Rezension: Die Strategy Safary

Mintzberg, Henry/Ahlstrand, Bruce/Lampel, Joseph, Strategy Safari – Eine Reise durch die Wildnis des strategischen Managements, Frankfurt/Wien: Redline Wirtschaft bei Ueberreuter, 5. Auflage 2004
2,5 von 5 Punkten / 452 Seiten, 39,99€

Jede/r Leiter/in muss sich mit der Strategie beschäftigen. Bei der Beschäfitung kann dieses Buch eine Hilfe sein.

1. Zum Inhalt des Buches
Die Autoren beginnen ihr Buch, indem sie das Feld der Strategieentwicklung als Elefanten darstellen, der von mehreren blinden Menschen an verschiedenen Stellen ertastet wird. So kann jeder zwar ein Teil des Elefanten erfassen, aber nie das ganze Tier. Wir sind die Blinden, und die Strategieentwicklung ist unser Elefant (Mintzberg 2004: 15). Anliegen der Autoren ist es nun dem Leser einen Blick auf die einzelnen Teile der Strategieentwicklung zu geben, um ihm dann zu ermöglichen, das ganze Tier zu erhaschen. Hilfreich ist, dass zunächst der Begriff „Strategie“ grundsätzlich erläutert wird. Dabei wird deutlich, dass Strategien einerseits Pläne für die Zukunft sind und anderseits Muster, die sich aus der Vergangenheit ergeben (: 23). Folglich kann eine Strategie bewusst geplant werden oder sich evolutionär herausbilden (emergent) (: 26). Strategie kann demnach als Position oder als Perspektive verstanden werden (: 27).

Die Autoren machen insgesamt zehn verschiedene Strategieschulen aus, die sie umfassend beschreiben (Entstehung, Literatur, Vertreter, Prämissen, Schaubilder) und kritisieren (Stärken und Schwächen). Zu nennen sind die:
× Designschule – Strategieentwicklung als konzeptioneller Prozess
× Planungsschule – formaler Prozess
× Positionierungsschule – analytischer Prozess
× Unternehmerschule – visionärer Prozess
× Kognitive Schule – mentaler Prozess
× Lernschule – sich herausbildender Prozess
× Machtschule – Verhandlungsprozess (unterteilt in Mikro- und Makromacht) × Kulturschule – kollektiver Prozess
× Umweltschule – reaktiver Prozess
× Konfigurationsschule – Transformationsprozess

Diese zehn Schulen werden wiederum in drei Richtungen unterteilt: Die ersten drei Schulen sind präskriptiv (vorschreibend), während die nächsten sechs als deskriptiv (beschreibend) gelten. Die letzte Schule versucht die Ansätze zu vereinigen und ist daher integrativ (verbindend).  Die ersten drei Schulen betrachten die Strategie eher als Position oder Perspektive, während die anderen sieben sie eher als Prozess verstehen. Außerdem werden die ersten vier Schulen eher als objektiv und die letzten fünf eher als subjektiv bezeichnet. Als Brücke bezeichnen die Autoren die Kognitive Schule (: 177). Die genannten Schulen haben sich in verschiedenen Entwicklungsstadien des strategischen Managements herausgebildet. Einige haben ihren Höhepunkt bereits hinter sich… während andere eben erst entstehen. (: 19). Den Autoren geht es nicht um den neuesten Trend (: 21), sondern um einen umfassenden Überblick über das Forschungsgebiet des Strategischen Managements.
Ein Grundanliegen des Buches wird bei der Beschreibung der Lernschule zusammengefasst: Wir freuen uns, wenn der in diesem Buch präsentierte Rahmen den Lesern hilft zu erkennen, dass die neueren Ansätze bestimmte Merkmale der etablierten in sich vereinen (: 247). Hilfreich zum Verständnis des Buches ist die Tabelle 7.1 (: 221) die einen Überblick über beabsichtigte und sich herausbildende Strategien gibt. Bei der Darstellung der letzten Schule, der Konfigurationsschule, beginnen die Autoren damit, die Prämissen der neun vorher aufgeführten Schulen zu verlinken: Jede Schule hat ihre Zeit und ihre Anwendungssituation. Damit unterscheidet sich die Konfigurationsschule von allen anderen in einer wesentlichen Hinsicht: Sie bietet die Möglichkeiten, die Aussagen der anderen Schulen zu integrieren und miteinander in Einklang zu bringen (: 340). Die Ausführungen zu dieser Schule sind insgesamt sehr hilfreich, um das Buch und das Anliegen zu verstehen.
Besonders zu nennen ist hier der Überblick über die verschiedenen Organisationen und ihr Wesen (: 346-348). Das letzte Kapitel erhellt schließlich wie ein Scheinwerfer die Vorangegangenen und macht sie für mich als Leser nutzbar. Dazu trägt das Schaubild 12.1 bei, dass die Evolution der zehn Schulen zeitlich einordnet (: 395). Ebenso der hilfreiche Gesamtüberblick der Tabelle 12.1 über alle Schulen (: 396f) und die Tabelle 12.2 in der die Autoren eine Kartierung des Strategiegestaltungsraumes vornehmen (: 414).

