Gutes Zitat / Brilliant Quote No. 1: Gemeinschaft

Cross, Exeter“Wer seinen Traum von einer christlichen Gemeinschaft mehr liebt als die christliche Gemeinschaft selbst, wird zum Zerstörer jeder christlichen Gemeinschaft, und ob er es persönlich noch so ehrlich, noch so ernsthaft und hingebend meint.”

Dietrich Bonhoeffer, Gemeinsames Leben, Seite 24

„Those who love their dream of a Christian community more than the Christian community itself become destroyers of that Christian community even though their personal intentions may be ever so honest, earnest, and sacrificial.“

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), Life Together, Page 36

Rezension: Das Hirtenprinzip

Das HirtenprinzipLeman, K./Pentak, W., Das Hirtenprinzip: Sieben Erfolgsrezepte guter Menschenführung, Gütersloher Verlagshaus 52005
4,5 von 5 Punkten

Dieses Buch mit 142 Seiten ist interessant und schnell zu lesen – umso herausfordernder wird es sein, die Prinzipien zu leben.
Beschrieben wird die Mentoringbeziehung eines Professors mit seinem Student, der etwas über die Führung von Menschen lernen will. Der Prof ist eine Art Hobby-Hirte und macht an diesem uralten Beruf ganz viel zum Thema Leitung und Menschenführung fest. Er wendet sie auf die Zukunft seines Mentees an, der ein Team in einer amerikanischen Firma leiten soll.
Da die Leiter der Gemeinden in der Bibel auch als Hirten bezeichnet werden, liegt es nahe sich als Christ mit diesen Prinzipien zu beschäftigen. Der Prof macht seinem Studenten 7 Prinzipien deutlich:

1. Kenne immer genau den Zustand deiner Herde
2. Entdecke das Format deiner Schafe
3. Hilf deinen Schafen, sich mit dir zu identifizieren
4. Gewährleiste die Sicherheit deines Weideplatzes
5. Dein Stab, mit dem du führst
6. Dein Stecken, mit dem du korrigierst
7. Das Herz des Hirten

Die wichtigsten Sätze sind am Ende eines Kapitels immer zusammengefasst, was auch echt hilfreich ist und einen schnellen Überblick gibt, wenn man sich noch mal das Buch vergegenwärtigen will.

Hier mal einige Sätze, die ich mir unterstrichen habe:

  • Sie haben nur die Arbeit im Kopf, aber nicht die Arbeiter (29)
  • Das persönliche Merkmal eines Führers wird zum gemeinsamen Nenner der Organisation (56)
  • Für großartige Führungspersönlichkeiten ist das Führen nicht bloß eine professionelle Kunst; es ist etwas Persönliches (63)
  • Es bedarf nur einer einzigen streitsüchtigen Person, um in einer ganzen Abteilung die Atmosphäre guter Zusammenarbeit zu zerstören (75)
  • Was ich ihnen heute zu sagen versuchte, war, dass sie es sind, der in ihrer Abteilung maßgeblich das Arbeitsklima bestimmt (80)
  • Lassen sie Problemen nicht die Zeit zum Schwären (81)
  • Das Setzen von Grenzen ist keine Frage des Ego; es ist eine Frage der Funktionstüchtigkeit und der Sicherheit (92)
  • Gute Hirten vergessen es nicht, ihre Leute immer wieder einmal zu ermutigen (97)
  • Beim Disziplinieren geht es nicht darum, eine Strafe zu verpassen oder jemanden zu beschämen. Es geht um eine Unterweisung (112)
  • Mehr als alles andere ist die Kunst des Hirten ein Lebensstil als Führungsperson … Wer sie gekonnt ausübt, tut das, weil er bereit ist, den Preis dafür zu bezahlen (123)
  • Was einen Hirten zum Hirten macht, ist nicht der Stab oder der Stecken, sondern sein Herz (125)
  • Die Qualität dessen, was sie zurückbekommen, beruht auf der Qualität dessen, was sie investiert haben (131)
  • Du musst jeden Tag entscheiden, wer den Preis für deine Führung zahlt: du oder deine Leute (143)

Mich fordert dieses Buch enorm heraus. Ich glaube, ich werde das Buch in ein paar Jahren noch mal lesen. Die Gedanken müssen vom Buch in meinen Kopf und dann mein Handeln bestimmen. Das geht nicht mal eben.

