zurück

2. Mo.16-17 - Unterwegs erlebt - Vertrauen auf Gott

Aufbau:

1. Einstieg

2. Überleitung

3. Texterarbeitung:

3.1. Ex. 16, 1-36 - Lieber in Ägypten stecken, als in der Wüste verrecken!

3.2. Ex. 17, 1-7 - Ist Gott überhaupt da?

3.3. Anwendung: Wieso, weshalb, warum mangelndes Vertrauen?

4. Texterarbeitung und Anwendung II: Hände hoch! - im Vertrauen (Ex. 17, 8-16)

5. Zusammenfassung

Literatur

 

Arbeitsblatt

 

1. Einstieg

Drei Gruppen. Jede Gruppe soll einen Kandidaten stellen, der nach vorne kommt und jeweils einen Stock (gleiches Gewicht) mit vorgestreckten Armen halten soll. Zeitdauer zählt. (Siegergruppe bekommt am Ende der BA einen Preis.)

-          Die Gruppen sollen ihre Kandidaten anfeuern, denn Sieg des Kandidaten ist Sieg der Gruppe.

-          Beifall für alle Kandidaten! (Gewinnerkandidat kriegt großen Marsriegel, die anderen zwei einen kleinen Marsriegel, und die Siegergruppe Marsbonbon o.ä.)

 

Wenn man sich auf so ein Spiel einlässt, dann merkt man erst mal, wie unangenehm das werden kann. Am Anfang alles harmlos, mal eben den Stock hochhalten.

Den Stock in die Hände zu nehmen, ist die leichteste Übung. Probleme treten erst mit der Zeit auf. Etwas zu beginnen ist leichter, als eine Sache zu Ende zu führen. Anfangen ist leichter als durchzuhalten. Unterwegs zu sein ist schwieriger als aufzubrechen.

 

2. Überleitung

Womit wir beim Thema wären:

Den Start aus Ägypten hat Israel auch ganz gut gemeistert, aber unterwegs gab es große Pannen. „Wie sollen wir das schaffen?“

Wie bei uns: „Mit Jesus starten, ist eine vergleichsweise leichte Übung, aber hinter ihm her zu gehen... Da werden die Arme ganz schön schwer.

Die erste Gruppenarbeit (Ex 12) beschäftigt sich mit dem Startpunkt der Errettung. Für Israel war es der Auszug aus Ägypten, für uns die Erkenntnis, dass Jesus für die Schuld am Kreuz starb. Wir als Christen leben durch die Gnade Gottes die durch Jesus deutlich wird und wir sind aufgefordert ein motiviertes Christsein zu leben, aus Liebe zu Jesus.

Das ist der Start - jetzt gilt es durchzuhalten. Man muss aufpassen, dass man nicht alles wieder vergisst. Also gibt es gute Symbole, wie z.B. das Abendmahl.

Dann ist man auf den Weg - wie Israel auf dem Weg durch die Wüste ist. Der Weg ist nicht leicht. Da erlebt man eine Menge und nicht nur tolle Sachen. Was haben die Israeliten unterwegs erlebt und was können wir für unser Unterwegsein als Christen davon lernen - Unterwegs erlebt.

Willkommen zur zweiten Gruppenarbeit.

Wer unterwegs mit Gott ist, ist auch abhängig von Gott - das erlebt Israel bei der gesamten Wüstenwanderung.

Der Exodus ist eine Wanderung im Glauben.

Vertrauen auf Gott wird verlangt.

Plötzlich stehen sie am Meer (Ex 14): Vor ihnen das Wasser, hinter ihnen die ägyptische Armee. Was nun? Keine Ahnung! Gott greift ein!

So geht es dann weiter:

Ex 15: Versorgung mit Wasser.

Ex 16: Versorgung mit Wachteln und Man(Manna).

Ex 17: erneute Versorgung mit Wasser und Sieg über die Amalekiter

 

Wir nehmen uns heute Nachmittag gleich zwei Kapitel vor: 2. Mo. 16. 17. In diesen Kapiteln stehen drei interessante Erlebnisse, die Israel auf ihrem Weg durch die Wüste hatte. In einer Geschichte kommt auch ein Stock vor.

 

Steigen wir ein und lesen Ex. 15, 1-36

 

Dokumentbeginn

3. Texterarbeitung:

3.1. Lieber in Ägypten stecken als in der Wüste verrecken!

so könnte man den Text überschreiben

 

(evtl. auf Karte Geografie verdeutlichen)

Israel zieht durch die Wüste Sin (Karte) proportional zu den abnehmenden Brotreserven steigen die Existenzsorgen des Volkes, das sich in Murren ausdrückt. Ägypten – der Inbegriff der Sklaverei – wird plötzlich zum Schlaraffenland: Sie saßen bei Fleischtöpfen! Hier in der Wüste gibt es nichts als Staub und Dreck.

