen. Dieser vertritt folgenden sehr guten Führungsansatz: „Wie kann ich denn sonst Resultate erzielen, wenn nicht durch Menschen? Mir geht es um Menschen und um Resultate. Das lässt sich nicht trennen.“(:20). Diesen Ansatz versucht er mit dem 1min-Ziel, dem 1min-Lob und der 1min-Kritik zu leben.
Hier liegt die Stärke des Buches: sehr schön, sehr einfach, alles in die 1min-Formel. Und gleichzeitig die Schwäche, denn so einfach ist das nicht, besonders nicht im ehrenamtlichen Bereich, für das dieses Buch natürlich in erster Linie nicht geschrieben ist. Dennoch kann man eine Menge daraus ziehen.

Im Einzelnen:

  • 1min-Zielfestlegung: Jeder Mitarbeiter braucht ein Ziel, sonst kann er nichts erreichen (:33). Dafür muss man wissen, was man will und wie man da hinkommt. Das hält man schriftlich fest. Zusammenfassung: 36.
  • 1min-Lob: Lob wird hier gefordert und das ist richtig, denn wir Deutschen loben viel zu wenig. Auch in christlichen Kreisen wird oft mit Lob gespart. Hier dagegen: „Lass jeden seine Höchstform erreichen. Erwisch ihn, wenn er´s gut gemacht hat.“ (:41). Starker Ansatz. Zusammenfassung: 46.
  • 1min-Kritik: Als Christen tun wir uns manchmal schwer zu kritisieren. Gerade auch in der ehrenamtlichen Mitarbeit, weil ja alles freiwillig ist und wir Angst haben, dass jemand sofort hinschmeißt. Wir schaffen es schwer zwischen Verhalten und Person zu unterscheiden. Ansatz: „Ich bin nicht mein Verhalten. Sondern: Ich (hand-)habe mein Verhalten“ (:95). Doch Kritik ist ja nicht niedermachend, sondern würdigt den anderen und nimmt ihn ernst. Aber wie macht man das? Hier ist die 1min-Kritik eine echte Hilfe. Zusammenfassung: 61
  • All das ist so empfehlenswert, weil es eine direkte Investition in Menschen ist: „Jeder Augenblick, den ich meinen Mitarbeitern widme, ist gewinnbringend angelegt.“ (: 64). Gut auch die Aussagen auf 65f.
  • Noch ein paar Sachen/Zitate:
    72: Witzig: Einstein soll mal, als er nach seiner Telefonnummer gefragt wurde, im Telefonbuch nachgesehen haben, mit der Begründung sein Gehirn nicht mit unnützen Infos vollzustopfen, die man überall ganz schnell bekommen kann
    99: „Ziele setzen unser Verhalten in Gang. Konsequenzen halten unser Verhalten in Gang.“

10.06._Blanchard_Der1min-Manager