09.07._Leman_Das Hirtenprinzip

Der Wiedenester Metzger ist dicht – ein Nachruf

Heute ist für mich ein schlimmer Tag. Der Metzger in Wiedenest macht dicht. Seit 15 Jahren kaufe ich da an freien Samstagen Frischwurst ein und vor allen Dingen am Wochenende das legendäre Herrenfrühstück (speziell hergestelltes Mett mit Zwiebeln und Schnittlauch). Außerdem gibt es da unvergleichliche Pfefferbeißer. Dort habe ich meinen ersten Fasan gekauft und zu Weihnachten gebraten. Die Schließung ist ein Drama. Damit gibt es in Wiedenest jetzt keinen Metzger mehr.

Und dann noch heute die große Enttäuschung: als ich um 9.30 Uhr zum letzten Mal in die Metzgerei kam, um mir und meiner Familie zwei Herrenfrühstücke zu kaufen, waren die schon ausverkauft. Überhaupt war die Situation trostlos. Nur eine Angestellte war im Laden. Die Theke fast leer. Aus purer Enttäuschung habe ich dann eine Zwiebelmettwurst gekauft. Ein unwürdiger Abgang, wie ich finde. Ich hätte mir ein Abschlussfest mit aufgestelltem Grill gewünscht.

Ich war so enttäuscht, dass ich danach zum ersten Mal seit 15 Jahren zur Konkurrenz in die Altstadt von Bergneustadt gefahren bin. Der einzige noch echte Metzger in Bergneustadt. Und ich war positiv überrascht. Die können auch Wurst. Der Rollschinken war 1A. Die Pfefferbeißer muss ich noch probieren. Das Mett war auch gut. Aber leider haben die kein Herrenfrühstück.

veitc.de ist komplett runderneuert

veitc.de, WebseiteLiebe Nutzerinnen und Nutzer,

nach über 1,5 Jahren gibt es nun wieder ein Update von www.veitc.de. Und dieses Update hat es in sich, denn veitc.de hat sich neu erfunden. In diesem Beitrag gibt es alle Informationen.

neu: veitc.de ist jetzt auch ein Blog
veitc.de ist nicht mehr nur eine Konzeptseite, sondern auch ein Blog. Mehrmals im Monat stelle ich neue Inhalte und Gedanken ein, immer als Inspiration für Leiter und Verkündiger.  Es gibt grundsätzlich fünf Rubriken: Leitung, Verkündigung, Kirche/Gemeinde, Rezensionen, Alles Andere.

neu: Rubrik Buchrezensionen
Die Seite bietet als neues Angebot Rezensionen von Büchern rund um die Themen Leitung, Verkündigung und Kirche/Gemeinde. Manche Rezensionen sind kleine Zusammenfassungen, sodass man ein gutes Buch „mal eben“ anlesen kann und dabei die wichtigsten Inhalte erfasst.

neu: Vernetzung mit Podcast und Videos
Einige Predigten liegen als Podcast oder Video vor. Daher hat veitc.de jetzt auch eine Rubrik, die direkt auf diese Predigten verlinkt.

neu: Das Design
Endlich – nach über 10 Jahren – habe ich das Programm gewechselt. Word hat ausgedient. Ich arbeite nun mit WordPress. Das ist einfacher, schneller, aktueller und schicker.

neu: Vernetzung mit Facebook und Twitter
veitc.de ist ab sofort mit twitter vernetzt. Unter @reverend_veit kann man mir eine Nachricht senden oder mir folgen.
Ebenso gibt es eine Vernetzung mit Facebook unter www.facebook.de/veitc.de.