Also wird los gemeckert/gemurrt. Und was interessant ist:

Gott reagiert - er schickt tatsächlich was zu Essen vorbei. Erst die Wachteln und regelmäßig dann Manna.[1]

 

Im Herbst ziehen große Schwärme dieser Vögel (die Moorhühnern ähnlich sind und zubereitet wie Mini-Broiler aussehen: galt als Luxusartikel) von Arabien nach Nordafrika. Ägyptische Zeichnungen stellen dar, wie solche Vögel mit Handnetzen gefangen wurden. Für Israel war Moorhuhnjagd angesagt – was nach den Strapazen des langen Fluges kein größeres Problem war.

Zur Herkunft des Manna gibt es verschiedene Erklärungen, die aber alle nicht befriedigen. Halten wir uns an V. 31 und fertig.

Beides - Manna und Wachteln, waren und bleiben Wunder Gottes.

 

Halten wir fest: Volk hat Hunger - Volk meckert massiv: will sogar nach Ägypten zurück, lächerlich, in die Sklaverei - Gott gibt was zu Essen - Gott drückt ein Auge zu. Er ist langsam zum Zorn und groß an Güte.

 

Israel zieht weiter:

 

3.2. Ist Gott überhaupt da?

Ex 17,1-7 - Text lesen lassen

Der nächste Lagerplatz heißt Refidim (am Sinai-Massiv). Hier tendiert das Murren des Volkes schon zur gefährlichen Meuterei (V.4). Es geht um Wasser.

Das Problem ist: Auf der einen Seite gibt es klare Verheißungen von Gott, das Volk in das verheißene Land zu führen (Ex 6,8 u.a.), und auch immer wieder Beweise, dass es Gott damit ernst meint.

Auf der anderen Seite bringen Existenzsorgen das Volk in Bedrängnis. Also wird gemeckert.

Wenn das Wasser alle wird, wenn uns der Wüstensand um die Ohren pfeift, wenn man Durst hat, dann sieht die Welt anders aus, als im Gemeindehaus, mit Heizung und kalter Cola.

Wo ist Gott? Das Ziel war doch das Land, was von Milch und Honig überfließt. – Und jetzt?

Und wieder die Frage: Wozu sind wir aus Ägypten befreit worden? Etwas um hier zu sterben? Mose, alter Stratege, was sagst du nun?

V.7b bringt die Frage der Israelis auf den Punkt: „Ist der HERR in unserer Mitte oder nicht?“

 

Wieder ist erstaunlich, dass Gott auch sofort dem Wunsch nachgibt. Er ist eben langsam zum Zorn und reich an Güte!

 

3.3. Anwendung: Wieso, weshalb, warum mangelndes Vertrauen?

Und wir sitzen hier und sagen: Meine Güte, die waren ja nur am rummeckern - schlimmes Volk, die Israeliten. Die sind nie zufrieden.

Was genau war das Problem der Israeliten?

 

Mangelndes Vertrauen! - genau!! Die haben Gott nicht vertraut.

Warum hätten sie Gott vertrauen sollen? - wegen der guten Erfahrungen mit Gott.

 

Ich glaube ein Israelit hätte auf diese Antwort geantwortet:

Genau!! Wir hätten mal Gott vertrauen sollen. Ist aber auch wahr. Bin zwar gerade halb am verdursten - kurz vorm Tod, Kinder schreien und haben Durst, bin völlig erschöpft... trotzdem, du hast recht - ich soll vertrauen!

Nee, sicher, gibt zwar nichts zu Essen, im Gegensatz zu Ägypten, wo es immer was gab und hier gibt es ja erst seid drei Tagen nichts, aber du hast recht - du, wir vertrauen einfach mal weiter.

Weist du was, du hast ja gar keine Ahnung. Hast du schon mal richtig DURST gehabt? Weist du überhaupt was HUNGER ist? Du rastest doch schon aus wenn mal der CD Player nicht geht oder die Hose dreckig wird, oder man beim Handy kein Netz hat. Dann bekommst du doch schon Zweifel, ob Gott dich wirklich lieb hat.

Und da erzählst du mir, das ich vertrauen soll, nur weil Gott irgendwann schon mal geholfen hat. Was nützt mir das jetzt? - hau ab, geh wieder in dein warmes Gemeindehaus.

 

Damit will ich das Verhalten des Volkes nicht rechtfertigen, ich will nur deutlich machen, dass die Lage nicht so einfach war, wie wir manchmal vielleicht meinen. Wir haben heute gut reden.

