Predigtkonzept + Podcast: Was das Reich Gottes ist und wie du ein Teil davon sein kannst

Predigt EFG Wiedenest / 06.04.2014
Was das Reich Gottes ist und wie du ein Teil davon sein kannst

Schlüsselverse: Joh 3,3; Mt 6,33
Dies ist die Einleitungspredigt zur Reihe. Sie erklärt das Reich Gottes. Es ist eine Themenpredigt. Sie hat einen kleinen Link zur Predigt über Nikodemus aus der vorherigen Reihe „Jesus begegnen“:
Ziel: Die Hörer begreifen mehr davon was das Reich Gottes ist, und dass sie eine Neugeburt (Joh 3,3) für dieses Reich brauchen und eine Grundsatzentscheidung treffen müssen (Mt 6,33).

A. Einleitung: Einladung ins Reich Gottes
B. Mein persönlicher Zugang zum Reich Gottes
C. Das Reich Gottes als Ziel der Heilsgeschichte
1. Gottes Reich im Alten Testament
2. Gottes Reich erscheint mit Jesus
3. Gottes Reich in der Zukunft
4. Gottes Reich in der Zwischenzeit
D. Lebe als Bürger des Reiches – da wo du bist
E. Conclusion: Gebe dem Reich Gottes oberste Priorität

Und hier die Podcast-Episode:

Thematisches Konzept (Predigtserie) online: SEIN Reich komme!

Die Preditserie „Sein Reich komme!“ lief im April/Mai 2014. Das Konzept zur Reihe ist jetzt hier veröffentlicht:

1. Ziel: Wir verstehen was das Reich Gottes ist. Wir laden ein in dieses Reich zu kommen. Wir hören, wie man als Bürger dieses Reiches lebt.

2. Überblick: SEIN Reich komme!
Das Reich Gottes (Königsherrschaft Gottes, Reich der Himmel) ist eines der zentralen Anliegen Jesu. Dazu halten wir im April und Mai 2014 sieben Predigten. Die erste Predigt ist eine thematische Grundlagenpredigt und gibt einen Überblick. Die folgenden vier Predigten sollen zentrale Bibeltexte zum Reich Gottes auslegen. Die letzte Predigt findet im Rahmen des Taufgottesdienstes statt und soll die Täuflinge und Hörer ermutigen ihre Gaben ins Reich Gottes einzubringen.

Rezension: Das Reich Gottes – Die Vision wiedergewinnen

reich-gottesWarrington, Keith 2011. Das Reich Gottes. Die Vision wiedergewinnen. Asaph: Lüdenscheid
4 von 5 Punkten

Keith Warrington, langjähriger Mitarbeiter bei „Jugend mit einer Mission“, seit 1972 in Deutschland lebender Neuseeländer, vh und Vater von vier Kindern, hat 2011 ein Buch über das Reich Gottes geschrieben.
Das Buch hat zwei Teile, mit jeweils 10 und 11 Kapiteln auf 350 Seiten. Im 1. Teil geht es Warrington um die biblische Perspektive und im 2. Teil um praktische Konsequenzen für die Arbeit der Kirchen und christlichen Werke heute.
Es beleuchtet das Thema Reich Gottes sehr gründlich und zeigt zudem praktische Schritte zur Umsetzung auf. Es ist leidenschaftlich geschrieben. Manchmal merkt man dem Buch an, dass es von einem „überörtlichen Mitarbeiter“ geschrieben wurde und nicht von einem „Gemeindepastor“. An einigen Stellen im 2. Teil habe ich Fragezeichen am Rand markiert. Manche Vorschläge wirken auf mich überfordernd, z.B. die starke Aufforderung auch heute über die Erde zu herrschen (z.B. 169f). Das Buch fordert zum Weiterdenken heraus. Warringtons Thesen im 2. Teil provozieren manchmal und nicht allen kann ich zustimmen. Das betrifft besonders den Gedanken, dass wir die Welt transformieren können. Wir können sicher Schlaglichter setzten und Vorhuten einer Transformation sein. Aber endgültig kehrt Friede ein, wenn der Friedefürst kommt.