2. Persönliche Stellungnahme
Ich bin mit freudiger Erwartung an dieses Buch herangegangen und wurde beim Lesen zunehmend enttäuscht und erst gegen Ende wieder versöhnt.
Besonders die ersten Schulen werden vor allen Dingen negativ kritisiert, was berechtigt sein mag, aber eben keinen Spaß macht, wenn man positiv eingestellt ist und lernen will. Ich empfinde das Buch, als jemand der aus dem theologischen Sektor kommt, teilweise als schwere Kost, weil es voraussetzt, dass man sich schon mal wissenschaftlich mit dem Thema Strategieerstellung befasst hat. Dennoch konnte ich das meiste und vor allen Dingen das Grundanliegen der Autoren verstehen. Wir benötigen gute Praktiken, keine gefälligen Theorien (:417). Dies ist der Anspruch, den die Autoren im Schlusskapitel selbst erheben. Ich stelle in Frage, dass ihnen dies in ihrem Buch gelungen ist. Aussagen wie: Er kann entstehen (gemeint ist der Elefant der Strategieentwicklung), allerdings nicht auf diesen Seiten, sondern nur vor Ihrem inneren Auge (: 392) oder Daher können wir Ihnen den Elefanten nicht einmal zeigen. Aber vielleicht können wir Ihnen helfen, ihn zu finden (: 392) finde ich unbefriedigend, auch wenn das Grundanliegen des selbstständigen Denkens und Hinterfragens berechtigt ist. Erstaunlich ist, dass in Schaubild 12.3 (: 415) die Konfigurationsschule fehlt. Ist es Absicht, weil sie eigentlich alle Schulen aufgreift? Oder haben die Autoren sie hier schlichtweg vergessen. Auch in der Erklärung zum Schaubild findet sich kein einziger Hinweis auf diese Schule. Dennoch enthält dieses Buch auch nützliche Ansätze und Inspiration für die kirchliche Arbeit. Hier ist besonders Die Theorie des Quantensprungs (: 354) zu nennen. Ebenso die Ausführungen über das Veränderungsmanagement (: 366-386), im Zusammenhang mit der Konfigurationsschule, halte ich für die Gemeindearbeit für sehr bedenkenswert. Auch Aussagen der Unternehmerischen Schule, wie Wir bauen Reiche auf. Unser Zwang und unsere Besessenheit gelten nicht dem Geldverdienen, sondern dem Aufbau eines Reiches (: 161), sind interessant zu lesen. Des Weiteren können die Ausführungen zum Thema Vision hilfreich für die Gemeindearbeit sein (: 161-168).
Alles in Allem also ein Buch was mich herausgefordert hat. Und Herausforderungen sind das Salz in der Suppe des Lebens.

Veit Claesberg, Oktober 2007/Update September 2012

07.10._Mintzberg_Strategy_Safari (als pdf Dokument)

UK10: Schluss mit Camping – Exeter City FC – Schulstart – Hollywood // Tag 36-46

30.08.-09.09.2012

 

 


Schluss mit Camping

Nach über fünf Wochen Camping hat es dann auch gereicht. Wir haben unser Zelt “abgebrochen”, ich habe die Fahne eingeholt, und wir sind ins “Mission-House” gezogen. Dieses Haus wird von einigen englischen Gemeinden in Devon betrieben und ist für Missionare im Heimataufenthalt gedacht. Und irgendwie bin ich als Jumi vom Forum Wiedenest auch in diese Kategorie gerutscht. Bzw. mein Bekannter John A. hat das hier für uns alles organisiert. Und jetzt leben wir schon eine ganze Woche in diesem Haus. Gegenüber ist ein super Park mit öffentlichen Tennisplätzen. Von hier kommt man auch schnell mit dem Rad in die Innenstadt, zur Belmont Chapel oder zu diversen Einkaufsläden. Außerdem gibt es hier jede Menge Charity-Shops. Da geht Alex besonders gerne hin. Wir leben also jetzt für 7 Wochen mitten in der Stadt Exeter.