 

Das Problem des Volkes war wirklich mangelndes Vertrauen. Das führte so weit, dass man hinterher Schiss hatte, dass Land zu erobern und die ganze Ägypten - Generation, die die meisten Wunder erlebt hatte, komplett (bis auf Josua und Kaleb) in der Wüste verreckt ist.

 

1. Frage (auch Arbeitsblatt):

Warum kommt es zu solch einem mangelnden Vertrauen? Wie kann es zu so einem Verhalten kommen?

-          Existenzsorgen

-          Schlechtes wird mit dem Guten verglichen

-          man hat eine falsche Gottesvorstellung. Dieser Gott müsste doch funktionieren!? Doch Gott ist kein Automat

-          Flasche nichtbiblische Grundsätze, wie Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser (beim Manna sammeln), oder Vertrauen ist gut - aber was man hat, hat man (in Bezug auf Ägypten)

-          Vertrauen erfordert Mut.

 

2. Frage:

Gibt es so etwas unter Christen auch? Kann uns das passieren, wenn wir wie Israel mit Gott unterwegs sind? Kann es Christen geben, die sich nach der Sklaverei der Sünde zurücksehnen?!

-          Ich könnte mir vorstellen, dass man manchmal denkt: Nichtchristen haben es besser. Die dürfen das und das.... und ich nicht. Ich war immer braves Gemeindekind oder bin es jetzt geworden...

-          Wenn es mir schlecht geht, dann vergleiche ich meinen Zustand mit den besseren Zeiten in meinem Leben (Bsp. Schering Wink / WBE).

-          Ich könnte mir vorstellen, dass es Christen gibt, die klagen, wenn es ihnen Materiell schlecht geht oder gesundheitlich. Das ist verständlich. Es kann auch im Leben eines Christen mal hart zur Sache gehen. Im Moment leben wir äußerlich... aber woanders...

-          Aber Gott verspricht keine Friede, Freude, Eierkuchen Christsein. Vertrauen heißt, auch einmal die Spannung auszuhalten, dass ich nicht weiß, warum Gott etwas tut oder nicht tut, oder Gott etwas schlimmes zu lässt. Ich muss mein Bild von Gott korrigieren. Gott ist nicht eine Maschine, die funktioniert. Wenn ich mein Vertrauen von Gottes Funktion abhängig mache, dann wird mein Glaube bald eine Bauchlandung machen, denn Gott funktioniert nicht!, sondern für sein Handeln gilt: „Ich werde mich erweisen, als der ich mich erweise.“ (Ich bin, der ich bin) - Gott bleibt souverän. Vertraue ich Gott als Person oder Gott als Funktion? Wenn ich Gott als Person – Vater im Himmel – vertraue, dann bleibt dieses Vertrauen auch, wenn er nicht „funktioniert“.

-          Jesus verspricht in Mt. 6, 33, dass er sich um alles kümmern wird, wenn wir uns nach ihm ausrichten. Diese Aussage stimmt oder sie stimmt nicht. Um es zu wissen, muss ich es ausprobieren. Das erfordert Vertrauen. Ich will es wagen und ich hoffe, dass ich es auch in Zeiten durchziehe, wo es mir nicht so gut geht.

 

So, wie Israel reagiert, kann ich, kannst du jederzeit auch reagieren. Davon bin ich überzeugt. Ich möchte aber eigentlich auf Gott vertrauen. Deswegen gibt es solche Storys in der Bibel. Alles was zuvor geschrieben ist, ist zur Belehrung geschrieben, sagt Paulus (Röm. 15, 4).

 

Diese Story will uns deutlich machen, dass wir Gott ganz vertrauen sollen, wenn wir mit ihm unterwegs sind.

 

Eine Story hamwa noch und hier wir Israels Vertrauen auf Gott deutlich:

 

4. Hände hoch! - im Vertrauen

Text lesen: 2. Mo. 17, 8-16

Israel ist unterwegs und unterwegs mit Gott passieren voll die Hammer Sachen.

Sooft Amalekiter in der Schrift vorkommen, sind sie bösartige Feinde Israels. Sie lebten als Nomadenvolk im Süden Kanaans und versuchten hier offensichtlich, die Israeliten von dem angenehmen Lagerplatz (Oase: inzwischen viel Wasser) zu vertreiben. Auch das war eine Existenzbedrohung. Und: Der Kampf war kein Orkan im Wasserglas. Die Amalekiter waren gefährlich.

Josua hört auf Mose und geht in den Kampf. Mose steigt auf den Berg und hebt die Hände mit seinem Stab.

 

Frage:

Was hat der Sieg mit den erhobenen Händen Moses zu tun? Wie ist das zu erklären?

