Ich bin zwar dieses Jahr leider nicht mehr dabei … aber auf der Pfijuko, von der die Bilder dieses Teaser stammen, war ich noch dabei. Was für eine Stimmung zur Ehre Gottes!!
Und hier kann man sich bald anmelden: www.pfijuko.de.
Rezension: Das Prinzip Selbstverantwortung
Buchbesprechung eines Klassikers: Sprenger, Reinhard K., Das Prinzip Selbstverantwortung – Wege zur Motivation, Frankfurt: Campus 1995, 251 Seiten
3,5 von 5 Punkten
Reinhard Sprenger schreibt gegen den Pontius-Pilatus-Tonfall des „Ich bin nicht verantwortlich“ an (:9). Für ihn gibt es „… keine wichtigere betriebswirtschaftliche Gestaltungsaufgabe als die Wiedereinführung der Selbstverantwortung in die Unternehmen.“ (:12).
In vielen Unternehmen herrscht Opfermentalität, Unsicherheit und organisierte Unverantwortlichkeit (:21). Hauptfaktor für dieses Denken ist die Hierarchie. Sie geht von der Annahme aus, dass Mitarbeiter „… weder willens noch fähig sind, ihre eigene Arbeit selbst zu organisieren und zu kontrollieren.“ (:25). Selbstverantwortung ist dagegen die Entscheidung des Mitarbeiters, eine Beziehung zum Unternehmen einzugehen. Das ist für Sprenger Commitment: Autonomie, Engagement, Kreativität, sowie das Versprechen: Ich tue es! Verantwortung wird so als Lust und nicht als Last empfunden.
Das Buch gliedert sich nach dieser Einleitung in zwei große Teile. Im sogenannten philosophischen Hauptstück beschreibt er die drei Säulen der Selbstverantwortung: Wählen (Autonomie), Wollen (Initiative) und Antworten (Kreativität). „Sie haben ihre berufliche Situation, so wie sie jetzt ist, frei gewählt. Und damit sind Sie auch für die Konsequenzen ihrer Wahl selbst verantwortlich.“ (:42). Freiheit ist der Zwang sich zu entscheiden. „Tatsache ist, dass wir nur eines nicht wählen können: das Wählen.“ (:57). Eingeschlossen ist auch die Freiheit etwas abzuwählen. Klagen zerstört dagegen das Selbstwertgefühl. Sprenger beklagt das fehlende Bewusstsein der Wahlfreiheit.
Liebe ist hier für Sprenger das Stichwort: „Love it, leave it or change it!” (:70). Liebe ist, was Liebe tut. Liebe ist eine Entscheidung, die uns verpflichtet. Wo erlebte Wahlfreiheit ist, da ist Energie und das ist Commitment. Dabei ist vieles subjektiv, weil es echte Objektivität laut Sprenger nicht gibt (:118). Er setzt dagegen auf Kreativität und Kommunikation. Ausgehend von der Behauptung, dass es wahres vollständiges Verstehen nicht geht, spricht Sprenger von der Übereinkunft zweier Partner, also einer Vereinbarung, die in der gegenseitigen Beziehung wurzelt. Nur in der Beziehung entsteht Selbstverantwortung und Commitment ist möglich.
Im zweiten Teil, dem pragmatischen Hauptstück führt er den Begriff perspektivische Führungskultur ein. Diese Kultur schafft Bedingungen der Möglichkeit (:136). Daher muss eine Führungskraft ermutigen. Laut Sprenger ist sich vom Leithammel zu verabschieden. Der Vorgesetzte ist ein Auslaufmodell, weil Führungskompetenz von den Mitarbeitern vergeben wird. Der Kunde der Führungskraft ist der Mitarbeiter, der Selbstverantwortung als Einstellung wählt. Wichtig ist dabei die Übertragung der Entscheidungsverantwortung und Hilfe zur Selbsthilfe. Für Sprenger gehört dazu eine gute Fehlerkultur (:189).
Gegen Ende zeigt er Wege der Veränderung auf, also Methoden, die weder manipulieren, beeinflussen, retten oder entwürdigen. Er macht noch einmal deutlich, dass Commitment (:220) eine Einstellung und ein Versprechen ist und wie es entstehen kann. Die Krise der Glaubwürdigkeit in vielen Unternehmen gilt es daher zu ändern. Nur durch selbst gewählte Glaubwürdigkeit ist Commitment der Mitarbeiter möglich ist.
Beurteilung: Sprenger provoziert und fordert heraus. Er denkt herrlich quer. Sein Buch enthält eine Fülle von Gedanken, die konträr zur gängigen Praxis der Mitarbeiterführung liegen. Es ist sehr dicht geschrieben. Auf fast jeder Seite finden sich Sätze zum Nachdenken. Hilfreich wäre hier eine übersichtlichere Gliederung, die ich leider vermisse.