neu: Noch weitere Veränderungen
In veitc.de ist jetzt die Website www.apostolicum.de integriert worden.
veitc.de ist auch über www.derpastoralreferent.de und www.claesberg.de erreichbar.
Außerdem habe ich nun meine Termine integriert.
Und ein Teil der Angebote sind auch in Englisch verfügbar.
Auch die Links zur Jugendarbeit sind weiter verfügbar und ist die einzige Rubrik, die noch von der alten Seite übrig ist und noch aus Zeiten stammt, bei dem Linksammlungen eine Rolle spielten und google noch in den Anfängen war. Die Rubrik wurde ausgemistet und mit acht neuen Links angefüllt.

neu: Neue Zugangsdaten
Für die geschützten Konzepte: Benutzername: siehe unten
Für die geschützten Unterrichtsskripte: bitte ein Mail an [email protected] mit Name, Gebrauchsangabe und Gemeinde/Kirche

Und schließlich zu dem, was veitc.de schon seit über 10 Jahren auszeichnet: die neuen Konzepte. Momentan ist die Rekordzahl von 335 Konzepte online. Neu dazugekommen sind:

  • Drei Textandachten aus dem Neuen Testament in der Rubrik Andachten
  • Eine Bibelarbeit aus dem Neuen Testament in der Rubrik Bibelarbeiten
  • Fünf Thematische Konzepte in der Rubrik in der Rubrik Event- und Freizeitarbeit
  • Eine Moderation zum Abendmahl in der Rubrik Moderationen
  • Vier AT Textpredigten in der Rubrik Predigten
  • Vier NT Textpredigten in der Rubrik Predigten
  • Zwei Themenpredigten in der Rubrik Predigten
  • Eine hermeneutische Ausarbeitung in der Rubrik Specials
  • Vier Unterrichtsskripte und vier Updates zur Jugendarbeit in der Rubrik Unterrichtsskripte

Besonders hinweisen möchte ich auf die Ausarbeitung So – oder auch anders. Das Schriftverständnis im BEFG und mein eigenes Bibelverständnis. Die Arbeit wurde mit gut benotet und hat mir sehr viel für mein eigenes Bibelverständnis gebracht.

Ich wünsche euch einen super Herbst und Gottes Segen für eure Arbeit im Reich Gottes.

Gruß aus Kleinwiedenest,
euer Veit

Rezension: klein und stark (Minigruppen)

klein und starkCole, Neil, klein und stark, C & P 32005
(4) von 5 Punkten
136 Seiten, 9,80 €

Ich habe dieses Buch gelesen und bin von der Idee der Minigruppen begeistert. Allerdings weiß ich nicht, ob das Konzept in Deutschland funktioniert. Es käme auf einen Versuch an. Daher habe ich auf eine Bewertung des Buches in Klammern gesetzt. Der Autor Neil Cole ist sehr davon überzeugt und berichtet, wie seine Gemeinde dadurch verändert wurde.

Das Buch ist in 10 Kapitel unterteilt. In den ersten sechs Kapiteln wird Grundsätzliches zum Auftrag der Gemeinde gesagt. In den letzten vier Kapiteln wird das Konzept der Minigruppen entfaltet. Es folgen zwei praktische Anhänge mit Fragen für die Minigruppen.