 

 

 

Exeter City FC
Als Fußballfan war ich natürlich schon im Stadium. Exeter City FC spielt in der vierten englischen Liga. Leider ging das Pokalspiel gegen Aldershot 3:4 im Elfmeterschießen verloren. Trotz der Anstoßzeit 19.15 Uhr am Dienstagabend kamen ca. 3.500 Zuschauer. Kinder durften kostenlos rein. War ein witziger Abend. Aber was mir fehlte: Die Stadionbratwurst und ein frisches Stadion-Pils.
German Bratwurst gibt es hier nur bei Lidl, aber ansonsten gibt es sowas in England nicht. Und im Stadion herrscht Alkoholverbot. Also ging es auch mit Cola und Chips.

Schulstart für die Kids
Diese Woche waren unsere Kids ganz schön herausgefordert. Denn sie kamen in eine ganz normale englische Schule. Tim und Til gehen auf das St. Lukes Science & Sports College. Cim und Vin gehen auf die St. Michaels Primary School. Beides sehr gute und neue Schulen mit engagierten Lehrern. We are impressed. Und selbst das Tragen der Schuluniform hat was und ist auch gar nicht so schlimm. Eher für die Eltern, denn die kommen sich jetzt ziemlich schlecht angezogen vor.

Internship at Belmont Chapel / Big questions from Hollywood
Seit Mittwoch mache ich hier an der Belmont Chapel Exeter ein Praktikum. Diese Gemeinde, die aus der Tradition des Brethren Movement kommt, ist für mich sehr inspirierend. Jeden Sonntag gibt es hier drei Gottesdienste. An manchen Sonntagen gibt es die 10am Alternative, also einen vierten Gottesdienst, der postmodern ausgerichtet ist.
Im Herbst wird anhand von sechs Hollywood Filmen über den christlichen Glauben gesprochen. Jeweils Donnerstags werden die Filme gezeigt und Sonntagmorgens wird dann über die Inhalte nachgedacht. Und das sind richtig gute Filme, wie z.B. Hunger Games (Tribute von Panem), Midnight in Paris, The 6th Sense,… Anhand der Filme werden Fragen und Sehnüschte aufgegriffen, die in unserer Gesellschaft aktuell sind, wie: “Werden wir jemals glücklich sein” (Midnight in Paris) oder “Ist die Gesellschaft im Verfalle begriffen?” (Hunger Games) oder “Ist Krieg eine mögliche Antwort?” (War House). Ich bin von dieser Idee begeistert und bin gespannt auf den ersten Film mit Gottesdienst. Hier ein paar Bilder vom Gebäude. Eigentlich besteht die Gemeinde aber aus coolen und netten Menschen.

UKChurches 2: Beeindruckend nachhaltig – Kathedrale von Salisbury

 

 

 

Diese anglikanische Kirche beeindruckt.
Zunächst natürlich mal das Gebäude. Der Kirchturm ist mit 123m der höchste in England. Außerdem existiert in der Kirche die älteste noch funktionierende Kirchturmuhr von Großbrittannien (von 1386). Das neue Taufbecken mit fließendem Wasser hat es auch in sich und steht mitten in der Kirche.Und es gibt aus geschichtlicher Sicht noch einige andere interessante Fakten, die man z.B. in Wikipedia nachlesen kann.

Zwei Dinge haben mich so beeindruckt, dass ich beschlossen habe sie im Blog festzuhalten:

1. Einmal der Bau, die Architektur und die Ausstattung der Kathedrale:
Der Grundstein dieser Kathedrale wurde im April 1220 gelegt. Vorher gab aber schon eine richtig große Kirche in einer nahegelenden Festung namens Old Sarum. Aus unterschiedlichen Gründen beschloss ein Bischoff diese Kathedrale aufzugeben und an eine nahe gelegende Stelle eine neue Kathedrale zu bauen. Dazu gehörte dann auch der Umzug der ganzen Siedlung. Hier hatte ein Leiter mal eine ganz große Vision und sie wurde in die Tat umgesetzt.
Ich bin ja kein Kirchenbauexperte, aber so viel habe ich nach dem Besuch der Kirche verstanden: die Leute wollten mit dem Bau und mit der Ausstattung der Kathedrale Gott ehren. Gottes Größe und Herrlichkeit sollte durch den Bau zum Ausdruck gebacht werden. Außerdem sollte der Besucher durch den beeindruckenden Bau Ehrfurcht vor Gott bekommen. Solche Gedanken sind für einen Freikirchler erst mal neu. Auf der anderen Seite kenne ich den Spruch: “Excellente Qualität ehrt Gott.” Bis jetzt habe ich das immer auf das Ausarbeiten von Predigten und Programmen bezogen. Aber das kann natürlich genauso auf Gebäude oder Kunstwerke bezogen werden. Es ist natürlich immer die Frage, wann so ein Ansatz kippt. Und das kann natürlich geschehen, weil Gott größer als ein Gebäude ist und sich außerdem nicht in ein Gebäude einsperren lässt. Und Gott braucht auch unsere “Kirchenschätze” nicht. Aber das ist ja die andere Seite. Ich habe erstmal verstanden, dass Leute Gott durch einen guten Bau ehren wollen. Ich hätte das natürlich auch schon bei einem Besuch des Kölner Doms merken können, aber da ist mir das noch nicht aufgefallen.

