2. Mo. 12, 1-14 - Weil Vergessen so einfach ist
Text: 2. Mo. 12, 1-14
Thema: Weil vergessen so einfach
ist
Dauer ca. 70 min.
Arbeitsblatt zur
Bibelarbeit
Aufbau:
1. Begrüßung
2. Einstieg: Passah
3. Text lesen: 2. Mo. 12, 1-14
4. Gruppenarbeit: Textauslegung und Vergleich Passah - Abendmahl (Folie oder Textblätter)
4.1. Textauslegung, Fragen und Anmerkungen
4.2. Brücke und Vergleich zum Abendmahl
5. Abschluss: Fladenbrot essen
6. Lied: Herr, dein Name sei erhöht...
1.
Begrüßung
Herzlich willkommen zur
Bibelarbeit, mit dem Thema: Weil
vergessen so einfach ist.
Wir werden am Anfang der Bibelarbeit zunächst mal hineintauchen in das Geschehen, kurz vor dem Exodus. Wir gehen zurück - unternehmen eine Zeitreise, landen eine Nacht vorher - und feiern zusammen ein Teil des Passahfestes, ähnlich wie es die Israeliten gefeiert haben und heute noch feiern. Dabei halten wir uns nicht ganz an die jüdische Tradition, aber wir bekommen ein feeling für die Sache.
2.
Einstieg: Passah
Ihr müsst euch nun folgendes vorstellen. Ich bin der Hausvater und wir alle bilden eine große Familie / Sippe und wir erinnern uns gemeinsam daran, was Gott für uns getan hat.
So ein Hausvater hat traditionell im Judentum immer eine Kopfbedeckung auf (ich ziehe einen Hut auf).
- Ich gieße mir Traubensaft in einen Becher und erkläre das Passahfest für eröffnet. Ich lege eine Folie mit dem Ablauf des Passahfestes auf (Folien)
Hausvater (Ich) eröffnet die Feier: BECHER trinken[1]
Petersilie in Salzwasser tauchen und essen. Erklären was das bedeutet[2].
Die Petersilie macht die Runde. Währenddessen:
Ei und Lammknochen werden vom Hausvater erhoben.
Alle stehen auf und sprechen:
„Dies ist das Brot des
Elends, das unsere Väter in Ägypten gegessen haben. Wer hungrig ist, der komme
und esse! Jeder, der in Not ist, komme und halte mit uns das Pessachfest.
Dieses Jahr noch hier; im kommenden Jahr im Lande Israel. Dieses Jahr noch
Sklaven, im kommenden Jahr frei.“
Jüngster Teilnehmer fragt:
„Warum ist diese Nacht so ganz besonders anders als
alle anderen Nächte? Sonst essen wir gesäuertes und ungesäuertes Brot – heute
aber nur Mazzot? Sonst essen wir verschiedenes Kraut – heute nur Bitterkraut?“
Alle antworten
„Sklaven waren wir dem Pharao in Ägypten; aber der
Ewige, unser Gott, führte uns heraus mit starker Hand und mit ausgestrecktem
Arm. Hätte der Heilige – gelobt sei er – unsere Väter nicht aus Ägypten
gerettet, dann wären wir und unsere Kinder noch immer in der Sklaverei Pharaos
in Ägypten.“
Der Hausvater steht auf und trinkt einen zweiten
Becher und fordert dazu auf die Psalmen 113 – 114 abwechselnd (Männer/Frauen)
zu lesen. (Folie)
Der Hausvater erklärt kurz die Umstände der 10
Plagen (Ex 6ff) und erklärt den
Teilnehmern, dass er nun die Plagen aufzählen wird (auf Blatt aufschreiben) und es ihre Aufgabe ist, nach jeder Plage
zu antworten:
„Der Herr aber führte uns heraus mit starker Hand.“
Allerdings zählen wir nur bis zur 9. auf.
Dann Ex
12,1-14 lesen.
3.