Seinen Grundansatz zur Selbstverantwortung halte ich für das Gebot der Stunde und praktikabel und kann ihn aus bisher gemachter Erfahrung bestätigen.
Einige seiner Thesen sind allerdings auch sehr überspitzt dargestellt, wie z.B. seine Einstellung zum Thema Vision und Ziele. Aussagen wie: „Wer eine Vision braucht, hat in der Gegenwart nichts zu bieten.“, sind wenig hilfreich und gehen an meiner erlebten und bewährten Praxis vorbei. Er wehrt sich hier gegen den „religiösen“ Ansatz (:132), den ich aus biblischer Sicht aber für geboten halte.
Vom christlichen Menschenbild her, ist Sprenger grundsätzlich zuzustimmen. Er greift selber auf die biblische Geschichte des Sündenfalls zurück, wobei ich nicht davon ausgehe, dass er sie als wirklich geschehen versteht. Er schreibt: „Die Vertreibung aus dem Paradies ist „… wie die List der Vernunft: sie inthronisiert den Menschen als voll verantwortlichen Schöpfer seiner >eigenen< Welt … Vor Gott und dem Leben ist die Sache klar: Ausreden gelten nicht.“ (:40). Dennoch darf man in Sprengers Konzept auch nicht die Lösung aller innerbetrieblichen Probleme sehen. Der Mensch ist von der Sünde angenichtet und es ist nicht davon auszugehen, dass wirklich jeder Mitarbeiter immer darauf wartet alles zu geben, wenn er nur richtig geführt wird.
Aus christlicher Sicht irritiert die Aussage „Ethik hat nur dann eine Chance, wenn sie auf Egoismus setzt.“ (:76). Sie geht von einem Leben ohne den Heiligen Geist aus, dass natürlich im betrieblichen Alltag eher wahrscheinlich ist, als umgekehrt.
- pdf-Datei: 07.12._Sprenger_Prinzip Selbstverantwortung
Fortbildung in Sachen Grippe
Fortbildung in Sachen Grippe: Wow, da hat mich die NRW-Grippewelle 2013 für fast 10 Tage umgehauen. Selten so viel und so lange am Stück geschlafen. Und selten so langsam den körperlichen Aufschwung gespürt wie dieses Mal.
Tja, wenn man so im Bett liegt, kann man sich ja auch mal zum Thema fortbilden. Ich habe folgende interessante Internetseiten gefunden.
- Lauter Fragen zum Thema Grippe beantwortet das Robert Koch Institut (RKI)
- Auch ganz cool ist Grippeweb, ebenfalls vom RKI. Hier kann man sogar mitmachen. Hier wird auch noch mal der Unterschied zwischen Grippe und grippalem Infekt erklärt.
- Hilfreich dazu auch die Erklärungen in Wikipedia zur Grippe (Influenza) und Erkältung (grippaler Infekt). Dabei auch wieder sehr gut die Gegenüberstellung in einer Tabelle von Grippe und grippalem Infekt.
Und wenn ich mich jetzt frage, was ich hatte, dann weiß ich keine Antwort. Einiges deutet auf eine echte Grippe hin und anderes wieder auf einen starken grippalen Infekt. Das kann einem dann wohl nur der Arzt sagen. Ich entscheide mich für eine echte mittelschwere Grippe, die so langsam aber sicher dem Ende entgegengeht.
Ich weiß jetzt aber z.B. dass eine normale Virusinfektion wie z.B. eine Grippe einen Körper so schwächen kann, dass er auch noch eine bakterielle Infektion bekommt. Erst dann ist der Einsatz von Antibiotika sinnvoll. Man hat dann sozusagen eine Superinfektion.
Und dann gibt es da noch die ganzen Vermeidungstipps. Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde sie kulturell fast nicht lebbar.
Willkommen im Team – eine Fußballpredigt
Eine neue Episode ist auf veitc.de podcast / wiedenest online.
Willkommen im Team – eine Fußballpredigt: Was kann man von der Zusammenstellung der Nationalmannschaft lernen im Vergleich zum Christsein? Wie kommt man ins Team? Wieso ist Teamarbeit wichtig? Diese Predigt entstand zur EM 2008 und wurde mehrmals neu aufgelegt und abgewandelt. Hier die Originalversion: Jesus beruft dich in sein Team.
Podcast: Play in new window | Download
100 Tage bin ich heute …
… Gemeindereferent, bzw. Pastoralreferent, bzw. Pastor, bzw. Reverend, bzw. hauptberuflicher Mitarbeiter in meiner Gemeinde, der EFG Wiedenest. Und ich muss sagen, es fühlt sich gut an. Ich mag diese Gemeinde. Und sie hat soviel Potential. Und es läuft so viel Gutes in dieser Gemeinde. Und Gottes Reich kommt durch diese Gemeinde.