Tafel_Kathedrale_Salisbury2. Die Nachhaltigkeit der Gemeindearbeit
Das zweite was mich beeindruckt hat ist die Nachhaltigkeit dieser Kirche. Seit fast 1000 Jahren (die erste Kirche in Old Sarum wurde um 1075 errichtet) finden hier Gottesdienste statt. Gott wird seit fast 1000 Jahren angebetet. Die Bibel wird so lange erforscht. Gottes Wahrheit wird so lange verkündigt. Leute setzen so lange ihre Gaben für Gott ein. Es gibt eine lebendige Gemeindearbeit seit fast 1000 Jahren. Und sie beeinflusst die ganze Region. Das ist schon der Hammer. Auch heute finden in dieser Kirche noch täglich Gottesdienste statt. So richtig deutlich wurde mir das, als ich nebenstehendes Schild im Eingang gesehen habe.

Ganz klar. Diese Kirche ist nachhaltig relevant. Menschen erleben Gott. Menschen werden geprägt. Gott wird angebetet. Auch heute noch. Anders als ich es vielleicht kenne. Anders als ich es vielleicht machen würden. Sicher auch theologisch an manchen Stellen anders, als ich es vertrete.
Sie gehört in die Kategorie C1. Und diese Kategorie spircht auch heute eine ganze Menge Menschen an.

UK9: “badly broken”: über Bangor direkt nach Exeter / Tag 27-35

21.08.-29.08.2012

Es war eine turbulente “Urlaubswoche”. Wir wollten eigentlich von der Isle of Angelsey (Wales) nach London. Aber just in this very moment als Alex und ich das Zelt abgebrochen hatten und in unser Auto packen wollten, kam vom Spielplatz der Schrei: “Mama, Papa kommt mal, der Vin ist vom Gerüst gefallen.” So was kennt man ja als Profi-Eltern. Aber als uns unser Jüngster mit total schmerzverzehrtem Gesicht und merkwürdig hängendem Arm entgegen kam, war sofort klar, dass hier ist was schlimmeres passiert ist. Der Arm schien gebrochen. Unser Wagen war halb gepackt. Das Zelt lag auf der Wiese, Fahrräder und Klamotten lagen um das Auto herum… Also entschieden wir uns für den Krankenwagen und dafür, dass Alex mit Vin zusammen ins Krankenhaus fährt. Tja und dort war die Diagnose: “The arm is badly broken”. Operation – eine Nacht im Krankenhaus – fetter Gips. Richtig toll am englischen Gesundheitssystem NHS (National Health Service) ist, dass man kostenlos behandelt wird. Und Kinder und im Notfall auch sehr schnell. Ansonsten hat der NHS keinen so guten Ruf, weil man auf “normale Operationen” wohl wochenlang warten muss.

Währenddessen packte ich mit den anderen Kindern weiter den Wagen und fuhr dann zum Krankenhaus. Nach der Diagnose beschlossen wir unseren geplanten London-Aufenthalt zu canceln. Außerdem organisierte ich uns für zwei Nächte in Bangor (Wales), wo das Krankenhaus lag, eine B&B-Unterkunft. Der Vorteil daran: eigenes Bett, eigene Toilette, eigene Dusche. Nach vier Wochen Campingplatz auch mal nicht schlecht. Alex und Vin konnten den Luxus dann auch noch eine Nacht genießen.