In den Kapiteln 1-3 stehen sehr viele bekannte, richtige und wichtige Dinge, die man sicher schon kennt (Auftrag an die Gemeinde, Multiplikation). Meine ersten Unterstreichungen finden sich auf Seite 43: Einfachheit ist der Schlüssel zur Erfüllung des Missionsauftrages in dieser Generation. Ein guter Ansatz, der bestehende große Konzepte hinterfragt: Vielleicht sehen wir deshalb keine Multiplikation im Bereich Jüngerschaft, weil wir zu früh zu viel umsetzen wollen. Jüngerschaft ist ein lebenslanger Prozess, aber wir neigen dazu, unseren Jüngern im ersten Jahr alles beibringen zu wollen… Indem wir Jüngerschaft mit Leiterausbildung verwechseln, schließen wir viele Christen von der Erfüllung des Missionsauftrages aus. Das ist mal eine steile nachdenkenswerte These.
In Kapitel 5 macht Cole deutlich, dass Sündenbekenntnis und Gottes Wort aufnehmen und ihm gehorchen, die Grundelemente der Lebensveränderung sind.
Von da aus entfaltet er in Kapitel 6 die Minigruppen, weil beide Elemente am besten in einer kleinen Gemeinschaft von 2-3 Personen gelebt werden. Hier entsteht Gemeinschaft, Verbindlichkeit, Vertraulichkeit, Flexibilität und Reproduzierbarkeit. Cole illustriert seine These in Kapitel 7 mit der Geschichte seiner eigenen Gemeinde.
In Kapitel 8 stellt er das Konzept der „lebensverändernden Minigruppen“ vor. Eine Minigruppe besteht aus drei Elementen für persönliches geistliches Wachstum (S.75): Sündenbekenntnis, regelmäßige Bibellektüre und Gebet für andere Menschen, die Christus brauchen. Man trifft sich 1x die Woche für 1h. In der Zwischenzeit nimmt man sich als Gruppe vor, innerhalb der Woche ganze Bücher der Bibel zu lesen, also z.B. den Hebräerbrief oder das Buch Josua komplett. Wenn es einer nicht schafft, fangen alle in der nächsten Woche nochmal an. Das kann unter Druck setzen, aber wenn man damit umgehen kann, ist das sicher cool. Cole schreibt selber, dass man dadurch manche Bücher fünfmal liest und meint, dass das ja nicht schaden kann. Stimmt (S.79f). Dennoch bleibt bei mir erst mal ein komisches Druckgefühl zurück, was verstärkt wird durch Aussagen zur extra hohen Lesemenge auf S.81. Beim Treffen gibt es die Verbindlichkeitsfragen, die in die Tiefe führen und wo man sich gegenseitig seine Sünde bekennt, also dunkles ans Licht bringt (S.76f). Das ist sehr persönlich und erfordert großes Vertrauen.
Dazu kommt dann beim Treffen das „strategische Gebet für Menschen, die Gott noch nicht kennen“. Interessanter Ansatz, der was mit einem macht. Das alles läuft ohne Leiter und Arbeitsbuch.
In Kapitel 9 untermauert Cole die Vorteile und führt 11 Argumente an: Richtige Saat – Abschaffung der Mittelsmänner: Wir haben die Menschen in unseren Gemeinden so programmiert, dass sie meinen, sie könnten die Bibel ohne Hilfe des Klerus nicht verstehen – S.91). Die weiteren Ausführungen dazu (91f) wirken sehr provokant, aber sind nicht von der Hand zu weisen – und schließlich legt er da, dass Minigruppen die Evangelisation in den geistlichen Wachstumsprozess integrieren. Hierzu schreibt er auch wieder nachdenkenswerte Dinge und ich habe ganz viel unterstrichen (98f): Wenn wir Evangelisation von Jüngerschaft trennen, trennen wir etwas voneinander, was Gott untrennbar zusammengestellt hat. – Minigruppen praktizieren geistliche Übungen – Minigruppen geben dem Heiligen Geist Raum – Minigruppen bevollmächtigen gewöhnliche Christen zu lebenslanger Nachfolge – sie motivieren Laien zur Mitarbeit – sie machen Leitungsfähigkeiten sichtbar – sie setzen Kleingruppenleiter und Pastoren frei – sie sprechen die innere Motivation an – sie lösen Multiplikation auf der unteren Ebene der Gemeinde aus.

Das alles klingt fast zu schön, um wahr zu sein und lässt mich kritisch werden, wenn auch nicht so kritisch, dass ich es gerne mal ausprobieren möchte. Ich warte mal auf eine Gelegenheit.

In Kapitel 10 geht er dann noch mal auf die Gemeinde nach den Vorstellungen von Jesus ein. Wieder einige gute Aussagen: … dass eine Pforte keine Angriffswaffe ist … die Kirche steht in der Offensive, nicht in der Defensive (123). Ausgeführt wird, dass wir keine Angst vor den Pforten der Hölle haben müssen (Mt 16,18). Daher folgert er … braucht die Kirche den Wechsel von der Defensive in die Offensive, wenn wir Kirche nach den Vorstellungen Jesu sein wollen.
Amen dazu.

09.09._Cole_Minigruppen