Text lesen: 2. Mo. 12, 1-14
4.
Gruppenarbeit: Auslegung und Vergleich Passah - Abendmahl
Wir verlassen nun wieder das Passahfest und landen im Heute.
4.1. Textauslegung, Fragen und Anmerkungen
Betrachten wir den Text, machen wir ein paar Anmerkungen und stellen ein paar Fragen an ihn (Folie):
- Das Wort Passah bedeutet wahrscheinlich gnädiges vorübergehen Gottes
- Die Wichtigkeit des Festes wird in V. 1 deutlich. Es soll der erste Monat im Jahr sein, die Grundlage im Leben, der Zeit, des Israeliten. Der Exodus, der Auszug aus Ägypten, ist die grundlegende Rettungstat des AT, wie im NT der Tod und die Auferstehung Jesu. Übrigens wird versucht, diese Tatsache wegzudiskutieren: Jesus ist nicht wirklich auferstanden - Israel ist gar nicht als so großes Volk aus Ägypten ausgezogen. Wer so redet, demontiert das ganze Christsein.
Das es sich hier um das grundlegende Heil handelt, wird z.B. deutlich in
2. Mo. 20, 1; Hos. 13, 4
Bibelstellen vorlesen lassen
- Im Passah liegt eine Menge Symbolik:
Ø Fleisch braten, nicht kochen (8) - weil braten schneller geht, wegen der Eile des Auszuges
Ø bittere Kräuter (8) - die an die Bitterkeit der Sklaverei erinnern
Ø ungesäuertes Brot (8) - was schneller als gesäuertes Brot hergestellt wird, weil man ja in Eile ist
Ø man soll fertig angezogen sein (11) - um sofort losgehen zu können
Ø alles aufessen (10) - quasi aufräumen
- Worin liegt unmittelbar der Sinn und Zweck der Veranstaltung?
In der Rettung
vor dem Tod - V. 13
- Worin liegt der weitere Sinn und Zweck
Im weiteren ist der Sinn und Zweck des Mahles
eindeutig die Erinnerung: V. 14
Das Passah
wird gefeiert WEIL VERGESSEN SO EINFACH
IST.
Es ist ein erlebbare, „essbare“ Erinnerung an die
Rettung aus Ägypten (vgl. Ex 12,26;
13,14ff lesen lassen)
Auch der Israelit, der Jahrhunderte später im Land
Israel lebte und das Rettungshandeln Gottes nur aus der Schrift und vom
Hörensagen kannte, sollte dieses Fest jedes Jahr wieder feiern („ewige
Satzung“). Denn es ist das grundlegende Geschehen der Geschichte Israels:
Gott streckt
seinen starken Arm aus, um sein völlig chancenloses Volk unverdienterweise aus
der Sklaverei zu führen.[3]
Das durfte nicht zur Normalität werden: Der Israelit
durfte nie aus den Augen verlieren, dass er nur deshalb im Land Israel leben
darf, weil Gott die Basis dafür legte.
Wir Menschen brauchen solche Denkmäler,
Gedächtnishilfen, weil wir sonst ganz schnell vergessen.
4.2. Brücke und Vergleich zum Abendmahl
Die Verbindung zum
Abendmahl, dass Jesus am Passahfest einsetzt liegt natürlich nahe und damit wir
dieser Text aktuell für uns:
Parallelen/Verbindungen
zwischen dem Passahmahl und dem Herrenmahl zu finden (Folie) (Teilnehmerantworten).
|
|
Passah
|
Mahl
des Herrn |
|
Grund:
Was ist passiert? |
Auszug
aus Ägypten |
Tod
Jesu am Kreuz |
|
Welche
Konsequenzen hatte das Ereignis für die, die es betrifft? |
Rettung
aus Liebe Leben
von Gott her Gott ist Herr |
Rettung aus Liebe Leben von Jesus her Jesus ist Herr |
|
Aufgabe/Funktionen |
Erinnerung/Hoffnung |
Erinnerung/Hoffnung |
|
ähnliche
Elemente im Ablauf |
Brot,
Opferlamm |
Brot
und Wein, Opferlamm[4] |
|
Was
dürfen wir keinesfalls vergessen? |
Das
Gott das Volk errettet hat und das es deswegen heute durch und mit ihm lebt |
Das
Jesus mich errettet hat und das ich deswegen heute durch und mit ihm lebe |
Ich gehe schwerpunktmäßig
nur auf den gelb markierten Teil ein. Begründung s. Fußnote 6.