In diesen 100 Tagen habe ich bereits einiges gelernt und einiges ist mir wieder neu deutlich geworden. Hier mal lose zusammengeschrieben:
- Fängst du wie ich in „deiner eigenen“ Gemeinde als hauptberuflicher Mitarbeiter an, ist der Berufungsprozess besonders spannend. „Alle“ kennen dich, du kennst „alle“ oder meinst das zumindest. Jeder kennt deine Stärken, aber auch deine Schwächen.
- Was ich vorher ehrenamtlich geleistet habe, ist jetzt plötzlich mein Beruf. Für ehrenamtlichen Einsatz ist man in einer Gemeinde dankbar und wenn ich nicht mehr wollte, habe ich ihn eingestellt. Nun werde ich bezahlt. Ich „muss“ also auch Leistung bringen. Das fühlt sich anders an, ist aber nicht schlimm.
- Wechselst du wie ich aus einem christlichen Werk und einer überörtlichen Tätigkeit in die Ortsgemeinde, musst du dich an die neue Kultur gewöhnen. Die Arbeitskultur in einem christlichen Werk gleicht mehr einer Firma. Eine Gemeinde ist mehr ein Beziehungsnetzwerk. Ich hatte tatsächlich nach ca. 80 Tagen eine Art kleinen Kultur-Schock, den man auch von Missionaren kennt.
- Ich war vorher andauernd unterwegs. Jede Woche sah anders aus. Ich hatte einen ganz anderen Lebensrhythmus. Jetzt lebe ich wesentlich rhythmisierter. Das tut gut und ist familienfreundlich.
- In der Gemeindearbeit ist alles direkter. Als überörtlicher Referent „fliegst du ein“ und „fliegst wieder aus“. Ob deine Veranstaltungen besucht werden oder nicht, entscheidet letztlich auch der „Markt“, bei allem geistlichen Anspruch, den eine christliche Organisation hat und braucht. In der Gemeinde gehören die Leute dazu, weil sie zur Gemeinde gehören. Das ist unmittelbarer und unausweichlicher. Eine Gemeinde ist wie eine Herde. Eine christliche Organisation wie ein Hirtendienstleister, mit Material, Beratung und Austauschtreffen.
- Als überörtlicher Jugendreferent produzierst du eine super Predigt und hältst die an verschiedenen Orten. In der Gemeinde musst du vielmehr geistliche Impulse erarbeiten. Das fordert dich viel mehr und öfters. Ist aber cool.
- Der Wechsel aus der Jugendarbeit ist natürlich auch zu spüren. Aber wir haben in unserer Gemeinde auch sehr viele Jugendliche.
- Leute besuchen macht Spaß. Gerade ältere Leute freuen sich, backen Kuchen und man hört sehr bewegende und interessante Lebensgeschichten. Gott hat eine Menge Spuren in Biografien hinterlassen.
- Was ich auch noch mal feststelle: eine Gemeinde ist selbstständig und entwickelt sich selbstständig. Ich glaube, konfessionelle Verbände sind wichtig, werden aber von ihren Funktionären manchmal überschätzt. Verbände arbeiten vor allen Dingen im Auftrag der Gemeinden und müssen diesen Auftrag im Blick behalten. Sie dürfen sich nicht auf der gemeinsamen konfessionellen DNA ausruhen. Dafür ist es wichtig, dass die Gemeinden den Auftrag der Verbände definieren. Das dürfte ein spannender Prozess werden.
- Die Ortsgemeinde kann/soll als Organisation wirklich einen direkten Beitrag für ihren Ort haben und in den Ort wirken. Diesen Auftrag in meinem Ort zu finden, ist ein spannender Prozess. Gemeinde ist ein SEK Gottes.
- Eine Ortsgemeinde ist aber nicht nur eine Organisation, sondern ein Organismus und sendet Menschen jede Woche aus in den Alltag. Gemeinde ist daher auch Tankstelle.
- Und Gemeinde muss auch eine Gemeinschaft sein, die dich trägt. Es ist ein Netzwerk, ein doppelter Boden, in den man fallen kann, wenn eigene Seile reichen. Und Gemeinschaft darf auch Spaß machen.
Wahnsinnig froh bin ich, dass wir hier zu dritt im Team + Leitungsteam (Älteste) + EGL (Diakone) arbeiten. Das ist beruhigend, nordend, flankierend, motivierend, entlastend, bereichernd. I like it.
Gutes Zitat Nr. 5: Christus
Der Christus im eigenen Herzen ist schwächer als der Christus im Worte des Bruders; jener ist ungewiss, dieser ist gewiss. Damit ist zugleich das Ziel aller Gemeinschaft der Christen deutlich: sie begegnen einander als Bringer der Heilsbotschaft.
Dietrich Bonhoeffer, Gemeinsames Leben, Seite 20