In Teil 1 führt Warrington aus, dass Gott die Schöpfung unter Christus wieder herstellen will, nach Eph 1,9-10. Gott hat uns ursprünglich zur Teilhabe an seiner Herrschaft geschaffen. Nach der Rebellion baut Gott langsam wieder auf, bis Mose. Dann baut er mit Israel weiter, bis Jesus kommt. Jesus ist der Messias und bringt das Gottesreich (Kapitel 5). Warrington erklärt die Grundlagen des Reiches, seine Gründung und dann die Ausbreitung, die im Neuen Testament beschrieben wird. In Kapitel 10 nennt er die Konsequenzen aus dieser Darstellung und zieht ein vorläufiges Fazit. Seine Absicht gegenüber den Lesern beschreibt er so: „Sie möchten loslegen, um das Reich Gottes in dem Feld zu entdecken, zu dem sie berufen sind. Diese Felder befinden sich in allen Gesellschaftsbereichen, auch dort, wo Not herrscht, in Pioniergebieten unter anderen Völkern und in internationalen Positionen von Macht und Einfluss. Gott beruft Sie in das Feld, in das sie passen. Dort können Sie ein Partner Gottes sein,…“ (:156).

In Teil 2 zeigt er auf, was das praktisch bedeuten kann. Jeder Christ hat eine Reich-Gottes Berufung. Dafür wird ein Christ ausgebildet und wächst. Warrington macht in der Kirchengeschichte eine theologische Veränderung aus, die zur Verdeckung des Reich-Gottes-Gedanken geführt habe. Er sieht die heutige Kirche auf Evangelisierung und Fürsorge für Bedürftige reduziert. Hinzu kommt ein Privaterlösungs-Evangelium (:146f + 171f). Er kontrastiert das im Vergleich von Wesley mit Moody und sieht unser heutiges Reich-Gottes-Verständnis nur auf der Basis der pastoralen Ämter, nicht aber auf Basis der apostolischen und prophetischen Ämter aufgebaut (:215). Das muss korrigiert werden. In 14-15 möchte er Orientierung geben und führt den Begriff „Domäne“, als Denkmodell für das Reich Gottes innerhalb unserer Gesellschaft, ein. Seine Vision ist das Kommen des Reiches Gottes in Stadt und Region. In Kapitel 17 und 18 thematisiert er die Aufgabe der Gemeinde. Er sieht sie am Scheideweg, weil Alltag und Christsein getrennt wurden und schlägt vor, dass Gemeinde in Zukunft viel stärker in die Gesellschaft wirkt: „Bringen Sie ihren Zuhören die Stadt als das Feld nahe, in das sie berufen und für das Sie verantwortlich sind“ (:295). Wie Jesus übernatürlich das Reich Gottes verkündigt hat, können wir das auch heute tun, indem wir glauben und die Einheit bewahren. In Kapitel 20 geht es dann um Evangelisation. Sie ist der Ruf in das Reich Gottes. Warrington nennt anhand biblischer Beispiele verschiedene Zugänge, die Jesus Menschen zum Reich Gottes „legt“.
Das Buch endet mit einem hoffnungsvollen Ausblick, dass das Reich Gottes kommt.

Im Anhang habe ich noch einige Zitate an die Rezension angefügt, die ich für bemerkenswert halte.

Rezension + Zitate als pdf-Datei Warrington_Reich Gottes

Mm17-2: Myanmar? Nie gehört! Zu Besuch im Kindergarten 1

Im Flugzeug vor mir saß ein Pärchen. Es war zum Urlaub nach Phuket (Thailand) unterwegs. Sie fragten mich, wohin wir den unterwegs seien. „Nach Myanmar“, antwortete ich. „Von diesem Land habe ich ja noch nie gehört“, sagte die Frau. So geht es tatsächlich vielen Menschen. Myanmar, oder Birma (Burma) ist vielen unbekannt. Dabei leben dort ca. 50 Millionen Menschen. Davon sind ca. 87% Buddhisten und 5,6% Christen. Das Land zählt zu den ärmsten Ländern Asiens und war bis 2011 verschlossen.