Man könnte jetzt auf viele Aspekte des Abendmahls eingehen und überlegen, was für Konsequenzen das für uns heute hat - ich möchte nur einen Aspekt herausgreifen. Die Bibel will ja zu uns, in unsere Situation sprechen, daher ist es wichtig, zu fragen, was der Text uns konkret sagt.
Jesus starb aus Liebe zu uns am
Kreuz - das feiern wir beim Mahl des Herrn
Diese Wissen, um die Liebe die Jesus zu uns hatte, sollte uns motivieren ihm nachzufolgen.
Auf der einen Seite gilt:
1Jo 4,9 Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, daß Gott seinen
eingeborenen Sohn in die
Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten.
1Jo 4,10 Hierin ist die Liebe: nicht daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt
und seinen Sohn gesandt hat als
eine Sühnung für unsere Sünden.
Auf der anderen, sagt Jesus auch:
Lk 9,23 Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach!
und:
Joh 14,15 Wenn ihr mich
liebt, so werdet ihr meine Gebote
halten;
Jesus
ist mein Herr geworden. Wie Israel Gott folgt und seine Gebote hält und die
Rettung erlebt, so hat auch meine Nachfolge, meine Rettung Konsequenzen für
mein praktisches Leben. Die können unterschiedlich aussehen.
Oft
habe ich den Eindruck, dass viele Christen die erste Liebe verlassen haben.
Offb 2,4 Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste
Liebe verlassen hast.
Offb 2,5 Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue
Buße und tue die ersten Werke!
Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle
wegrücken, wenn du nicht Buße tust.
Wir merken wie der Text vom Passah für uns aktuell wird. Was ist das Abendmahl für dich?
Ist es eine langweilige Feier, wo man hingeschleppt wird, oder wo man hingeht, weil man da immer hingeht und alle hingehen? Ist es eine Pflichtveranstaltung? - Das kann es doch wohl nicht sein!
Auf den Inhalt kommt es an und das auch dann, wenn die Form manchmal echt langweilig ist. Der Sinn liegt tiefer - den muss ich wieder neu entdecken.
Das Mahl des Herrn erinnert mich an die grundlegende Rettungstag Gottes in meinem Leben. Wir erinnern uns daran, dass Jesus für unsere Schuld gestorben ist, aus Liebe sandte Gott seinen Sohn (Joh. 3, 16).
Gleichzeitig blicken wir in die Zukunft, warten auf Jesu Wiederkunft. Ist mir bewusst, dass Jesus wiederkommt?
Das kann uns doch eigentlich nicht kalt lassen - das müsste uns vom Hocker hauen.
Diese Erinnerung ist wichtig und muss immer wieder neu durch Zeichen und Symbole geschehen, damit wir nicht vergessen, weil vergessen so einfach ist.
Abschluss[5]
Wir vergessen so oft - Israel die Rettung aus Ägypten; wir das, was Jesus für uns getan hat. Wenn bei uns dieses Wissen untergeht, irgendwo in einer Schublade vergammelt, z.B. in der Schublade Kopf, dann ist unser Christsein fade, geschmacklos, wie dieses Brot - keine Power, keine Motivation, keine Evangelisation, kein Lobpreis. Wir bauen uns unser Leben auf: Haus, Auto, Familie, Kinder, rennen in die Gemeinde, weil man das macht und auch gewohnt ist und weil das ja richtig ist und warten bis uns Jesus hier abholt, am besten noch vor den großen Kriegen und den schlimmen Sachen, die in der Offenbarung stehen.