Und nun sind wir in unserer Zielstadt Exeter (Südengland) angekommen. Hier werden wir uns jetzt für acht Wochen aufhalten. Zunächst noch eine Woche auf einem Campingplatz am Rande der Stadt.
In dieser Woche sind die Kinder noch mal für eine Woche in einer Sprachschule. Alex und ich versuchen selbstständig unser Englisch zu verbessern. Gar nicht so einfach. Außerdem wird hier natürlich der Arm von Vin nachbehandelt. Das wird so 4-5 Wochen dauern.

Ab Samstag ziehen wir ins “Missionhouse”. Dieses Haus betreiben einige englische Kirchengemeinden, um Missionaren im Heimaturlaub eine Anlaufstelle zu bieten. Es liegt mitten in Exeter und ist gut ausgestattet. Damit ist dann auch unser Campingurlaub vorbei und wir haben wieder ein festes Dach überm Kopf.
Nächste Woche beginnt für uns das normale Leben in Exeter. Unsere Kids gehen für sechs Wochen in englische Schulen. Ich beginne ein sechswöchiges Praktikum in der Belmont Chapel. Alex organisiert den Haushalt und die Familie. Wir sind einfach mal für sechs Wochen ganz normale Bürger dieser interessanten Stadt.

 

 

 

 

Kloerfahrungen // Toilettenüberlegungen

Kulturen sind Strategien zur Daseinsbewältigung. Diesen schlauen Satz habe ich letztes Jahr auf einer Fortbildung gelernt. Das gilt auch für den Umgang mit körperlichen Bedürfnissen.
Mittlerweile bin ich ja schon in einigen Ländern unterwegs gewesen. Wenn ich unterwegs bin ist es für mich immer ein Erlebnis, bzw. eine Notwendigkeit zu erfahren, wie unterschiedliche Völker ihr natürliches Bedürfnis regeln, um zum Klo zu gehen. Hier mal ein Ranking:

  • Platz 7: Belgien: Alles was ich bis jetzt hier an Toiletten gesehen und erlebt habe grenzt an eine Schweinerei. Ich verstehe nicht, wie man so mit sich selber umgehen kann. Und dann wird dafür auf der Autobahn noch Geld verlangt.
  • Platz 6: Irland: Öffentliche Toiletten sind zumindest auf dem Land unbekannt. Und in Restaurants gibt es oft nur eine – völlig überlaufende (manchmal im wahrsten Sinne des Wortes) Toilette.
  • Platz 5: Italien: Immerhin, hier gibt es Toiletten. Aber in der Regel viel zu wenig und fast nirgendwo gibt es öffentliche Toiletten. In Sardinien z.B. gibt es kilometerlange Strandabschnitte voll mit Menschen, ohne Toiletten. Also nimmt man das Meer. In Restaurants gibt es oft nur eine Unisex-Toilette. Oft gibt es auch einfach nur eine Schüssel, die im Boden eingelassen ist. Was soll das? Bekommt man das hin, ohne dass man sich die Hose versaut? Ich weiß nicht was das soll.
  • Platz 4: Kenia: Hier habe ich in Nariobi immerhin einige öffentliche Toiletten gesehen. Allerdings lässt die Hygiene zu wünschen übrig. Leider gibt es hier auch viele Löcher in den Böden, wie manchmal auch in Italien oder Frankreich. Ich frage mich was das soll.
  • Platz 3: Frankreich: Die Autobahntoiletten die ich angetroffen haben waren sauber. Außerdem gab es immer auch kindgerechte Waschbecken und Klos. In Restaurants gibt es eindeutig zu wenig Toiletten.
  • Platz 2: Deutschland: Hier gibt es überall Toiletten und meißtens auch in ausreichender Anzahl. Allerdings sind die Toilettenanbieter in den letzten Jahren dazu übergegangen sich diesen Service bezahlen zu lassen. Das ärgert mich besonders an Tankstellen auf Autobahnen, wo ich den Sprit teuer bezahlen muss. Dadurch hat allerdings der hygienische Standard auch zugenommen.
  • Platz 1: Vereinigtes Königreich: Ich habe noch nie ein Land gesehen, dass mit so vielen und dann noch oft sauberen öffentlichen Toiletten ausgestattet ist. Und die sind in der Regel immer kostenlos. Selbst in Parkhäusern gibt es gepflegte Toiletten. I’m surprised.

Das abgebildete Klo ist in Dubuque, Iowa, USA. Die USA würde ich so zwischen 3 und 4 platzieren. Hier ist allerdings die Kloform sehr interessant. Ob das hygienischer ist?
Aber ich will als Mann mal nicht zu viel klagen. Da hat man es was Toiletten angeht oft wesentlich leichter als das weibliche Geschlecht.