Myanmar ist ein sehr schönes und warmes Land, mit sehr freundlichen Menschen. Aber ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der absoluten Armutsgrenze (laut Auswärtigem Amt im Februar 2017). Einer unser Partner vor Ort schätzt den Durchschnittsverdienst auf 70-80 USD pro Monat. Seine eigene Tochter verdient als fertig ausgebildete Ärztin ca. 220 USD im Monat. Nur mal zum Vergleich: Ein vernünftiger Kühlschrank kostet in Myanmar 255.000 Kyat, also ca. 186 USD (Stand Februar 2017). Die meisten Menschen müssten dafür also mal mindestens einen Monat arbeiten.
Und es gibt in der größten Stadt Yangon einige sehr arme Slum-Viertel. Eine birmanische Gemeinde hatte daher 2014 die Idee einen Kindergarten für die Slum-Kinder anzubieten. Doch leider hatte diese Gemeinde selber kein Geld, um diese Arbeit zu stemmen. Durch Kontakte nach Deutschland gewannen sie die EFG Wiedenest, die EFG Bergkamen und einige Einzelspender als Partner, so dass die Arbeit „HelpMy“ gestartet werden konnte. Seitdem sind mit Hilfe von Spendern aus Deutschland (u.a. der 4te Musketier) zwei Kindergärten und eine Gemeindegründung entstanden. Nach 1,5 Jahren war es uns wichtig diese Arbeit vor Ort zu begutachten und zu besehen. Wir sind mit vier Personen zurzeit in Yangon (drei davon haben ihre Reise privat finanziert).

Besuch von Kindergarten 1
Am Donnerstag haben wir den Kindergarten 1 besucht. Es war ein sehr bewegendes Erlebnis. Der Kindergarten liegt direkt neben einem Mini-Slum, in dem ca. 55 Familien leben. Direkt gegenüber dem Kindergarten ist ein weiterer Slum mit ca. 160 Familien. Und Slum heißt wirklich Slum. Hier einige Bilder:

Durch den Kindergarten bekommen die Kinder aus den Slums eine sinnvolle Beschäftigung. Sie sind täglich für mehrere Stunden „von der Straße“ weg. Sie lernen Lieder, Verse, die ersten Buchstaben und soziales Verhalten. Wir konnten uns mit eigenen Augen vor Ort davon überzeugen, dass die Spendengelder sehr gut angelegt sind und vernünftig und mit größter Sorgfalt verwaltet werden. Das hat uns gefreut. Die Kinder haben ein kleines Programm für uns aufgeführt. Anschließend haben wir uns mit Süßigkeiten bei ihnen bedankt. Auch viele Mütter der Kinder waren anwesend.

Das alles war nur einer von drei großen Zielen dieser kurzen Reise: Wir werden uns noch die Gründung einer neuen Gemeinde (Kirche) ansehen und den im Juli 16 gestarteten Kindergarten 2 besuchen.

Visionen und Ziele für die Arbeit
Wir haben ziemlich viele Ziele für die Arbeit „HelpMyanmar“. Einmal wollen wir sie durch Spenden nachhaltig und dauerhaft finanzieren. So ein Kindergarten ist zwar – für deutsche Verhältnisse – relativ günstig zu betreiben, aber immerhin müssen dafür monatlich ca. 550€ zusammengelegt werden. Das muss erstmal dauerhaft gestemmt werden.
Zum anderen würden wir gerne in weiteren Slums weitere Kindergärten eröffnen. Die Vision ist es 10 Kindergärten, betreiben und in Verantwortung der einheimischen Christen aber finanziert mit Spendengeldern aus Deutschland, zu betreiben. Deswegen haben wir uns auch gleich noch weitere Slum-Gebiete angesehen, wo die Eröffnung eines Kindergartens wirklich wünschenswert wäre. Wir sind gespannt, ob jemand dafür Spender schickt.

Weitere Hintergründe zu Myanmar:
Myanmar ist ein Land, in der eine Zeitenwende stattfindet. Seit 2011 hat sich das Land immer weiter geöffnet. Eingeleitet wurde der Wandel von der Militärregierung selber. Einigermaßen freie Wahlen fanden dann 2015 statt. Danach kam eine völlig neue Regierung an die Macht, die den Demokratisierungsprozess weiter voran treibt.
Überall wird gebaut. 2015 eröffntete KFC als erste westliche Fast-Food-Kette eine Filiale. Schon allein daran kann man sehen, dass die westliche Wirtschaft ihren Fuß in der Tür hat.

Ach ja, natürlich haben wir nicht nur gearbeitet. Ein bißchen Sightseeing war auch drinnen.

Gutes Zitat Nr. 34

„Jimg_2089aünger Jesu ist im neutestamentlichen Kontext jemand, der sich nicht nur zu einem Paket von Überzeugungen bekennt, sondern seine wachsende Erkenntnis über das Leben im Reich Gottes auf jeden Bereich seines irdischen Lebens anwendet“ (:14).

Dallas Willard, aus: Jünger wird man unterwegs, Schwarzenfeld: Neufeld-Verlag 2012