Wenn wir es kapiert haben, es vom Kopf ins Herz gerutscht ist, wenn wir verstanden haben, was Jesus für uns getan hat - wirklich verstanden haben - dann kann es abgehen. Uns wird deutlich, dass wir einen Auftrag haben, dass wir das Reich Gottes bauen sollen, dass Jesus uns berufen hat, dass Karriere, Geld und Macht letztlich nicht zählen....
Vergessen ist so einfach - ich will nicht vergessen, ich will kein 08/15 Christsein. Ich will es immer wieder neu kapieren, was Jesus für mich getan hat. Ich will mich aufgrund dieser Tat Jesu neu motivieren lassen.
Ich gehe davon aus, dass ihr das auch wollt, sonst wärt ihr auf so einer Konferenz falsch. Ihr seid hier, um auf Gottes Wort zu hören, ihn zu euch reden zu lassen, für euer Christsein herausgefordert zu werden.
Deswegen fordere ich alle auf, die folgendes Anliegen haben (Folie):
Ich möchte als Christ ein von der Gnade Gottes, durch Jesus Christus, motiviertes Leben führen.
Komm hier nach vorne, breche ein Stück vom Brot ab und sage dabei: „Weil vergessen so einfach ist!“
Weil wir so oft und so leicht vergessen - es aber nicht wollen - haben wir heute morgen die Chance uns daran zu erinnern - und persönlich ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzten, indem man nach vorne geht und es laut sagt: „Weil vergessen so einfach ist!“ Weil es so einfach ist, verlangt es einen mutigen Schritt, ein Symbol ein Handlung - ich fange an![6]
6.
Lied: Herr dein Name sei erhöht
Literatur:
- BibleWorkshop 1997
- Bräumer, Hansjörg, Das zweite Buch Mose Kapitel 1-18 (WStb)
- Burkhardt, H. u.a. (Hrsg), Das große Bibellexikon
- Schäller, Markus, Stundenentwurf Weil vergessen so einfach ist
- Revidierte Elberfelder 1986
Material:
- evtl. Tali
- Folien oder Arbeitsblätter
- Kerzen
- Glasbecher
- Traubensaft
- Fladenbrot
- Petersilie
- Ei
- Knochen
- Hut
Bemerkung:
-
Einen Teilnehmer als „Jüngsten“ vorher präparieren.
[1] Während der Sederfeier werden 4 Freudenbecher getrunken, die dem vierfach geoffenbarten Willen Gottes von Ex 6,6f entsprechen: a) wegführen von den Lasten b) erretten vom Frondienst c) erlösen mit ausgestrecktem Arm d) annehmen als sein Volk
[2] Dieser
Brauch erinnert an a) an den Ysyp-Büschel, der zur Blutbesprengung des
Türpfostens benutzt wurde, und b) an den rettenden Durchzug durchs Rote Meer.
[3] Auch bei anderen Gelegenheiten erinnerte sich das Volk Israel bewusst an ihre Geschichte, an des Rettungshandeln Gottes in Ägypten: z.B. 5Mo 26 (5ff), das sog. „kleine geschichtliche Credo“ zum „Erntedankfest“. Damit ist der Israelit immer ganz eng mit der Geschichte Israels verbunden, auch wenn er nur einen kleinen Teil von ihr erlebte.
[4] Joh. 1, 29
[5] Man könnte auch nur auf den wichtigen Aspekt der Größe und Gnade Gottes abzielen und in ein großes Lob Gottes münden. Aber ich denke, weil sie das ja schon jeden Sonntag so hören, ist es wichtig, die Jugendlichen mehr herauszufordern und Lob und Anspruch Gottes zu verbinden. Daher lasse ich den Artikel „Sauberes Blut“ weg.
[6] auf einem Tisch liegt eine Fladenbrot, eine Mazza.