Antwort:

-          keine Magie, sondern deutliches Zeichen des Vertrauens in Gott

-          verschieden Auslegungsmöglichkeiten und Ansichten. Ich würde so sagen:

-          Es ist ein Zeichen der Abhängigkeit von Gott. Mose drückt aus: „Wir wollen von Gott abhängig sein!“ [2] Wir sind uns bewusst, dass wir nur mit Gottes Hilfe siegen können.[3]

Der Sieg Israels ist kein Ergebnis einer magischen Handlung (wohl Stab mit beiden Armen über dem Kopf halten), sondern wieder Ausdruck der totalen Abhängigkeit von Gott. Ein klares Signal für Israel: Ihr könnt nur bestehen, wenn ihr von mir abhängig bleibt.

 

Der Mensch ist von Gott abhängig und trotzdem muss er aktiv sein. Das Volk muss kämpfen, Mose hält die Hände hoch, Aaron und Hur stützen ihn - Gott wirkt!

Mose scheint dies zu erkennen: Die Abhängigkeit von Gott und die eigene Kraft, die es einzusetzen gilt.

 

So würde ich es auch in unser Leben übertragen:

Wir müssen erkennen, dass wir ohne Gott nichts tun können (Joh. 15, 5 lesen), was dem Bau seinen Reiches dient. Alles andere natürlich schon. Wir können in Ägypten bleiben, viele Dinge tun, die letztlich für Gott und den Himmel uninteressant sind. Nur Frucht bringen wir nicht.

Also, Abhängigkeit von Gott muss immer wieder neu erkannt werden.[4]

Auf der andere Seite gilt es, weil wir das wissen, Gott unsere ganze Kraft zur Verfügung zu stellen. Das geht in die Richtung von heute morgen. Ich will eine motivierter Christ sein, durch die Gnade. Ich will meine Kraft, mein Können, Gott zur Verfügung stellen und gleichzeitig lernen, dass ich ohne ihn nichts tun kann.

Ich will mich Gott hingeben - Hingabe! Röm. 12, 1ff

Dafür muss ich mich entscheiden. Das muss ich wollen. Ich kann überlegen, ob ich mich als Christ in das Reich Gottes zu 50, 80, 20 oder 100% investieren will - nicht um gerettet zu werden, sondern aus Liebe und Dankbarkeit zu Gott.

 

Dokumentbeginn

5. Zusammenfassung

-          Vertrauen muss man lernen. Israel erlebt viele tolle Sachen mit Gott und doch, wenn es richtig zur Sache geht (Hunger und Durst), verliert es das Vertrauen zu Gott. Darüber können wir nicht lächeln und sagen, dass uns das nicht passieren würde. Es ist als Tipp für uns geschrieben, damit wir nicht den selben Fehler machen und murren und Angst bekommen. Gott verspricht, dass er sich um alles kümmern wird, wenn wir zuerst nach seinem Reich trachten (Mt. 6, 33). Im Prinzip braucht sich kein Christ aufregen, wenn es ihm schlecht geht und Gott Vorwürfe machen, wenn Gott eh nur eine Randfigur in seinem Leben war. Vertrauen ist eine Risiko - man muss es ausprobieren.

-          auf der anderen Seite hat Israel aber auch ein großes Vertrauen zu Gott. Im Kampf gegen die Feinde ist sich Israel sicher, dass Gott ihnen hilft. Interessant eigentlich. Erst geistlich voll die Nieten und dann voll die Helden. So geht es mir auch manchmal. Israel vertraut, gibt sich Gott hin, weiß, dass es ohne ihn nichts tun kann. Für Hingabe muss man sich entscheiden. Röm. 12, 1ff

 

Das soll es gewesen sein.

 

evtl. Gebet

 

Literatur:

-          Bräumer, Hansjörg, Das zweite Buch Mose Kp. 1-18 (WStb)

-          Burkhardt, Das große Bibellexikon

-          Frey, Das Buch der Heimsuchung und des Auszugs

-          Rowley, Bibelatlas

-          Schäller, Markus, Stundenentwurf Unterwegs erlebt

-          Walvoord Kommentar zu 2. Mo. 18

 

Material:

-          Stöcker

-          Mars, kleine Mars

-          Arbeitsblätter

 

zum Seitenanfang

zurück



[1] Abgeleitet von hebr. man hu: übersetzt: „Was ist das?“  (spricht übrigens für ein völlig unbekanntes – d.h. übernatürliches – Phänomen)

[2] vgl. Walvoord Kommentar

[3] vgl. Frey und Bräumer

[4] Wo bin ich eigentlich noch abhängig von Gott, bzw. mache ich mich abhängig von Gott? Gibt es Bereiche wo ich abhängig bin und es gar nicht merke, oder es nicht will?